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Wegen Sparplänen

Hannovers Polizei muss Munition sparen

Von Tobias Morchner

Hannovers Polizeibeamte müssen ab sofort beim Schießen sparen. Statt wie bisher 100 Schuss stehen jedem der 3000 Beamten pro Jahr und Trainingseinheit künftig nur noch 80 Schuss Munition zur Verfügung. Grund sind Sparpläne der Landesregierung.
Polizei Hannover bekommt weniger Munition.

Polizei Hannover bekommt weniger Munition.

© dpa (Symbolbild)

Hannover. Zudem dürfen die Polizisten nur die jährlich vier gesetzlich vorgeschriebenen Übungen absolvieren und nur im Einzelfall, anders als bisher, zu zusätzlichen Schießtrainings antreten.

Die Behördenleitung entschloss sich zu diesen Sparmaßnahmen, nachdem das Innenministerium es abgelehnt hatte, der Polizeidirektion Hannover die ursprünglich angeforderte Menge an Munition zur Verfügung zu stellen. Statt der beantragten 800 000 Schuss für das Jahr 2012 bewilligte das Ministerium lediglich 550 000 Patronen. „Die Differenz hätten wir aus eigener Tasche bezahlen müssen, dieses Geld hätte dann an anderer Stelle gefehlt“, sagt Polizeisprecher Stefan Wittke. Ein Schuss kostet 27 Cent.

Daraufhin verglich die Führung der Polizeidirektion den eigenen Verbrauch von Übungsmunition mit dem anderer niedersächsischer Behörden. „Dabei stellte sich heraus, dass wir die Behörde sind, in der am intensivsten geschossen wurde“, sagt Wittke. Der jetzt eingeschlagene Sparkurs sei mit den Schießtrainern der Polizeidirektion abgesprochen. Doch nicht alle Betroffenen scheinen mit der neuen Regelung einverstanden zu sein. „Wir sind die Profis und sollen schlechter trainieren als die Amateure, das ist ein Skandal“, heißt es in einem Brief aus der Behörde zum Thema, der dieser Zeitung vorliegt. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beobachtet die Entwicklung in Hannover sehr genau.

„Regelmäßiges Schießtraining ist für die Beamten lebenswichtig. Sobald wir von den Kollegen im Bezirksverband Signale erhalten, dass dies in der PD Hannover nicht mehr gewährleistet ist, schreiten wir ein“, sagt GdP-Landeschef Dietmar Schilff. Das Problem sei in den vergangenen Wochen bei verschiedenen Personalversammlungen bereits zum Thema gemacht worden. „Bisher signalisiert uns die Behörde, es werde, trotz der Einsparungen, keinerlei Einschränkungen bei den Schießtrainings der PD geben“, sagt Schilff.

In einer anderen Behörde mit Sitz in der Landeshauptstadt, dem Landeskriminalamt (LKA), gibt es dagegen keinerlei Probleme mit den Übungen an der Dienstwaffe. „Die Spezialeinheiten schießen einmal in der Woche und dann so viel, wie sie wollen“, sagt LKA-Sprecher Frank Federau. Die übrigen Kollegen absolvierten mindestens ihre vorgeschriebenen vier Trainingseinheiten im sogenannten Schießkino. „Meistens üben aber auch sie mehr als gefordert.“

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