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Kreativität schafft Werte

Wirtschaftsförderung Kreativität schafft Werte

Eine Untersuchung stellt fest: Hannovers Kulturbranchen boomen überdurchschnittlich – und verändern das Bild der Stadt.

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Mode, Medien, Macher: Kreative aus der Hanomag-Halle 96 mit OB Stefan Schostok (Mitte), Impulschef Ralf Meyer (li.) und Gutachter Olaf Arndt.

Quelle: Tobias Kleinschmidt

Hannover. Fotografen und Designer, Raumplaner, Modeschöpfer und Marketingfachleute arbeiten auf dem Hanomag-Gelände in der restaurierten Halle 96 Tür an Tür. Es ist das sichtbarste Zeichen für hannoversche Kooperationen in der Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW), die seit ein paar Jahren beständig wächst - unter anderem auch wegen gezielter Förderung durch das Wirtschaftsentwicklungsprojekt Hannoverimpuls. Eine Untersuchung zeigt jetzt, dass die insgesamt elf KKW-Branchen nicht nur kreative Impulsgeber und weiche Standort- faktoren sind. Dem gestern vorgelegten Gutachten der Firma Prognos zufolge tragen die Kulturschaffenden längst in relevantem Umfang zur Wertschöpfung in der Region Hannover bei.

Mehr als 20 000 Erwerbstätige arbeiten aktuellen Zahlen zufolge in den Kreativbranchen, das sind gut vier Prozent der Erwerbstätigen regionsweit. Sie erwirtschaften in 4100 Firmen einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. Damit ist etwa jeder fünfte in der Software- und Computerspielindustrie tätig. Weitere Schwerpunkte sind der Presse- und Werbemarkt (3000 und 2800 Beschäftigte) sowie die Musik- und die Designwirtschaft (3550 und 2200 Beschäftigte). „Wir haben seit 2010 eine hohe Innovationskraft und wichtige regionalökonomische Impulse festgestellt“, sagte Olaf Arndt von Prognos gestern bei der Vorstellung der Zahlen. Mit 4,6 Prozent Wachstum liege die Umsatzdynamik deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Oberbürgermeister Stefan Schostok, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender von Hannoverimpuls ist, zeigte sich beeindruckt von den Daten. „Sie belegen, dass niedersachsenweit jeder dritte Beschäftigte in der Regionalwirtschaft in Hannover arbeitet“, betonte er.

2009 hatte Hannoverimpuls auf politischen Druck der Ratsmehrheit die Kreativwirtschaft als weiteren Förderschwerpunkt neben der Gesundheitsbranche und Automotive ins Programm aufgenommen. Glaubt man Prognos-Gutachter Arndt, dann war das eine gute Entscheidung. „Das gegründete Kreativnetzwerk funktioniert ausgesprochen gut, die beteiligten Firmen profitieren von den Kontakten, und zunehmend bleiben kreative Köpfe in Hannover, statt nach Hamburg oder Berlin abzuwandern.“ Er empfiehlt allerdings, für die nächste Förderperiode ab 2014 die Ziele neu zu definieren. Ist es bisher darum gegangen, ein Netzwerk zu bilden und die Branchenakteure miteinander in Kontakt zu bringen, so müsse im zweiten Schritt jetzt die Vernetzung der Kreativunternehmen mit den traditionellen Branchen im Mittelpunkt stehen.

Besonders hoch war die Förderung bisher aber ohnehin nicht. 300 000 Euro seien seit 2009 über Hannoverimpuls in den Aufbau des Kreativnetzwerks geflossen, sagte Geschäftsführer Ralf Meyer. Jetzt würden gemeinsam mit dem Land und der EU neue Förderprojekte angeschoben. „Es geht bei diesen Branchen aber gar nicht so sehr ums Geld, sondern eher darum, punktuell gute Ideen zu fördern.“ Denn mit ihrer Innovationskraft könnten die Kreativbranchen als Schrittmacher und Impulsgeber für Traditionsbranchen fungieren. Dabei seien Projekte wie etwa der Hannover-Song „Home“ eher als Versuche zu verstehen, gemeinsames Handeln auszuprobieren: „Das Ziel war nicht, einen Hit zu schreiben, sondern Akteure für ein gemeinsames Projekt zusammenzubringen.“ Konkreter sei da schon die Bewerbung um den Titel der Unesco-City of Music, die Hannover auch einen Imagewandel bringen soll.

Designprofessor Gunnar Spellmeyer von der Hochschule Hannover ist sich sicher, dass der längst eingetreten ist. „Die Studierenden wollen nach dem Studium in Hannover bleiben, weil sie das Gefühl haben, dass sich hier eine gute und spannende Szene entwickelt hat.“

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