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Eltern zahlen 150 Euro für Schulbedarf

Teures Zubehör Eltern zahlen 150 Euro für Schulbedarf

Eltern müssen im Schnitt pro Schuljahr rund 150 Euro pro Kind für Arbeitshefte, Tuschkasten, Kopiergeld, Stifte, Taschenrechner und anderen Schulbedarf zahlen, Leihgebühren für Lehrbücher nicht eingerechnet. Besonders teuer ist das 1. Schuljahr und dert Wechsel auf die weiterführende Schule in der 5. Klasse.

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Etwa 150 Euro geben Eltern im Schnitt für Lehrmittel, Stifte und anderen Schulbedarf aus.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Hannover. Hier entstehen Kosten zwischen 300 und 350 Euro; auch in anderen Jahrgängen zwischen Klasse fünf und zehn sind es oft mehr als 200 Euro. Das hat das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in einer Studie ermittelt.
Das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes, wonach ärmere Familien 100 Euro pro Schulkind im Jahr bekommen, sei also bei Weitem nicht ausreichend, sagte Prof. Gerhard Wegner, Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts, bei der Vorstellung der Studie am Montag in Hannover. In puncto Bildung herrsche in Deutschland noch das mittelalterliche Prinzip der Ständegesellschaft. In Auftrag gegeben hatten die Untersuchung zum Schulbedarf das Diakonische Werk der evangelischern Kirchen in Niedersachsen und EKD. Ein erstes Zwischenergebnis war bereits im September 2015 vorgestellt worden.
Nicht nur für einkommensschwache Familien und Flüchtlinge seien die hohen Kosten für den Schulbedarf ein Problem, betonte Kerstin Gäfgen-Track, Leiterin der Bildungsabteilung der Landeskirche Hannover, sondern zunehmend auch für Eltern mit einem normalen mittleren Einkommen. Schulen wüssten oft gar nicht, wie teuer das Material sei, das sie von den Eltern verlangten. Um die Pädagogen für dieses Thema zu sensibilisieren, will die Kirche allen rund 3000 allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen die Studie schicken. Vielleicht würden die Materiallisten fürs kommende Schuljahr noch mal überdacht, sagte Gäfgen-Track.
Viele Schulen würden die Listen erstellen, wenn noch gar nicht klar sei, welche Lehrer die Klasse am Ende unterrichten, sagte Andreas Mayert vom Sozialwissenschaftlichen Institut. So würden zum Teil Arbeitshefte angeschafft, die die Kinder dann gar nicht benutzten. „Das ärgert Eltern.“ Mitunter gebe es auch Empfehlungen für teure Marken, etwa bei Tuschkästen.
„Wir brauchen eine Erhöhung der Mittel aus dem Bildungspaket auf mindestens 150 Euro und noch mehr in bestimmten Jahrgängen“, sagte Cornelius Hahn vom Diakonischen Werk. Das Geld sollte nicht zu Beginn des Schuljahres, sondern schon kurz vor den Sommerferien ausgezahlt werden, damit die Eltern Sonderangebote nutzen könnten.

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