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Aus der Stadt Hier proben Hannovers Bahn-Techniker den Ernstfall
Hannover Aus der Stadt Hier proben Hannovers Bahn-Techniker den Ernstfall
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02:15 13.07.2017
Von Conrad von Meding
Geschütztes Bauwerk: Der Ringlokschuppen Stadtstraße. Quelle: Villegas
Hannover

Wie retten Bahn-Mitarbeiter ihre Kollegen, wenn sie auf Signalbrücken oder Leitungsmasten einen Herzanfall bekommen oder aus anderen Gründen Hilfe brauchen? Zwei hannoversche Ausbilder haben eine bundesweit einmalige Konstruktion geschaffen: einen Trainingsmast, an dem sich nahezu alle denkbaren Notfalleinsätze simulieren lassen. Hier wird jetzt das gesamte technische Personal geschult. Auch wenn es derzeit Ärger mit dem Denkmalschutz gibt, weil die Stahlkonstruktion genau vor dem geschützten Ringlokschuppen Bult steht: „Es ist eine tolle Eigeninitiative des Teams“, sagt Betriebsleiter Timo Eschtruth. „Wir haben in Hannover eine Ausbildungsvoraussetzung geschaffen, die vorbildlich ist.“

Übungen sind seit 2016 Pflicht

Etwa 1000 Mitarbeiter gehören zum hannoverschen Bahn-Arbeitsbereich Produktionsdurchführung: Sie kümmern sich um die Instandhaltung und Reparatur der Bahnstrecken im mittleren Niedersachsen und damit auch um alle Masten. Seit 2016 sind für sie Notfallübungen vorgeschrieben. „Wenn auf einer der Anlagen ein Unfall passiert, haben die Kollegen maximal 15 Minuten Zeit für wirksame Hilfe“, sagt Thomas Jagemann, Azubi-Fachkoordinator für die Themen Steigen und Retten. „Gerade in ländlichen Gebieten können wir aber nicht auf die Feuerwehr warten, sondern die Kollegen müssen schnell helfen können.“

Auf der Spezialkonstruktion findet ab sofort das Höhentraining für den Ernstfall statt.

Spezialkonstruktion

Gemeinsam mit Nachwuchskräfte-Gesamtkoordinatorin Katrin Altmann hat er daher einen Standort für eine Trainingsstelle gesucht und einen speziellen Mast konstruiert: An einem klassischen, 18 Meter hohen Oberleitungsmast haben sie zwei Plattformen schweißen lassen, „an denen wir sechs von sieben geforderten Qualifizierungsmaßnahmen durchführen können“, wie Altmann betont. Sogar eine Übung zum Retten Verunglückter aus Schächten ist möglich, dank einer Klappe in der oberen Plattform, durch die sich jemand abseilen kann.

Maximal acht Personen dürfen gleichzeitig auf der Anlage am alten Ringlokschuppen Bult trainieren - der hannoversche Prüfstatiker hat dazu extra angewiesen, dass die Gitterroste noch mal verstärkt werden mussten. „Ganz schön hoch“, sagt Elektrotechnik-Azubi Thiemo Labitzke, als er sich von seinen Kollegen Marcel Nessit und Anton Kanin abseilen lässt. „Aber in diesem Beruf muss man ohnehin schwindelfrei sein.“

Denkmalschutz prüft, ob ein Verstoß vorliegt

Die neue Hochrettungs-Trainingsanlage der Bahn hat zwar eine Baugenehmigung vom Eisenbahnbundesamt erhalten - die Denkmalschutzbehörde aber hat niemand gefragt. Das wäre wegen des benachbarten Ringlokschuppens nötig gewesen: Die um 1895 errichtete Anlage gilt als Industriedenkmal. Deren Erscheinungsbild darf nicht durch Neubauten in unmittelbarer Nachbarschaft beeinträchtigt werden.
Hannovers Denkmalschutzbehörde ist nach Angaben von Stadtsprecher Dennis Dix jetzt aktiv geworden. Die Behörde stehe „im Kontakt mit dem für Genehmigungsverfahren im vorliegenden Fall zuständigen Eisenbahnbundesamt“. Die Initiatoren des Trainingssystems sind sich keiner Schuld bewusst: Man habe die Stadt informiert - allerdings nur über notwendige Baumfällungen. Der Standort sei optimal: „Wir wollen die Schulungen stadtnah und zentral in Niedersachsen anbieten“, sagt Nachwuchskräfte-Gesamtkoordinatorin Katrin Altmann. Die Freifläche am Ringlokschuppen in der Stadtstraße nebst dem leer stehenden Haus, das sich für Schulungen umbauen ließ, sei „ein Glücksfall“ gewesen. Das Team hoffe, dass die Behörde einen Kompromiss fänden, damit die Anlage nicht abgebaut werden muss. „Immerhin ist es ja eine bahntypische Nutzung, die wir jetzt am Bahndenkmal anbieten“, sagt Betriebsleiter Timo Eschtruth. med

Von der Schlaf- zur Schulungsstätte

Nach den ersten Testwochen am neuen Trainingsmast wurden bereits vier neue Rettungsverfahren entwickelt, unter anderem für die Rettung von Bahnbrücken. In dem kleinen Nebengebäude, in dem früher Lokführer übernachteten, werden nach langem Leerstand jetzt Schulungen und Workshops für Azubis, aber auch für Ingenieure und andere Techniker angeboten. Ausgebaut und renoviert wurde es überwiegend von den Azubis. „Das Gelände wird so nun endlich wieder genutzt“, sagt Betriebsleiter Eschtruth.

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