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16:51 22.04.2014
Jungautorin Pape sieht die Gründe ihrer Magersucht auch in dem von „GNTM“ vermittelten Frauenbild.  Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Als Laura Pape „Germany’s Next Topmodel“ das erste Mal sah, war sie zwölf Jahre alt und begeistert von den Models, die „so toll“, „so perfekt“ aussahen. Irgendwann, ein paar Jahre später, wollte auch Laura aussehen wie ihre Vorbilder. Sie machte eine Diät, dann noch eine und noch eine. Aus der Diät wurde eine Magersucht. Die Garbsenerin hungerte sich von 68 auf 47 Kilo herunter. Jetzt macht Pape gegen die Show von Heidi Klum mobil. Mehr als 16 000 Unterschriften hat sie über eine Onlineplattform gesammelt. Ihre Forderung: Heidi Klum soll in ihrer Show über das Thema Essstörung aufklären.

Zehn Staffeln, zehn Models, zehn Karrieren? Nicht alle, die bei "Germany's Next Topmodel" mitgemacht haben, arbeiten nun wirklich erfolgreich im Modebusiness. Manch eine Siegerin hat sich eine andere Nische gesucht.

Laura Pape war 17 Jahre alt, als die Gedanken an Essen begannen, ihr Leben zu dominieren. „Morgens überlegte ich mir als Erstes, ob ich frühstücken will oder nicht“, sagt sie. „Wenn ich etwas aß, habe ich es vorher abgewogen und Kalorien gezählt.“ An manchen Tagen verzichtete Pape aufs Essen, manchmal aß sie nur ein paar Äpfel, eine Möhre, einen Kohlrabi.

Bald machte die Magersucht ein normales Leben nicht mehr möglich. Ständig hatte sie Kreislauf- und Konzentrationsstörungen. Fast zwei Jahre lang blieb ihre Menstruation aus. Pape entfernte sich von ihren Freunden, oft saß sie allein zu Hause in ihrem Zimmer und weinte. Als ihr Leben nur noch aus Essen, Abnehmen, Wiegen und Kalorienzählen bestand, schickte ihre Mutter sie in eine Klinik. Der Schalter in ihrem Kopf, der die Magersucht beenden sollte, legte sich aber erst später um.

„,Germany’s Next Topmodel‘ war nicht der Grund, aber vielleicht ein Auslöser für meine Krankheit“, sagt Pape. „Die Sendung ist nicht ungefährlich. Sie beeinflusst, wie junge Frauen ihren Körper wahrnehmen.“ Die Garbsenerin hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Frauen aufzuklären, auch darüber, dass die von Klum geforderten Modelmaße nicht der Realität entsprechen. Unzählige Interviews hat Pape gegeben, sie ist in Fernsehshows aufgetreten und hat an Podiumsdiskussionen teilgenommen. „Ich will Betroffenen Mut machen und zeigen, dass man eine Essstörung auch überwinden kann“, sagt sie.

Ihre Petition auf Change.org, einer Onlineplattform mit zwei Millionen deutschen Nutzern, hat mittlerweile den ersten Erfolg erzielt. Auf der PRO7-Seite „Sieben Tipps für deine Modelkarriere“ hat der Sender einen Link installiert, der zu einer Präventionsseite des Bundesministeriums für Gesundheit führt. „Ich finde es toll, dass PRO7 reagiert hat. Der Hinweis ist allerdings sehr versteckt. Ich hätte mir gewünscht, dass Heidi Klum das Thema in ihrer Sendung thematisiert.“ 
Laura Pape ist mittlerweile 20 Jahre alt. Ihre Krankheit, sagt sie, hat sie hinter sich gelassen. Pape macht ihre Ausbildung bei der Mediengruppe Madsack, und vor einigen Monaten hat sie ihre Geschichte aufgeschrieben. „Lebenshungrig – Mein Weg aus der Magersucht“ heißt das Buch, das bei Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen ist.

Für Laura Pape hat mit dem Ende der Magersucht ein neues Leben begonnen: „Ich kann endlich frei und unbeschwert in den Tag hineinleben, ohne ständig über Essen nachdenken zu müssen“, sagt sie. 

Von Stefanie Nickel

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