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Aus der Stadt Hannovers Kliniken verzeichnen Geburtenrekord
Hannover Aus der Stadt Hannovers Kliniken verzeichnen Geburtenrekord
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00:15 07.01.2017
Die ersten Zwillinge in der MHH im neuen Jahr: Stephan und Antje Tadje freuen sich über die Geburt von Martha (links) und Leni. Quelle: MHH
Hannover

Sowohl die Medizinische Hochschule (MHH) wie auch das Vinzenzkrankenhaus in Kirchrode haben im vergangenen Jahr neue Rekorde bei der Geburtenzahl geschafft. Stadtweit wurden 8818 Kinder neu geboren - 230 mehr als im Vorjahr. Die Gesamtzahl umfasst nicht nur die Geburten in Kliniken, sondern auch Hausgeburten.

In der MHH fiel der Geburtenanstieg am deutlichsten aus. Dort gab es erstmalig mehr als 3000 Geburten in einem Jahr - ein Zuwachs um fast 15 Prozent. Auch im Vinzenzkrankenhaus kamen deutlich mehr Kinder zur Welt. Die Marke von 1500 wurde übertroffen, was nach dem Vorjahreswert von 1240 Geburten ein Anstieg um mehr als 20 Prozent bedeutet. Deutliche Zuwächse gab es auch in den Umlandkrankenhäusern des Regionsklinikums. In Gehrden stieg die Zahl ebenfalls um gut 20 Prozent an, auch in Neustadt und Großburgwedel kamen spürbar mehr Kinder zur Welt.

Zum Teil lässt sich der Anstieg der Geburtenzahlen in den einzelnen Häusern mit der Schließung der Geburtshilfe im Nordstadtklinikum erklären. Dort waren jährlich etwa 1100 Kinder zur Welt gekommen, im Vorjahr waren es bis zur Schließung zum Mai noch 290 gewesen. 2016 verteilten sich alle Geburten aus der ehemaligen Nordstadt-Abteilung auf die anderen Kliniken. Ein anderer Teil der Erklärung sind die Probleme, die der Diakovere-Verbund im vergangenen Jahr mit der Geburtshilfe hatte. Weil Hebammen aus dem Friederikenstift zeitweilig im Henriettenstift aushelfen mussten, kam es dort zu Engpässen.

Im Henriettenstift stagnierten daher die Zahlen, im Friederikenstift waren sie sogar leicht rückläufig. Wie berichtet, ist der Hebammenmangel bei Diakovere inzwischen behoben, dort sind studierte Hebammen aus Italien eingestellt worden.

Geburtenzahlen wirken sich auf Betreuungsplätze aus

Wie genau sich die Geburtenstatistiken auf die Bevölkerungsstatistik auswirken, ist noch unklar, weil teilweise Eltern aus der Stadt Hannover Geburtskliniken im Umland aufsuchen und umgekehrt. Zudem weist die Statistik der Kliniken nur Geburtenvorgänge aus - daher werden auch Mehrlingsgeburten nur als eine Geburt erfasst. Klar ist aber, dass die Zahl der Neugeborenen sowohl in Stadt wie auch im Umland zugenommen hat. Für die Eltern bedeutet das meist individuelles Glück - für die Kommunen heißt das, dass neue Betreuungsplätze und später Schulen gebaut werden müssen.

Bei der Region sagte Sozialdezernent Erwin Jordan gestern, man wolle angesichts der steigenden Kinderzahlen die Betreuungsquoten steigern. „Gemeinsam mit den Kommunen setzen wir auch in den nächsten Jahren verstärkt auf den Ausbau von Betreuungsplätzen“, sagt Jordan.

Julia Polley

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