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Mehr Platz zum Arbeiten

Hannovers Immobilien boomen Mehr Platz zum Arbeiten

Allein im vergangenen Jahr sind in Hannover Gebäude für mehr als 2 Milliarden Euro neu entstanden oder weiterverkauft worden. Kein Wunder: Die Bevölkerung wächst jedes Jahr um rund 5000 Menschen, und sie brauchen nicht nur Wohnraum, sondern auch Flächen zum Arbeiten. 

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An der Ecke von Kopernikusstraße und Weidendamm entsteht derzeit ein Experimentier- und Bürozentrum mit mehr als 2000 Quadratmetern Fläche.  

Hannover. Wie viel ist Hannover wert? 63 Milliarden Euro lautet die fiskalisch korrekte Antwort, immerhin rund 30 Prozent mehr als 2002 – da waren noch 50 Milliarden Euro errechnet worden. Einen beträchtlichen Anteil davon machen die Immobilien aus. Allein im vergangenen Jahr sind in Hannover Gebäude für mehr als 2 Milliarden Euro neu entstanden oder weiterverkauft worden. Kein Wunder: Die Bevölkerung wächst jedes Jahr um rund 5000 Menschen, und sie brauchen nicht nur Wohnraum, sondern auch Flächen zum Arbeiten. Seit 2010 ist allein die Zahl der Büroarbeitsplätze um 14 000 auf etwa 170 000 gestiegen – was wiederum Neubauten bei Büroimmobilien nötig macht. „Beim Gesamtumsatz der Immobilien ist Hannover inzwischen doppelt so stark wie Bremen“, sagte Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region, gestern bei der Vorstellung des Immobilienmarktberichts.

„Hannover ist eine der prosperierenden deutschen Städte“

„Hannover ist eine der prosperierenden deutschen Städte“, sagt Andreas Schulten von der Beratungsfirma Bulwien-Gesa, die seit 13 Jahren den Immobilienmarkt für die hannoversche Branche analysiert. Hannover sei sowohl eine „typische Schwarmstadt, in die es junge Leute für Studium und Ausbildung zieht“, zusätzlich funktioniere der Arbeitsmarkt, wie der Zuwachs an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen zeige. Den Aufstieg in die Riege der sieben deutschen A-Städte – Hamburg, München, Berlin, Köln, Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart – habe Hannover zwar nicht bewältigt. „Aber unter den 15 B-Städten wie Bremen, Dortmund, Nürnberg oder Karlsruhe ist Hannover mit Abstand die Königsklasse und hat sich in den vergangenen Jahren am stabilsten weiterentwickelt“, sagt Schulten.

Motor der Entwicklung am Immobilienmarkt ist derzeit die Wohnungsbranche – nach mehreren Jahren der Schwäche. 1,64 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr allein in diesem Segment umgesetzt, weil Wohnhäuser neu gebaut oder verkauft wurden. Die Nachfrage ist trotzdem größer als das Angebot – im nächsten Monat beginnt das Universitätssemester, auf der Warteliste des Studentenwerks stehen 1600 Studierende ohne Bleibe. Auch die Unterbringung der Flüchtlinge stellt die Städte vor große Aufgaben. Obwohl die Spitzenkaltmieten in Neubauten inzwischen bei 14,50 Euro pro Quadratmeter angekommen sind, habe es „keine Preisexplosion bei den Mieten“ gegeben, betont die hannoversche Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette. Der regelmäßig erhobene Mietspiegel weise für durchschnittliche Wohnlagen einen moderaten Preisanstieg der Kaltmiete um 2,5 Prozent oder 15 Cent pro Quadratmeter auf durchschnittlich 6,17 Euro aus. Der Mietspiegel allerdings gilt für die Betrachtung aller Mietverträge, auch der ganz alten – wer derzeit einen neuen Mietvertrag abschließen muss, macht meist ganz andere Erfahrungen.

Büromarkt

Insgesamt 117.000 Quadratmeter Bürofläche wurden 2014 neu gebaut oder verkauft. Das ist etwas weniger als im langjährigen Mittel (130 000 Quadratmeter), aber mehr als 2013 (plus 11,5 Prozent). Der Leerstand – 5,7 Prozent – ist deutlich geringer als in den großen Metropolen. Größtes Projekt für die nächste Zeit ist der erhoffte Neubau des Essener Unternehmens Kölbl Kruse auf dem alten ZOB-Gelände: Derzeit läuft der Architektenwettbewerb, Kölbl Kruse will eine neue Zentrale für die Deutsche Bahn bauen.

Kultur und Kongresse

Zur Qualität des Standorts tragen auch die Investitionen der öffentlichen Hand in Kultur-, Kongress- und Sportimmobilien bei, wie Tegtmeyer-Dette hervorhebt. Das Sprengel-Museum am Maschsee hat endlich seinen lang erwarteten Anbau (Eröffnung am Freitag), der Kongressstandort wurde mit dem Bau der multifunktionalen Messehalle 19/20 gestärkt, der größte Klassikkonzertsaal Deutschlands im Kongresszentrum erhält für 7 Millionen Euro eine akustische und optische Frischekur, Hans-Joachim Flebbe hat mit einem Geschäftspartner rund 9 Millionen Euro in das neue Astor-Kino investiert, und Hannover 96 steckt rund 25 Millionen Euro in die Erneuerung des Nachwuchsleistungszentrums im Zooviertel und in das Breitensportzentrum an der Stammestraße.

Hotelmarkt

Seit der Expo hat die Zahl der Hotelbetten um rund 2000 auf 13.500 zugenommen – trotzdem gibt es ein ungebrochenes Interesse von Investoren am Standort Hannover. Kein Wunder: Die Zahl der Übernachtungen hat sich von 1,24 Millionen (2001) auf 2,08 Millionen (2014) gesteigert. Für das sanierungsbedürftige Maritim Grand Hotel am Friedrichswall (280 Zimmer) hat sich gerade ein potenter Investor gefunden. Zwei neue Hotels entstehen außerdem: An der Hamburger Allee gegenüber der Einmündung Vahrenwalder Straße hat gestern der Abriss für das neue Star Inn mit 179 Betten begonnen. Gegenüber im Prizeotel ist man schon weiter: Dort wurden gestern die großen Fernsehschirme montiert.

Spitzenmieten steigen deutlich

Spitzenmieten steigen deutlich

Wer in Hannover hochwertige Wohnungen mieten will, muss immer mehr bezahlen. Die Spitzenmieten werden sich der Prognose von Bulwien-Gesa zufolge in diesem Jahr noch einmal um etwa 1 Euro pro Quadratmeter auf 14,50 Euro (plus 7,4 Prozent) erhöhen. Auch bei Wiedervermietungen hochwertiger Wohnungen geht es spürbar aufwärts. Um 50 Cent (plus 5 Prozent) sollen die Mieten in diesem Jahr auf 10,50 Euro klettern. Auch die Durchschnittswerte sind laut Mietspiegel (große Wohnungen im Bestand oder Neubau nach 1995, gute Wohnlagen) innerhalb weniger Jahre um 13 Prozent auf rund 9,10 Euro gestiegen.

Bei den Kaufpreisen gibt es eine ähnliche Entwicklung. Für ein freistehendes Einfamilienhaus im Stadtgebiet stieg der durchschnittliche Preis um 8,1 Prozent auf 299 000 Euro. Bei Eigentumswohnungen stiegen die Durchschnittswerte je nach Baualter und Lage auf 1875 bis 3540 Euro pro Quadratmeter. Bei hochwertigen Neubau-Eigentumswohnungen kletterten die Preise im Durchschnitt um 6,3 Prozent auf 3400 Euro pro Quadratmeter, vereinzelt sogar auf 4700 Euro pro Quadratmeter.

Quelle: haz
Bei den Logistikflächen lahmt es

Bei den Logistikflächen lahmt es

Hohe Nachfrage – aber 30 Prozent Umsatzeinbruch verzeichnet die Region im Bereich der Logistikimmobilien und -grundstücke. „Es gab viele Anfragen in den letzten Jahren, und ich kam mir zum Teil lächerlich vor, weil ich nichts anbieten konnte“, sagt Regionsdezernent Ulf-Birger Franz. Die Flächenvorräte der Region sind nach starken Jahren erschöpft. Jetzt geht es im Bereich Barsinghausen, Wunstorf und Laatzen mit neuen Flächen voran, verspricht Franz. Besonders wichtig sei das deshalb, weil im Logistikbereich Arbeitsplätze auch für Geringqualifizierte angeboten werden, die regionsweit dringend benötigt werden. In Wunstorf, wo die Logistikflächen auch Bahn- und Hafenanschluss haben, organisieren Region und Sparkasse derzeit eine Entwicklungsgesellschaft. In Laatzen-Ost sei „in Kürze der Durchbruch bei Verhandlungen zu erwarten“, sagt Franz.

Quelle: Kutter

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