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Hannover will Versandhandelsfirma am Messegelände ansiedeln

1000 Arbeitsplätze Hannover will Versandhandelsfirma am Messegelände ansiedeln

Wenn alles klappt, könnte das die Firmenansiedlung des Jahrzehnts für Hannover werden: Ein internationales Versandhandelsunternehmen will am Messeschnellweg eine 110.000 Quadratmeter große Lager- und Sortierhalle errichten.

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Hannover will eine große Versandhandelsfirma am Messegelände ansiedeln.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Zum Vergleich: Die Verkaufsfläche des Ikea-Möbelhauses im Expo-Park beträgt 20.000 Quadratmeter, die der Ernst-August-Galerie am Bahnhof 30.000 Quadratmeter. Angeblich sollen durch die Ansiedlung 1000 Dauerarbeitsplätze und bis zu 1500 Saisonarbeitsplätze entstehen. Gearbeitet wird an sieben Wochentagen im 24-Stunden-Betrieb. Zwar ist Hannover nicht der einzige Standort, der im Rennen ist, hat aber nach HAZ-Informationen wegen der verkehrsgünstigen Lage sehr gute Chancen. Um vorbereitet zu sein, startet die Bauverwaltung schon jetzt das Verfahren zur Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan. So soll der Bau schneller genehmigt werden können, wenn das Unternehmen tatsächlich nach Hannover will.

Das betreffende Gelände beherbergt zurzeit etwa 3200 zur Expo eingerichtete Messeparkplätze. Die Cousteaustraße verläuft quer über das Areal, sie würde unter der Halle verschwinden. Auch befindet sich dort der Hubschrauberlandeplatz der Messe. Der sei verzichtbar, sagt Messesprecher Hartwig von Saß: „Wenn die Kanzlerin zur Eröffnung der großen Messen kommt, finden wir einen anderen Platz.“ Ob für alle Parkplätze Ersatz geschaffen werden müsse, werde später ermittelt. „Mit mehr als 30.000 Parkplätzen sind wir das bestausgestattete Messegelände in Deutschland“, sagt von Saß. Unklar ist auch noch, ob für die Firma Fotoformplus, die mit 135 Mitarbeitern am Ostrand des Geländes sitzt, ein Ersatzgrundstück gefunden werden müsste. Möglicherweise kann sie bleiben.

Die Stadt hätte die Ansiedlung ähnlich wie bei Boehringer oder Ikea gerne im Stillen vorbereitet – nicht, weil sie Proteste befürchtet, sondern weil das ansiedlungswillige Unternehmen Stillschweigen erbittet. Da aber der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan eine Logistikhalle in dieser Größe verbieten und daher beide geändert werden müssen, ist die Verwaltung zur Beteiligung der Öffentlichkeit verpflichtet. Daher sind seit Freitag etliche Details in einer Verwaltungsdrucksache nachzulesen.

Zum Beispiel, dass in Spitzenzeiten, etwa vor Weihnachten, bis zu 400 Lastwagen am Tag erwartet werden, und dass pro Schichtwechsel, also dreimal täglich, mit 700 bis 800 Autos von Mitarbeitern gerechnet wird – trotz der nahen Stadtbahnstation der Linie  6. Insgesamt rechnet die Stadt aber wegen der Lage unmittelbar an der Messeschnellwegauffahrt nicht mit Verkehrsproblemen. Nur bei der abendlichen Abfahrt von Großmessen könnte es eng werden. Auch wird für die nahen Wohngebiete Bemerodes kaum Lärmbelästigung erwartet. Zwei Nachteile hat das Gelände: Eine zentrale Trinkwasserleitung der Stadtwerke verläuft unter dem Grundstück, sie muss eventuell verlegt werden. Und die Stadt vermutet, dass eine Versickerung von Regenwasser wegen der alten Bemeroder Hausmülldeponie in der Nähe nicht gut wäre. Sie empfiehlt den Bau eines großen Regenwasserrückhaltebeckens mit 2750 Kubikmetern.

Wann eine Entscheidung erwartet wird, war am Freitag nicht zu erfahren. „Wir hüllen uns in Stillschweigen“, sagt ein Stadtsprecher. Sollte sich die Ansiedlung zerschlagen, werde die Planung für das Gelände aber nicht weiter verfolgt.

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