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Diese Hannoveraner sind vom Einreiseverbot betroffen

Trumps Dekret Diese Hannoveraner sind vom Einreiseverbot betroffen

Der Gründer der hannoverschen Hirnklinik Madjid Samii kann wohl einen Kongress in den USA nicht besuchen und auch Staatssekretärin Yasmin Fahimi könnte Probleme haben einzureisen. Das sind nur zwei der zahlreichen Personen, die von dem Dekret von Donald Trump betroffen sind. 

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Staatssekretärin Yasmin Fahimi und Hirnchirurg Prof. Madjid Samii.

Quelle: dpa (HAZ-Montage)

Hannover/Washington. Keine Flüchtlinge aus Syrien, Stopp des Flüchtlingsprogramms, keine Visa für Menschen aus sieben muslimischen Ländern – US-Präsident Donald Trump hat die Bestimmungen für die Einreise in die USA mit einem Dekret extrem verschärft und damit weltweite Proteste ausgelöst. Ein New Yorker Gericht bremste den Einreisestopp in der Nacht zum Sonntag zunächst. Von dem Dekret wären auch Menschen aus Hannover betroffen. 

Prof. Madjid Samii , Gründer der hannoverschen Hirnklinik INI und Neurochirurg mit Weltruf etwa wird infolge des Dekrets einen großen internationalen Kongress in Los Angeles im April – den amerikanischen Jahreskongress der Neurochirurgie – nicht besuchen. Er ist dort als Redner geladen.

Das Dekret schadet seiner Meinung nach den Vereinigten Staaten letztlich selbst. "Es ist ein Verlust für die USA, dass Wissenschaftler wie ich in den kommenden 90 Tagen nicht einreisen dürfen", sagte er der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Es sei auch ein Verlust für seine amerikanischen Schüler und Kollegen, dass diese in dieser Zeit nicht von seinen Erfahrungen profitieren könnten.

Reisen werde er in den kommenden Wochen natürlich trotzdem, etwa  nach Indien, Kolumbien, in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach China. "In diesen Kongressen treffe ich viele internationale Kollegen. Es muss nicht in den USA sein", ergänzte der Neurochirurg.

Madjid Samii ist Weltehrenpräsident seines Faches in der World Federation of Neurosurgical Societies. "Deshalb möchte ich als solcher über allen tagespolitischen Dingen nicht Stellung nehmen. Als Welt-Präsident habe ich mich bemüht, mich von Tagespolitik der einzelnen Länder fernzuhalten, um friedliche Beziehungen der Wissenschaftler nicht davon abhängig zu machen", sagt der Neurochirurg.

Einreise-Probleme auch für Politiker    

Auch Yasmin Fahimi , Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium, ist möglicherweise ebenfalls von dem Dekret betroffen. "Ob ich selber unter diesen Umständen in die USA reisen kann und will, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden", sagte sie gegenüber der HAZ. "Ich finde es eine Tragödie, dass die mächtigste Demokratie der Welt Menschen aufgrund ihrer Herkunft zu unerwünschten Personen erklärt. Es ist bei einer neuen Regierung üblich, auf Staatssekretärsebene Kontakte zu knüpfen. Ob das unter diesen Bedingungen Sinn macht, werden wir sehen müssen", so Fahimi.

Auch andere Politiker trifft das Einreiseverbot, so zum Beispiel der Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour. Der Außenpolitiker der Grünen aus Frankfurt am Main besitzt neben dem deutschen auch einen iranischen Pass, den Teheran nicht zurücknehme, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Der Iran ist ebenfalls von dem neuen Bann der USA betroffen. "Wenn Trump bei seinem Dekret bleibt, gehe ich davon aus, dass ich nicht mehr in die USA einreisen kann", erklärte Nouripour.

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Kaum im Amt, verhängt US-Präsident Trump im Anti-Terror-Kampf weitreichende Einreisebeschränkungen. Kurz darauf werden Muslime an Flughäfen gestoppt. Die Empörungswelle ist riesig. Überall in den USA kommt es zu Protesten gegen das Dekret.

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Wen das Trump-Dekret noch trifft:

Auch in vielen anderen Bevölkerungsgruppen hat Trumps Dekret für große Verunsicherung gesorgt. Sorgen machen sich unter anderem auch viele Menschen, die in den USA arbeiten oder dort studieren. An vielen Flughäfen außerhalb der Vereinigten Staaten hat das Einreiseverbot am Wochenende zu Zurückweisungen geführt. 

Zudem bangt die Oscar-Akademie um die Teilnahme des iranischen Filmemachers Asghar Farhadi an der Preisverleihung. Und in der National Basketball League (NBA) sind die Sorgen groß, dass auch Basketballspieler betroffen sein könnten. Der Luftfahrtverband IATA befürchtet zudem Auswirkungen auf die Zusammensetzung von Crews im internationalen Flugverkehr.

90-tägiger Einreisestopp

Trump hatte einen 90-tägigen Einreisestopp für Menschen aus Syrien, dem Iran, dem Irak, dem Sudan, Somalia, Libyen und dem Jemen verhängt. Flüchtlinge aus aller Welt sind für 120 Tage ausgesperrt, jene aus Syrien sogar auf unbestimmte Zeit. Der Erlass stieß in den USA und weltweit auf scharfe Kritik. Gegner der Maßnahme führen an, dass Muslime damit unter Generalverdacht gestellt werden. Ein New Yorker Gericht bremste den Einreisestopp in der Nacht zum Sonntag. Der Gerichtsentscheid legt nahe, dass der Erlass gegen die US-Verfassung verstößt.

jr/ran/ewo/dpa

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