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Hannoveraner baut Miniatur-Welten

Faszinierendes Hobby Hannoveraner baut Miniatur-Welten

Er liebt Holz in jeder Variation und ließ sich durch einen Bildband über berühme Bibliotheken zu seinem Hobby inspirieren: Der Tiefbauingenieur im Ruhestand, Walter Leipold, baut mit Leidenschaft Miniatur-Szenerien aus Holz – mit außergewöhnlicher Liebe zum Detail.

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Viel zu entdecken: Das hölzerne Inventar und Mobiliar seiner Miniatur-Bibliothek hat Walter Leipold komplett selbst gebaut – auch die 650 winzigen Bücher.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Die Idee stammt aus einem Buch. Genauer gesagt, aus einem Bildband über berühmte Bibliotheken. Den blätterte Walter Leipold eines Abends durch, machte sich ein paar Notizen, zeichnete einige schnelle Entwürfe, und dann stand fest: Er baut sich seine eigene Bibliothek. Mit hochwertigem Mobiliar aus Mahagoni, Nußbaum, Rosen- und Ebenholz, mit einer separaten Studierstube und natürlich mit Regalen voller Bücher. Für das Projekt reichte die Hobbywerkstatt im ersten Stock seines Reihenhauses in Mittelfeld. Denn Leipold macht Großes kleiner. Er bringt die Welt auf den Maßstab 1:12.

Er ist Hobby-Modellbauer und das seit 40 Jahren: Ingenieur a.D. Walter Leipold stellt seine Modelle vor.

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Der Tiefbauingenieur im Ruhestand liebt Holz in jeder Variation, und er liebt es, daraus Szenerien zu erschaffen, die ein winziges Abbild der Wirklichkeit sind. Das Ganze mit dem Wort Modellbau zu umschreiben wäre zu profan. Leipolds Werke vermitteln den Eindruck, er selbst habe sich in eine Miniaturwelt begeben – so aufwendig konzipiert und liebevoll bis ins kleinste Detail gestaltet sind seine Arbeiten. Rund 600 Stunden, schätzt er, hat er an der Bibliothek gesessen. Selbst die 650 Mini-Bücher sind Stück für Stück handgefertigt, 120 der hölzernen Schmöker hat Leipold sogar in Leder oder Leinen eingebunden.

„Das entsteht alles in meinem Kopf“, sagt der 79-Jährige. Er halte sich nicht lange mit Rechnereien und Konstruk­tionsplänen auf. „Mir hilft mein früherer Beruf, ich habe ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen.“ Das muss wohl so sein. Für die Bibliothek im Puppenstubenformat, die vom Stil her an das 19. Jahrhundert erinnert, gibt es kein reales Vorbild. Leipold haben nur die Fotos aus seinem Bildband inspiriert, „und einmal war ich auch mit meiner Enkeltochter in der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar“.

Die inzwischen 20-Jährige war es auch, die vor 14 Jahren den Impuls zu einem ganz anderen Werk gab – heute steht das prächtige Puppenhaus mit vier Etagen und acht Zimmern in Leipolds Küche. Hinter jeder Tür und jedem Fenster gibt es Neues zu entdecken. Alles in ungezählten Stunden in Leipolds Werkstatt entstanden. Da ist das Arbeitszimmer, in dem sich jede der winzigen Schubladen ohne den geringsten Widerstand öffnen lässt. Da steht ein Schrank mit kunstvollen Schnitzereien gleich neben dem passenden Bett. Und die Polstersessel in der guten Stube hat Leipold nicht nur selbst gezimmert, sondern auch mit grün-gemustertem Stoff überzogen. Nur Utensilien wie das Klo im Bad, das Porzellangedeck auf dem Kaffeetisch und den Kronleuchter an der Decke kauft er im Puppenstubenhandel dazu. Die elektrischen Leitungen wiederum hat er selbst verlegt – schließlich soll das Gesamtkunstwerk angemessen beleuchtet sein.

Das Puppenhaus ist Leipolds Meisterstück. Im Laufe von drei Jahrzehnten aber hat er noch viel mehr Mini-Welten erschaffen, darunter diverse Bauernhöfe, zwei Apotheken, einen Modesalon, einen englischen Pub, eine Auto- und eine Motorradwerkstatt oder einen Fischverkauf. Ein Lieblingsobjekt hat er obendrein: Allein 15 Kutschen hat er nachgebaut, etwa eine englische Postkutsche von 1836. „Dafür bin ich extra nach London geflogen und habe sie mir im Museum angesehen.“ Den Großteil seiner Modelle verschenkt der 79-Jährige aus Platzgründen an Freunde und Bekannte oder überlässt sie ihnen als Dauerleihgaben. Auch in den Schaufenstern mancher Läden stellt er ab und zu aus.
Seine Mini-Bibliothek war 2010 für drei Monate in der Leibniz-Bibliothek zu sehen. Inzwischen ist sie einmal im Jahr in einer anderen Bibliothek zu bewundern: Bei der „Nacht der Museen“ zeigt die Stadtbücherei Leipolds Werk stets einem großen Publikum.

Kontakt zu Walter Leipold

Wer Kontakt zu Walter Leipold aufnehmen möchte, erreicht ihn über seine Homepage:  www.modellbau-leipold.de.     

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