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Hannoveraner entscheiden über das Historische Museum

Diskussionslabor Hannoveraner entscheiden über das Historische Museum

Das Historische Museum zieht mit einem Diskussionslabor für einen Tag auf den Mühlenberg. Die Hannoveraner sollen über den Umbau des Historischen Museums entscheiden. 

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Bietet Platz für persönliche Perspektiven des Stadtteils: Das mobile Diskussionslabor.  

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. „Sag mir Deine Meinung!“ „Mach mit!“ Die Imperative auf dem ­T-Shirt von Jan Willem Huntebrinker sind unmissverständlich. Kontakt will er, Kommunikation mit den Mühlenbergern, genau wie die acht Scouts des Historischen Museums, die an diesem Tag im Mühlenberger Zentrum unterwegs sind.

Das historische Museum am Mühlenberg wird umgebaut. Im "Diskussionslabor" sollen die Bürger sich in die Neukonzeption einbringen können. 

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Huntebrinker, von Haus aus Leiter der Abteilung Bildung und Kommunikation im Museum, will an diesem Tag mit seinen Mitstreitern in Hannovers ärmstem Stadtteil herausfinden, welche Ereignisse echte Einschnitte im Leben der hier lebenden Menschen gewesen sind.

Die Befragung ist Teil eines ungewöhnlichen Experiments, welches das eigentlich in der Altstadt angesiedelte Museum in Zeiten des Umbruchs startet. Die mittlerweile 25 Jahre alte Dauerausstellung wird derzeit komplett neu gestaltet. Ein wichtiges Thema der neuen Dauerausstellung, die 2019 fertig sein soll, werden Einschnitte sein; historische Ereignisse wie die napoleonischen Kriege, die Annexion Hannovers durch Preußen oder der Zweite Weltkrieg.

Die Ausstellung solle aber auch die Frage stellen, welche Ereignisse der Gegenwart eine ebensolche Qualität haben, sagt Jan Willem Huntebrinker. Der Terroranschlag des 11. September 2001 auf das World Trade Center könne so ein Datum sein. Aber bei Gegenwartsfragen komme auch der persönliche Erfahrungshorizont jedes einzelnen Bürgers mit ins Spiel.

Um diesen zu erfahren, stehen die Mitarbeiter des Projekts, das unter anderem Kulturveranstalterin Iyabo Kaczmarek konzipiert hat, an diesem Tag auf dem Mühlenberger Markt. „Wir gehen raus aus dem Museum“, sagt Museumsdirektor Thomas Schwark. Man wolle nicht den Blick des klassischen Museumskurators einnehmen, der eine Ausstellung hinter verschlossenen Türen konzipiere: „Das haben wir so noch nie gemacht.“

Geredet, gestritten werden soll mit den Mühlenbergern, genauso wie später mit Menschen am Platz der Weltausstellung (14. September) oder aus Linden am Küchengartenplatz (20. und 21. September). Dass Mühlenberg den Auftakt macht, freut Schwark ebenso wie Bezirksbürgermeister Andreas Markurth: Der Stadtteil, der in den vergangenen Monaten wegen einer Debatte um soziale Brennpunkte häufiger im Blickpunkt der Öffentlichkeit stand, sei einer der jüngsten Hannovers und habe dennoch eine sehr interessante Geschichte, sagt Schwark. So viele Nationen würden vielfältige Geschichten bergen, sagt Markurth: „Es ist schön, dass man sie mal fragt.“

Die Antworten hängen einen Nachmittag lang in einem mobilen Diskussionslabor, das mitten in der Fußgängerzone steht - und fließen später in die neue Dauerausstellung ein. Nachmittags reden ausgewählte Projektteilnehmer, darunter an diesem Tag Insa Becker-Wook vom Stadtkirchenverband und Unternehmer Ricardo Ferrer Rivero, mit Passanten.

Welch breites Spektrum an Diskussionsstoff der Mühlenberg bietet, merkt man schnell, wenn man sich die ersten ausgefüllten Fragebögen anschaut: Eine Skizze von Hochzeitskleidern und -anzügen - unterschrieben mit dem schönen Satz „Liebe ist ein Menschenrecht“ - kann man da sehen. Direkt daneben hängt ein Zettel, auf dem es um Obdachlosigkeit geht. Wegen fehlenden Bafögs sei er auf der Straße gelandet, schreibt da jemand. Und dass die Unterkunft unter anderem wegen rostiger Rohre „ein Drecksloch ist“.

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