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Hannovers Ärzte legen Pharmasponsoring offen

Transparenzprojekt Hannovers Ärzte legen Pharmasponsoring offen

Mehr als 70.000 Euro haben Ärzte einer Gemeinschaftspraxis in der Georgstraße von der Pharmaindustrie kassiert, 2000 Euro sind es bei einer Apotheke in der Südstadt, mehrere Tausend Euro beim Regionsklinikum: Erstmalig kann man im Internet detailliert sehen, welche medizinische Einrichtung im vergangenen Jahr wie viel Geld von der Pharmaindustrie erhalten hat.

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Quelle: Screenshot

Hannover. Der Essener Rechercheverbund Correctiv hat Daten der Pharmabranche auf einer Straßenkarte aufbereitet. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen warnt man aber vor übertriebenen Erwartungen: „Es sind nur Daten von Ärzten, die der Veröffentlichung zugestimmt haben - die werden sich sicherlich nichts vorzuwerfen haben“, betont Sprecher Uwe Köster. Umgekehrt lässt sich vielleicht sagen: Interessant ist, wer nicht auf der Liste steht.

575 Millionen Euro Sponsorengeld, Reisekostenerstattung und andere Unterstützungen hat Deutschlands Pharmaindustrie im vergangenen Jahr ausgeschüttet. Bei so viel Geld liegt die Vermutung nahe, dass nicht alles selbstlos ausgegeben wurde - die Branche gilt als Beispiel für energische und spendable Lobbyarbeit. Die jetzt erstmals offengelegten Daten zeigen allerdings, dass es nicht immer um Riesensummen geht. Eine Ärztin in der Bödekerstraße hat 194,71 Euro für Reisekosten erhalten, eine Praxis am Vahrenwalder Platz 250 Euro, ein Arzt aus der Schlägerstraße 331,50 Euro.

Vierstellig ist die Summe bei der Marienapotheke in der Südstadt. Apothekerin Gisela Sperling kann erklären, warum sie Sponsorengeld von der Pharmabranche nimmt. „Wir machen seit gut zwölf Jahren jeden Herbst drei Veranstaltungen für MS-Patienten“, sagt sie. Anfangs habe sie die Referentenhonorare und Raummieten selbst finanziert. „Damals haben Apotheken noch viel verdient an Hochpreis-Medikamenten - aber das ist vorbei.“ Deshalb frage sie nun regelmäßig Pharmaunternehmen an, ob sie die Veranstaltungen unterstützen. „Die Patienten profitieren, und ich setze auf Transparenz und veröffentliche alle Sponsorennamen.“

Andere Einrichtungen lassen sich etwa Mitarbeiterfortbildungen von Pharmafirmen bezahlen. Auch das Regionsklinikum hat etliche Tausend Euro erhalten. Sprecher Bernhard Koch betont: „Es gibt klare Regeln für die Annahme von Drittmitteln und Sponsoring“. Wer im Klinikum Geld von der Pharmabranche kassiere, müsse dies offenlegen.

Aus der Gemeinschaftspraxis in der Georgstraße mit den hohen Sponsoringeinnahmen gab es keine Stellungnahme, weil Ärzte im Urlaub sind. Auf der Liste stehen aber etwa auch die Gesellschaft New Concept Oncology, eine Ärzteberatung, die gut 35.000 Euro erhalten hat, der Qualitätsverbund der Augenchirurgen mit 6000 Euro Einnahmen und die Apothekerkammer. Sie kassierte 50 Euro.

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