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Aus der Stadt Hannoveraner gewinnen bei Jugend forscht
Hannover Aus der Stadt Hannoveraner gewinnen bei Jugend forscht
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00:17 07.07.2015
Licht an: Adrian Muminovic (li.) und Frederic Tausch mit ihrer Lichtidee. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Wenn sich Romeo und Julia in der Balkonszene gegenseitig ihre Liebe gestehen, dann sollten sie in der Premiere genauso gut ausgeleuchtet sein wie in der Generalprobe. Deshalb haben Adrian Muminovic (18) und Frederic Tausch (19) ein System entwickelt, mit dem sich Lichteinstellungen programmieren und speichern lassen. Das umständliche, immer neue Einstellen am Mischpult entfällt. Mit ihrem Theaterlichtmanagement Funky Light sind die beiden Abiturienten von der Schillerschule in diesem Jahr Landessieger bei Jugend forscht geworden.

Sie haben die entsprechende Hard- und Software und eine dazwischen liegende Kommunikationsebene entwickelt. Das System sei sehr einfach zu bedienen, „auch von Lehrern“, wie Frederic Tausch sagt. Oder von technischen Laien. Es lässt sich auch flexibel über einen Laptop steuern, das heißt, der Lehrer kann vorne auf der Bühne stehen bei den Proben und muss nicht die gesamte Zeit am Mischpult sitzen. Es funktioniert über Wlan oder Modem. Wer auf das gute alte Mischpult trotzdem nicht verzichten will, kann über einen Hebel dieses wieder aktivieren. Ganz ohne Lichttechniker werde man bei Schulaufführungen nicht auskommen, sagen die beiden, aber Funky Light erleichtere das Lichtmanagement etwa bei den Proben.

Geld verdienen möchten die beiden jungen Forscher mit ihrer Lichtidee nicht, sie möchten ihre Software lieber als Open Source, also frei zugänglich, im Internet für Schulen und kleine Theatergruppen zur Verfügung stellen. Dass sie bei Jugend forscht so weit vorne landen würden, hätten die beiden Jungen nicht gedacht. „Eigentlich wollten wir nur ein Lichtsystem für unsere Theater entwickeln“, erzählt Adrian. Den Beitrag auch bei Jugend forscht einzureichen, sei dann der Vorschlag ihres Lehrers gewesen. „Als wir den Regionalentscheid gewonnen haben, waren wir schon total überrascht“, sagt Frederic. Schließlich hätten auch die Konkurrenten viele gute Ideen gehabt.

Der 19-Jährige programmiert gern, an der Schillerschule hat er als Siebtklässler die Lego-Mindstorms-Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen und vier Jahre lang geleitet. „Da haben wir kleine niedliche Roboter gebaut.“ Als er mit Adrian Funky Light entwickelt habe, hätten seine Eltern öfters gesagt, er solle mehr fürs Abitur lernen. „Die haben immer nur gesehen, dass ich am Computer sitze. Was ich da tue, konnte ich ihnen nicht so richtig vermitteln.“ Um so überraschter waren die Eltern über den Erfolg der jungen Forscher.

Frederic, der vor zwei Jahren als Ideenexpo-Botschafter unterwegs war, will in Karlsruhe Informatik studieren. Etwas anderes komme für ihn auch nicht infrage, sagt er: „Ich bin wohl das, was man einen Nerd nennt.“ Auch wenn er gar nicht so aussieht, wie man sich einen Computer-Freak gemeinhin vorstellt. Adrian möchte Medienmanagement studieren. Der 18-Jährige, der am Kronsberg wohnt und gerne tanzt („Standard und Latein“), forscht mit seinem Freund Frederic schon länger zusammen. Gemeinsam waren sie in der Schul-Podcast-AG, gemeinsam haben sie Projekte der Landesinitiative N 21 gemacht. Der vor 15 Jahren gegründete Verein will den Einsatz von Multimedia an Schulen fördern.

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