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Aus der Stadt Hannovers Geschichte auf 200 Seiten zusammengefasst
Hannover Aus der Stadt Hannovers Geschichte auf 200 Seiten zusammengefasst
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06:15 26.10.2012
Von Thorsten Fuchs
Waldemar Röhrbein hat eine kleine Stadtgeschichte der Landeshauptstadt geschrieben. Quelle: Kleinschmidt
Hannover

Die Aufgabe klingt harmlos, ganz einfach eigentlich. Schließlich hat Waldemar Röhrbein schon ganz anderes bewältigt. Die zweibändige Stadtgeschichte, das Stadtlexikon, das biografische Lexikon: An all den voluminösen Standardwerken zur hannoverschen Geschichte hat der frühere Leiter des Museums am Hohen Ufer mitgeschrieben. Kaum jemand kennt die Historie der Stadt so gut wie er. Da schien die Bitte des Verlags Friedrich Pustet wirklich überschaubar: Um eine kleine Stadtgeschichte bat man ihn, etwa 200 Seiten, bitte alles drin.

Ganz einfach? Waldemar Röhrbein atmet schwer hörbar aus. „Das war unendlich schwierig, etwas so kurz und knapp zu schreiben.“

Nein, der 77-Jährige hat es sich nicht leicht gemacht. Über mehrere Jahre hinweg hat er, zuletzt zurückgeworfen durch Krankheit, noch einmal recherchiert, geschrieben, gestrichen und wieder neu geschrieben. Noch kürzer, noch prägnanter. Entstanden ist ein Buch, das Röhrbeins Nachfolger im Historischen Museum, Prof. Thomas Schwark, bei der Präsentation gestern euphorisch begrüßte. Es sei handhabbar, gut zu lesen und durch und durch fundiert. „Dieses Buch wird zu den ,Must-Haves‘ in den Handbibliotheken der Hannoveraner gehören“, prophezeit Schwark, also zu den absolut notwendigen Bänden. Nach einer ersten Lektüre am Tag des Erscheinens kann man nur sagen: Der Mann hat ganz recht. So kompakt, verständlich und seriös wird man die hannoversche Geschichte sonst nirgends finden.

Röhrbein hat die Stadthistorie in zehn Kapitel unterteilt, von den Anfängen im 13. Jahrhundert fast bis zur Gegenwart - selbst der Wiederaufbau des Schlosses, für den sich Röhrbein früh engagiert hatte, ist als aktuellstes Datum noch erwähnt. Röhrbein vermeidet dabei den Fehler, den Autoren bei solchen chronologischen Darstellungen leicht begehen: Die Anfangszeit in den ersten Kapiteln so breit zu schildern, dass für die Zeitgeschichte kaum noch Raum bleibt. Den größten Abschnitt widmet Röhrbein der Nachkriegszeit, auch „Hannover unterm Hakenkreuz“ und die Zerstörung der Stadt bei den Luftangriffen 1943 schildert er ausführlich in eigenen Kapiteln.

Besucher wie Bewohner hat der auf Geschichtliches spezialisierte Regensburger Verlag als Zielgruppe im Sinn. Wobei Letztere den Band dank eines aufwendigen Registers nicht nur als Lesebuch, sondern auch als Nachschlagewerk nutzen können. Vieles von dem, worüber er schreibt, hat Röhrbein selbst erlebt: Er wurde 1935 in Hannover geboren und hat die meiste Zeit hier gelebt. Er ist jedoch viel zu sehr Wissenschaftler, als dass er Persönliches in seine Darstellung mischen würde. Nur manchmal gönnt er sich eine kleine Wertung. So sei die hannoversche Geschichte reich an Superlativen, schreibt Röhrbein, „die sie wie andere Vorzüge lange Zeit hindurch viel zu schlecht verkauft hat“. Ohne den Lokalpatriotismus, der in solchen Zeilen durchscheint, hätte er dieses Vorhaben wahrscheinlich auch nicht auf sich genommen.

Waldemar Röhrbein: Kleine Stadtgeschichte Hannovers. 192 Seiten, 43 Abbildungen. Verlag Friedrich Pustet, 12,95 Euro (ISBN 978-3-7917-2311-2).

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