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HAZ-Leser wollen alte Markthalle wiederhaben

Rekonstruktion in der Innenstadt? HAZ-Leser wollen alte Markthalle wiederhaben

Am Wochenende gab es viel Zustimmung für die Pläne von Hamburger Investoren, Hannovers Jugendstil-Markthalle wieder aufzubauen. Bei der Umfrage auf HAZ.de erzielten die Befürworter 81 Prozent. In der Ratspolitik allerdings überwiegt die Skepsis.

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Die Markthalle auf einem Foto aus dem Jahr 1892.

Quelle: HAZ-Archiv/Hist. Museum

Hannover. 81 Prozent befürworteten die Markthallen-Rekonstruktion bei der Umfrage hier auf HAZ.de, an der sich mehr als 2000 Menschen beteiligten (Stand: Sonntag, 18 Uhr). Auch auf der Facebook-Seite der HAZ wurde das Thema intensiv diskutiert, bis Sonntagabend wurde der Artikel in dem sozialen Netzwerk fast 1200 Mal geliked. 

Die Idee zum Wiederaufbau der Halle stammt vom Verein Hannoversche Stadtbaukultur. Am Freitag hat der Vorsitzende, Albin Homeyer, das Projekt Stadtbaurat Uwe Bodemann vorgestellt. Mit dabei: Wilhelm von Boddien vom Förderverein Berliner Stadtschloss und Investorenvertreter. Bei dem einstündigen Gespräch blieben Fragen offen - doch die Initiatoren wollen jetzt Detailaspekte klären.

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Investoren wollen die Markthalle nach historischem Vorbild wieder aufbauen. Wie finden Sie die Idee?

„Das ist doch mal eine schöne Nachricht“, kommentiert etwa HAZ-Leserin Jennifer Dobelstein auf Facebook die Planung, „und wenn sie schon einmal dabei sind, bitte auch die wunderschöne alte Hauptpost und das alte Eiscafé am Kröpcke gleich mit.“ Tobias Penne hingegen meint: „Die Markthalle, so wie sie ist, gehört zum Stadtbild. Sie ist Teil meiner Kindheit, so hat mich mein Vater schon als kleiner Bengel samstags mit dorthin genommen.“ Benjamin Lederhaus empfindet den derzeitigen Bau als „hässlichen Klotz“ und schreibt:  „Wie dieses Ding unter Denkmalschutz stehen kann ist mir ein Rätsel.“ Konrad Heinrich allerdings warnt: „Investoren wollen doch Geld verdienen. Sicherlich wird es anschließend aus nachvollziehbaren Gründen ein überschaubares Publikum sein.“ 

Bilder der Markthalle in Hannover - früher und heute.

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Diese Frage stellt sich auch in der Ratspolitik. Grünen-Baupolitiker Michael Dette sagt: „Ich fürchte, dass solch eine hohe Millioneninvestition später die Mieten treibt, sodass Händler verdrängt werden.“ Er spricht in Anlehnung an Debatten über Mietervertreibungen von einer drohenden „Gentrifizierung in der Markthalle“. Auch SPD-Ratsherr Ewald Nagel ist skeptisch: „Schöne Idee - aber leider nicht praktikabel.“ Der Denkmalschutz für die bestehende Halle und auch die viel größeren Ausmaße sprächen gegen das Projekt. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke meint: „Verschont uns mit Copybauten. Die Markthalle ist typischer damaliger Baustil, zudem schmuddelig und bewährter Treffpunkt von überlasteten Landtags- und Rathausmitarbeitern und selbsternannter Schickeria. Ist so, lasst es so.“ CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk dagegen lobt die „charmante Idee, um einen Teil des historischen Hannovers wieder zurückzuerlangen“. Er hofft, dass das Projekt bald im Bauausschuss vorgestellt wird.

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