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Sieger von Start-up-Impuls ausgezeichnet

Hannovers Gründungswettbewerb Sieger von Start-up-Impuls ausgezeichnet

Hannovers Gründerwettbewerb Start-up-Impuls erfreut sich guter Resonanz und bringt spannende Konzepte hervor. Am Mittwochabend wurden die Sieger des diesjährigen Wettbewerbs der Sparkasse und der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Hannoverimpuls ausgezeichnet. Insgesamt schütten beide 80.000 Euro Preisgelder in vier Kategorien aus.

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Gute Aussichten: Der neue Hannoverimpuls-Geschäftsführer Adolf Kopp hatte eine angenehme Aufgabe - er übergab die Preise. Fotos: Schaarschmidt (5)

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Nervenheilung mit Spinnenseide, eine mobile Werkzeugmaschine, optimierte Kühlanlagen, Wasserreinigung mit Hilfe von synthetischen Diamanten - die Palette der eingereichten Geschäftsideen zum Gründungswettbewerb Start-up-Impuls ist so bunt wie das Wirtschaftsleben selbst. „Wir freuen uns in diesem Jahr über eine besonders hohe Qualität in der Breite“, sagte Marina Barth, Vorstandsmitglied der Sparkasse Hannover, Mittwochabend bei der Siegerehrung in den Räumen des Geldinstituts am Aegi. Start-up-Impuls wird gemeinsam von der Sparkasse und der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Hannoverimpuls ausgelobt. Insgesamt schütten beide 80.000 Euro Preisgelder in vier Kategorien an Sieger und Platzierte aus; damit ist der Wettbewerb der Höchstdotierte seiner Art in der Region.

„Wir verfügen mit Start-up-Impuls über ein starkes Instrument zur Gründungsmobilisierung“, erklärte Barth. Gemessen an den Teilnehmerzahlen stimmt das. Obwohl bundesweit der Trend zu Unternehmensgründungen seit geraumer Zeit rückläufig ist, hat der Wettbewerb im Raum Hannover bei seiner zwölften Auflage die zweithöchste Teilnehmerzahl seiner Geschichte erreicht. 219 Interessenten meldeten sich an, 145 reichten dann auch tatsächlich die geforderten Konzepte ein.

Obwohl unter den von einer Jury gekürten vier Siegern in den einzelnen Kategorien nur ein Unternehmen ist, dessen Geschäftsidee auf Computertechnik basiert, geht der Trend unter Gründern weiter deutlich in Richtung digitale Wirtschaft. Knapp 40 Prozent der Bewerber reichten eine Geschäftsidee ein, die auf dem Internet basiert.

Erstmals gab es die Möglichkeit, sich mit einem grafisch dargestellten Konzept zu bewerben; das Verfahren heißt Canvas. „Das hat sich hervorragend bewährt. Wir haben noch mehr junge, innovative Gründer angesprochen“, erklärt Adolf Kopp, Geschäftsführer von Hannoverimpuls.

Start-up-Impuls versteht sich nicht nur als Preisverteilungsinstrument. Sieger und Platzierte erhalten außerdem durch die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Beratung, Begutachtung, Training und Einbindung in Netzwerke. Das hat Folgen: In der Gesamtbilanz verzeichnet der Wettbewerb bisher 1417 eingereichte Geschäftskonzepte, aus denen 837 Unternehmen mit knapp 3000 Arbeitsplätzen hervorgegangen sind. Die Sparkasse hat ermittelt, dass Start-up-Impuls-Teilnehmer in Bezug auf ihre Unternehmensgröße doppelt so erfolgreich sind wie andere Gründer. Davon profitiert vor allem die regionale Wirtschaft. Bedingung für die Teilnahme am Start-up-Impuls ist, dass die Geschäftsidee im Raum Hannover verwirklicht wird. Spuren dieser Strategie lassen sich an mehreren Stellen der Region entdecken - am augenfälligsten an der Autobahn 2 bei Marienwerder, wo die Windenergieanlage Timbertower mit ihrem hölzernen Turm steht. Auch das war einst eine prämierte Idee.

Nervensache

Nervenverletzungen sind eine besondere Herausforderung für die Medizin. Die Nephila-Silk-Innovation, eine Ausgründung aus der Medizinischen Hochschule Hannover, beschäftigt sich mit der der sogenannten Neuroregeneration – also mit der Produktion von Implantaten. Mitarbeiter sind dabei unter anderem Spinnen. Die Gründer entwickeln Stents auf der Basis natürlicher Spinnenseide, die sich in größerem Maße züchten lässt. Wird dieses Material in defekte Nerven eingesetzt, können an ihm entlang neue Bahnen und Gefäße wachsen. In Versuchen ist das Verfahren bereits erfolgreich erprobt worden. Das Team um Gerrit Hohenhoff will neue Therapieverfahren und -ansätze entwickeln und träumt langfristig davon, einen Beitrag zur Heilung von Querschnittsgelähmten zu leisten. Nephila-Silk-Innovation hat den mit 20.000 Euro dotierten Gründungspreis gewonnen.

Schutz vor Keimen

Wie wichtig Handschuhe in der Medizin sind, hat sich spätestens seit den Ebola-Ausbrüchen in Afrika und seit der Debatte um Infektionen in hiesigen Krankenhäusern gezeigt. Die Firma IP-Gloves bietet ein Produkt, das bei der Lösung eines gravierenden Problems helfen soll. Beim Ausziehen von gebräuchlichen Hygienehandschuhen kommt es oft zum Übertragen von Keimen, die etwa von Fingerspitzen an die Unterarme weitergegeben werden. IP-Gloves von Gründer Maxim Gleser hat deshalb ein neuartiges Modell entwickelt, das über eine spezielle Lasche am Handgelenk verfügt. „Dadurch lässt sich der Handschuh keimfrei, schnell und bequem ausziehen“, sagt Gleser. Er hat bereits Interessenten, darunter die im Kampf gegen Ebola aktive Hilfsorganisation MAP. Gestern durfte er sich über den mit 10.000 Euro dotierten Ideenpreis freuen.

Stationswegweiser

Tankstellen gibt es viele, Ladestationen für Elektroautofahrer aber noch nicht – in Hannover als Großstadt sind es bisher nur knapp zwei Dutzend Wer ein Elektroauto besitzt und es mit Strom aus regenerativen Quellen antreibt, tut zwar der Umwelt Gutes, hat aber einen Nachteil. Ladestationen in der Nähe sind häufig belegt, unnötige Wartezeiten oder Fahrten zur nächsten Anlage sind die Folgen. Das muss in diesem Ausmaß nicht sein, meint Malte Zuch, Gründer der Firma Charged Heuristics. Er hat ein Programm entwickelt, das Fahrer mit Echtzeitinformationen über die nächste freie Station versorgt. Davon sollen auch deren Betreiber profitieren, die ihre Ladesäulen gleichmäßiger auslasten können. Das System soll künftig in Bordcomputer von E-Autos integriert werden. Charged Heuristics hat den mit 10.000 Euro dotierten Branchenpreis „Smart Energy“ gewonnen.

Werkzeugmaschine

Wenn große Maschinenbauteile defekt sind, ist das für das betroffene Unternehmen oft wegen des hohen Aufwandes ein Riesenärgernis – immer dann, wenn ein Teil demontiert werden muss. Handelt es sich um Produkte aus hochspezialisierter Fertigung und sind diese auch noch groß oder sperrig, sind Transporte über lange Strecken zum Hersteller fällig. Das kostet Geld und hat für betroffene Produzenten längere Ausfallzeiten als nötig zur Folge. Thomas Krawczyk schlägt mit seiner Firma Next Move den umgekehrten Weg vor. Er hat eine mobile Werkzeugmaschine gebaut, die Reparaturen vor Ort erledigen kann. Mögliche Anwendungsbereiche sind Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie der Maschinenbau selbst. Krawczyks Konzept war der Jury den Hochschul- und Wissenschaftspreis wert, der mit 20.000 Euro ausgestattet ist.

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