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Aus der Stadt Hannover wartet auf Primark
Hannover Aus der Stadt Hannover wartet auf Primark
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21:23 16.08.2011
Anfang November soll der Startschuss für die hannoversche Niederlassung der irischen Modekette Primark im ehemaligen SinnLeffers-Haus fallen. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Derart spannend war schon lange keine Geschäftseröffnung mehr in der Innenstadt. Anfang November soll der Startschuss für die hannoversche Niederlassung der irischen Modekette Primark im ehemaligen SinnLeffers-Haus fallen – die Suche nach Mitarbeitern hat bereits begonnen. Dem Eröffnungstermin fiebern jetzt die Fans des auf preiswerte Trendmode spezialisierten Unternehmens entgegen, das es bei der jungen, modeorientierten Klientel zu einer Art Kultstatus gebracht hat. Kleidungsstücke und Accessoires des Labels werden bei Internetauktionen zuweilen für den doppelten Preis verkauft.

Auch Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, sagt: „Das ist ein Ritterschlag für Hannover und eine außerordentliche Bereicherung für das Angebot der Innenstadt.“ Der „Mega Mode Store“, wie es in der Primark-Firmensprache heißt, wird der bisher größte bundesweit sein. Eine offizielle Bestätigung dafür war am Dienstag zwar bei dem für seine zurückhaltende Medienpolitik bekannten Unternehmen nicht zu bekommen. Doch nach HAZ-Informationen setzt das künftige Primark-Haus mit knapp 9000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf vier Etagen neue Maßstäbe. Niederlassungen der derzeit auf Expansion in Deutschland ausgerichteten Handelskette gibt es bislang in Bremen, Frankfurt und Gelsenkirchen, geplant sind weitere Filialen in Dortmund, Essen und Saarbrücken.

Der Umbau des früheren SinnLeffers-Hauses läuft gerade auf Hochtouren, 150 Bauarbeiter sollen im Einsatz sein. Branchenkenner gehen davon aus, dass zwischen 3,5 und fünf Millionen Euro investiert werden. Nach Informationen der HAZ ist das Gebäude nahezu entkernt worden, nur die Tiefgarage sei geblieben, heißt es. Die alte Beton-Stahl-Konstruktion sei gegen ein komplett neues Stahlgerüst ausgetauscht worden. Derzeit sieht von außen alles noch ein wenig wie früher aus. Nach Abschluss der Arbeiten werde das Gebäude aber „auf jeden Fall als Primark-Haus erkennbar sein“, wird berichtet. Dazu gehöre etwa eine weiße Fassade mit dem blauen Schriftzug des Unternehmens.

650 Mitarbeiter will Primark laut dem plakativen Anschlag am Bauzaun einstellen. Das bedeutet aber nicht, dass es sich dabei um Vollzeitstellen handelt. So werden etwa auch gezielt Kräfte für die Sonnabende gesucht. Doch die klassischen Aushilfen würden bei Primark nicht beschäftigt, betont eine Führungskraft des Unternehmens. „Jeder arbeitet bei uns mit Arbeitsvertrag und auf Steuerkarte.“ Auf der Internetseite von Primark wird unter dem Stichwort „Zentrale Werte“ ein „ethischer Ansatz bei Beschäftigung und Handel“ als Firmenkodex proklamiert. „Bei Primark gibt es eine sehr seriöse Personalpolitik“, sagt ein Experte, der sowohl in Hannover wie auch überregional Branchenerfahrung vorweisen kann.

Die Primark-Eröffnung wird derweil auch im Internet vor allem von jungen Frauen freudig erwartet. Eine Facebook-Fanseite für das Hannover-Haus des Moderiesen zählt bereits knapp 4000 Anhänger. „Da werde ich jeden Tag hingehen“, schreibt eine Nutzerin. „Ich zähle schon die Tage“, formuliert eine andere. In Foren verschiedener Modeseiten finden sich bereits junge Kundinnen zu Fahrgemeinschaften zusammen, um im Winter gemeinsam zum Shoppen nach Hannover zu fahren. Daher ist zu erwarten, dass es zu der Eröffnung von Primark in Hannover einen ähnlich großen Andrang geben wird wie zuvor bereits in Gelsenkirchen und Frankfurt.

Stefanie Kaune und Hannah Suppa

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