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Gibt es in Hannover eine "Bettlermafia"?

Innenstadt Gibt es in Hannover eine "Bettlermafia"?

Hannovers City-Kaufleute beobachten eine Zunahme von gut organisierten Bettlerbanden in der Innenstadt. Von der Stadtverwaltung wünschen sie sich ein härteres Vorgehen gegen die Gruppen. Die hält härtere Maßnahmen jedoch nicht für nötig.

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Hannovers Kaufleute fordern härteres Vorgehen gegen „gewerbsmäßige Bettelei“.

Quelle: Thomas

Hannover. Hannovers City-Kaufleute beobachten eine Zunahme von gut organisierten Bettlerbanden in der Innenstadt und wünschen sich von der Stadtverwaltung ein härteres Vorgehen. „Aggressives, gewerbsmäßiges Betteln muss unterbunden werden“, sagt der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, Martin Prenzler. Die Stadtverwaltung hält schärfere Maßnahmen nicht für nötig, sie hat aber kürzlich ihren Ordnungs-Trupp, die sogenannte Servicegruppe Innenstadt, deutlich aufgestockt. „Mit unseren Maßnahmen wollen wir störende Beeinträchtigungen in unserer Innenstadt nach Möglichkeit vermeiden und in einem geordneten Rahmen halten“, sagt Ordnungsdezernent Marc Hansmann (SPD).

In Hannover hat es in immer wieder eine Debatte um Bettler in der Innenstadt gegeben – doch für die City-Händler ist die Toleranzschwelle nun längst überschritten: Sie sprechen von einer regelrechten Mafia.

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In Hannover hat es in immer wieder eine Debatte um Bettler in der Innenstadt gegeben – doch für die City-Händler ist die Toleranzschwelle nun längst überschritten. Es könne nicht angehen, sagt Prenzler, dass Einkaufsbummlern in der Fußgängerzone Pappbecher unter die Nase gehalten werden. Auch das Zurschaustellen von Arm- und Beinstümpfen, von kleinen Kindern und mageren Hunden dürfe nicht toleriert werden. „Ein erster Schritt wäre es, genau zu definieren, welche Formen des Bettelns in Hannover erlaubt sein sollen und welche nicht“, sagt Prenzler. Er schlägt vor, nur das wortlose, ruhige Betteln ohne Mitleidshilfen zu genehmigen. Prenzler plädiert für „drakonische Strafen“, sollten die Regeln verletzt werden. Das könne darin gipfeln, die erbettelten Almosen wieder abzunehmen.

"Bettlermafia" ist Kaufleuten ein Dorn im Auge

Wie viele Bettler derzeit auf Hannovers Straßen die Hände aufhalten, können weder Stadtverwaltung noch Polizei sagen. Beide Behörden betonen, dass Betteln grundsätzlich nicht verboten sei. „Werden aggressive Formen der Bettelei beobachtet, wie das Festhalten von Passanten, nehmen sowohl die Servicegruppe Innenstadt als auch die Polizei Anzeigen auf“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. In diesen Fällen sprechen die Ordnungshüter auch Platzverweise aus. Sofort geahndet werde zudem das Betteln mit Kleinkindern im Arm. „In der Regel verlassen die Bettlerinnen dann den Platz“, sagt Möller. Erst kürzlich hat die Stadt die Servicegruppe Innenstadt von sechs auf acht Einsatzkräfte aufgestockt. „Die Anforderungen an unsere Gruppe sind derzeit sehr umfangreich“, sagt Möller und meint nicht nur die Bettelei in der City, sondern auch die Trinkerszene auf dem Raschplatz.

Hausverbote in vielen Geschäften

Das ist den City-Kaufleuten zu wenig. Sie sehen eine „Bettelmafia“ am Werk, die nur durch rigoroses Vorgehen gestoppt werden kann. „Morgens werden Bettler-Gruppen mit Lieferwagen in die Innenstadt gefahren, abends wieder abgeholt“, hat Prenzler beobachtet. Ab und an tauchten gut gekleidete Männer auf, die die Bettler kontrollierten. Ein Dorn im Auge sind ihm auch jene, die sich an Krücken durch die Straße schleppen und abends ohne Gehhilfe wieder laufen können. In vielen Läden hätten Bettlerinnen mit langen Röcken Hausverbot, weil sie unter ihren Gewändern Waren verschwinden ließen. „So kann es nicht weitergehen“, sagt Prenzler.

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Die Polizei hat bisher keine Kenntnisse von Bettler-Banden in Hannover. Sie räumt aber ein, dass Bettler zum Teil gemeinsam anreisen und sich dann verteilen. „Das ist keine Straftat“, sagt Polizeisprecherin Kathrin Pfeiffer. Auch vermute man, dass in manchen Fällen eine Behinderung vorgetäuscht werde. „Bandenmäßige Strukturen unter Bettlern zu ermitteln, ist sehr schwierig“, sagt Pfeiffer.     

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