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„Höhepunkt des Sanierungsprogramms“

Hannovers 63-Millionen-Euro-Schule in Mühlenberg

Von Bärbel Hilbig

Die wohl größte Schule Niedersachsens wird nach nicht einmal 40 Jahren abgerissen und neu gebaut. Am Freitag hat Oberbürgermeister Stephan Weil die Ergebnisse der Planung für die neue Integrierte Gesamtschule Mühlenberg vorgestellt. 63 Millionen Euro soll das Projekt inzwischen kosten – Weil sprach am Montag abwechselnd vom „Höhepunkt des Schulsanierungsprogramms“ und von „der schwierigsten Aufgabe“.
Bisher nur ein Modell: Michael Bax, Stephan Weil, Dieter Cordes und Architekt Helmut Dasch präsentierten gestern die Neubaupläne für die Integrierte Gesamtschule Mühlenberg.

Bisher nur ein Modell: Michael Bax, Stephan Weil, Dieter Cordes und Architekt Helmut Dasch präsentierten gestern die Neubaupläne für die Integrierte Gesamtschule Mühlenberg.

© Martin Steiner

Hannover. Insgesamt geht es um 250 Räume für 1850 Schüler und 170 Lehrer. „Es ist das größte und teuerste Einzelvorhaben, das wir auf Sicht haben. Wir fühlen uns der Schule verpflichtet“, sagt Weil.

Überraschend gibt die Stadt nicht dem Sieger des Architektenwettbewerbs von 2010, dem Berliner Büro Staab, den Zuschlag, sondern dem zweitplatzierten Büro Dasch, Zürn, von Scholley aus Stuttgart. Deren Entwurf gilt als kostengünstiger – auch deshalb, weil während der Bauzeit kein Komplettumzug aller Schüler gleichzeitig nötig ist. Trotzdem gibt es jetzt, nach der konkreteren Planung, deutlich gestiegene Kostenannahmen. Vor einem Jahr war nach dem Planerwettstreit noch von 55 Millionen Euro für Abriss und Neubau die Rede. Der Zahl hätten noch keine exakten Berechnungen zugrunde gelegen, hieß es gestern. Die Verteuerung um acht Millionen Euro habe mit dem gestiegenen Baukostenindex, einer Ausweitung von Flächen und der Aufnahme weiterer öffentlicher Einrichtungen in den Neubau zu tun, etwa dem Kommunalen Sozialdienst oder der Familienberatung.

Das alte Schulgebäude, ein Betonbau von 1973 am Mühlenberger Markt, ist stark sanierungsbedürftig. Die Planer von Dasch, Zürn, von Scholley aus Stuttgart wollen dem bisherigen „Tanker“ ein neues Konzept entgegensetzen. Die IGS soll künftig aus sechs mit Gängen verbundenen Gebäuden mit 27 000 Quadratmetern Nutzfläche bestehen, die sich um den Pausenhof wie um einen Campus legen. Dabei liegen die vier „Schulhäuser“ mit Unterrichtsräumen in einer Flucht. Dort wird jeder Jahrgang eine eigene Etage bekommen, auf der außerhalb der Klassenzimmer auch Platz für Gruppenarbeit bleibt „Die Schüler können sich so auf ihren Jahrgang beziehen und spüren nicht, dass sie in einer Riesenschule sind“, sagt Architekt Helmut Dasch. Schulleiter Michael Bax spricht von einem großen Vorteil. „Die Schüler können sich mit ihrem Bereich identifizieren und pflegen ihn dann auch.“ Von den Kunst- und Naturwissenschaftsräumen im Erdgeschoss soll es möglich sein, den Unterricht leicht ins Grüne zu verlagern. Ein weiteres Haus nimmt Sporthallen und Mensa auf. Am Mühlenberger Markt entsteht das sechste Gebäude mit Aula, Stadtbibliothek, Freizeit- und Jugendzentrum sowie weiteren Einrichtungen.

Als Bauherr und späterer Eigentümer tritt die städtische Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBH) an. Sie vermietet das Gebäude für 30 Jahre an die Stadt und refinanziert damit die Kosten. „Die Stadt zahlt nicht mehr, als es sie sonst über die Aufnahme eigener Kredite gekostet hätte“, sagt GBH-Geschäftsführer Dieter Cordes. Die Pläne werden nun dem Rat vorgestellt, der über das Projekt entscheidet. Die Grünen haben sich gestern bereits positiv geäußert.

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