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Aus der Stadt Hannovers Polizisten werden häufiger angegriffen
Hannover Aus der Stadt Hannovers Polizisten werden häufiger angegriffen
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00:16 25.01.2017
Im Risiko: Angriffe gibt es inzwischen immer häufiger auch bei normalen Polizeikontrollen – nicht nur bei Demos oder Fußballeinsätzen. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Endgültige Zahlen liegen noch nicht vor, doch Polizeisprecher Thorsten Schiewe teilte auf Anfrage der HAZ mit, dass sich für 2016 sowohl bei den Angriffen auf Polizisten wie auch bei der Anzahl der betroffenen Polizisten eine Steigerung abzeichne. 2015 gab es im Bereich der Direktion Hannover 585 Fälle, in denen Polizisten angegriffen wurden, 220 Beamte wurden dabei verletzt.

Bei 297 Angriffen wurde anschließend wegen Körperverletzung ermittelt. In 251 Fällen lautete der Tatbestand Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Die Polizei verzeichnet in ihrer Statistik jedoch auch einige wenige Fälle der psychischen Gewaltanwendung - etwa durch Nötigung oder Bedrohung.

Deeskalation wird geschult

Das Risiko, angegriffen zu werden, ist nicht nur bei Einsätzen wie Fußballspielen oder Demonstrationen hoch. „Auch im täglichen Dienst werden Polizisten immer wieder attackiert, zum Beispiel bei Festnahmen, Durchsuchungen oder Blutentnahmen“, sagt Polizeisprecher Schiewe. Um das Konfliktpotenzial im Einsatz gering zu halten, werden Polizisten in ihrer Ausbildung inzwischen gezielt zur Deeskalation geschult. Etwa darin, wie sie mit aggressiven Personen sprechen und umgehen sollen. Aber auch ein spezielles Training für Abwehr- und Zugriffstechniken gehört zur Vorbereitung dazu.

In einem niedersachsenweiten Pilotprojekt testet die Polizeidirektion Hannover zudem seit einigen Wochen auch sogenannte Bodycams. Einige Beamte tragen die kleinen Kameras auf Schulterhöhe und können sie im Konfliktfall einschalten. Das Videomaterial dient nicht nur als späteres Beweismittel, sondern soll auch die Beamten durch Abschreckung vor Übergriffen schützen. Denn der Polizist mit der Kamera trägt eine leuchtend gelbe Weste mit der Aufschrift „Videoaufzeichnung“.

Die Täter sind meist jung und männlich

Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) mit Sitz in Hannover untersucht seit Jahren gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte. Dabei fanden die Experten unter anderem heraus, dass ein häufiges Motiv für die anhaltenden Attacken eine Art Feindschaft gegenüber der Polizei beziehungsweise dem Staat ist.

Die Angriffe gehen, auch das belegen die KFN-Studien, häufig von jungen Männern aus. Zwei von fünf Gewalttäter haben demnach einen Migrationshintergrund. Den Untersuchungen der Experten zufolge stammen die Schläger vor allem aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, aber auch aus der Türkei und anderen islamischen Ländern. Unter diesen Tätergruppierungen stellten die Forscher häufiger eine feindliche Einstellung gegenüber dem Staat fest, als bei deutschen Gewalttätern.

Auch die Polizeigewerkschaften fordern seit Langem, die Politik müsse auf die steigende Zahl der Angriffe auf Polizisten reagieren - beispielsweise durch die Verschärfung des Strafmaßes für solche Delikte. tm

2014 gab es mit 683 Angriffen knapp 100 Fälle mehr. Auch die Zahl der verletzten Beamten war 2014 mit 278 Opfern höher als 2015. Ob die Zahlen für 2016 auch diese Werte übersteigen, ist noch unklar. 37 Polizisten meldeten sich im Jahr 2015 nach Angriffen mindestens für einen Tag dienstunfähig, 2016 waren es sieben weniger, wie aus den Personaldateien hervorgeht. Damit ist zwar die Zahl der Angriffe gestiegen, doch es scheint weniger schwere Verletzungen gegeben zu haben.

Jeder fünfte Fall in Hannover

Landesweit geht die Zahl der im Dienst angegriffenen Polizeibeamten seit Jahren aber leicht zurück. Wurden 2013 noch 2892 Beamte attackiert, so waren es im Jahr darauf 2775, im Jahr 2015 sank die Zahl um 64 auf 2711. Ob sich der Trend für 2016 fortsetzt oder - wie in Hannover - nach oben tendiert, ist noch nicht abschätzbar. Knapp ein Fünftel der niedersachsenweit registrierten Attacken passierte in Hannover.

von Isabel Christian

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