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Hannovers Parteien erfüllen geforderte Frauenquote nicht

Gleichstellung Hannovers Parteien erfüllen geforderte Frauenquote nicht

Wer sich darüber nicht empört, der hat die politische Großwetterlage nicht verstanden: Keine Frauen in den Chefsesseln kommunaler Betriebe – diese Bilanz stellte das städtische Beteiligungsmanagement kürzlich im Gleichstellungsausschuss der Stadt vor.

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Hannovers Parteien fordern Frauenquoten, die sie selbst nicht erfüllen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. In der sogenannten ersten Führungsebene betrage der Anteil von Frauen null Prozent, teilte die Verwaltung mit. Für die Fraktionen im Rat der Anlass, einige gesalzene Pressemitteilungen loszuschicken.

„Skandalös“ sei dieser Zustand, schrieb etwa die SPD, von einem „erschreckenden Ergebnis“ sprach die CDU. „Die Luft für Frauen in den Leitungspositionen der städtischen Beteiligungen ist dünn“, urteilten die Grünen, und die Linken sagten in der Ausschusssitzung, es sei schwer vorstellbar, „dass es keine kompetenten Frauen geben soll, die ein kommunales Unternehmen führen können“. Da sage niemand, man habe sich nicht klar ausgedrückt.

Besonders ins Zeug legte sich Brigitte Ike, gleichstellungspolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion. „Der Oberbürgermeister muss jetzt endlich seinen politischen Einfluss nutzen, um für mehr Chancengleichheit auf der Führungsebene zu sorgen“, ließ sie mitteilen. „Es geht fast alles, man muss nur Ideen haben.“ Aber von diesem Denken seien „die rot-grüne Fraktion und der Oberbürgermeister leider, leider noch sehr weit entfernt“.

Sehr weit entfernt sind auch die niedersächsische und die hannoversche CDU von der Beteiligung von Frauen an der „ersten Führungsebene“. Landeschef der Partei ist David McAllister, Fraktionschef im Landtag Björn Thümler. Regionschef der Partei ist Hendrik Hoppenstedt, Fraktionschef in der Region Eberhard Wicke. Stadtchef der CDU ist derzeit Dirk Toepffer, Fraktionschef im hannoverschen Rat Jens Seidel. Frauenanteil summa summarum: null Prozent. Ideen? Offenbar keine.

Wesentlich ideenreicher indes zeigen sich die anderen Parteien auch nicht. Zählt man sämtliche Fraktionschefs von SPD, CDU, Grünen, FDP und Linken in Landtag, Regionsversammlung und Rat der Stadt zusammen, kommt man dank der Doppelspitze der Linken in der Landtagsfraktion auf insgesamt 16 Chefs. Davon Frauen: zwei. SPD-Ratsfraktionschefin Christine Kastning und die halbe linke Landtagsdoppelspitze Kreszentia Flauger bilden die einsamen 12,5 Prozent bei dieser Rechnung. Dabei haben es etwa die Ratsfraktionen von FDP und Linken sowie die Regionskollegen der Linkspartei zugegeben schwer, eine Frau zur Vorsitzenden zu machen – schließlich sitzen in ihren Reihen nur Männer.

Trotzdem findet Kornelia Hülter die Aufregung in den Pressemitteilungen nicht fehl am Platz. Hülter ist als Geschäftsführerin des kommunalen Entsorgers aha die einzige Chefin eines größeren kommunalen Tochterunternehmens von Stadt und Region Hannover. „Empörung ist der erste Schritt“, sagt sie. Schließlich brauche es häufig einige Mühe, den „hohen Beharrungscharakter“ in den männlich dominierten Chefetagen zu durchbrechen.

Vielleicht gelingt das ja demnächst auch in Hannovers Parlamenten.

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