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Hannovers Radfahrer sollen auf die Straße

Forderung der Grünen Hannovers Radfahrer sollen auf die Straße

Radfahrer sollen sich in Hannover freier bewegen können und künftig nicht länger auf Radwege verwiesen sein, sondern gleichberechtigt mit den Autofahrern alle Straßen mitbenutzen dürfen. So fordert es die Fraktion der Grünen im Stadtrat.

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Grüne fordern: Die Benutzung von Radwegen darf kein Zwang mehr sein.

Quelle: Martin Steiner (Archivbild)

Hannover. „Die Stadt soll prüfen, inwieweit eine Benutzungspflicht für Radwege noch erforderlich ist“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Dette. Im vergangenen Jahr habe die Stadt beschlossen, den Anteil des Radverkehrs von derzeit 13 Prozent am Gesamtverkehrsaufkommen bis zum Jahr 2025 auf 25 Prozent zu steigern. „Der Zwang zur Radwegebenutzung muss überprüft werden. Wir versprechen uns davon eine Attraktivitätssteigerung des Radverkehrs in Hannover“, sagte Dette.

Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass all jene Radwege, die mit dem entsprechenden blauen kreisförmigen Verkehrszeichen beschildert sind, auch zwingend zu benutzen sind. Für Radwege ohne Verkehrszeichen gilt das nicht. An diesen Strecken können die Radfahrer selbst entscheiden, ob sie lieber direkt auf der Straße unterwegs sind oder auf dem gesonderten Radweg. Aus Sicht der Grünen müssten hannoversche Radfahrer viel häufiger die Wahl haben. „Radfahrer, die sich auf der Straße sicher fühlen und flott vorankommen wollen, sollten viel häufiger die Möglichkeit haben, auf die Fahrbahn zu wechseln“, sagte Dette und führte die Beispiele Altenbekener Damm und Sallstraße an. Er betonte, dass es keinesfalls darum gehe, die Radwege abzuschaffen. „Wer lieber auf dem Radweg unterwegs ist, soll das so machen.“

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Hannover fordert seit Langem eine generelle Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht. „Autofahrer hätten die Radfahrer stets im Blick, das käme der Sicherheit im Straßenverkehr zugute“, sagte der Vorsitzende Peter Hoffmann. Der AutomobilKlub ADAC sieht das genau andersrum: „Radfahrer auf den Hauptverkehrsstraßen – so schnell wie manche Radler unterwegs sind und unerwartet auftauchen, wäre das kritisch“, sagte eine Sprecherin.

Die Stadt reagierte am Freitag gelassen auf die Forderung der Grünen. „Wir haben das in den vergangenen Jahren mehrfach überprüft“, sagte Stadtsprecher Andreas Möser. Radwege mit Benutzungspflicht gebe es in Hannover nur noch dort, wo es aus Gründen der Verkehrssicherheit angebracht sei, etwa entlang der großen Einfallstraßen und am Cityring. Nach Angaben der Verwaltung gibt es im Stadtgebiet ein etwa 530 Kilometer langes Radwegenetz, darunter 200 Kilometer benutzungspflichtige Radwege.

In den anderen Ratsfraktionen stößt der Vorschlag der Grünen auf wenig Gegenliebe – auch nicht beim Koalitionspartner SPD. Dessen baupolitischer Sprecher Thomas Hermann meint, mehr Radfahrer auf die Straßen zu schicken hieße, „mehr Verwirrung als Klarheit“ zu schaffen. „Die Unzufriedenheit mit Radwegen betrifft einen kleinen Teil von Radfahrern, die mit Hightech-Maschinen durch die Stadt düsen“, sagt Hermann. Barscher fällt die Reaktion bei der Opposition aus. CDU-Baupolitiker Dieter Küßner und FDP-Fraktionschef Jens Meyburg fragen sich, „warum die Stadt dann Millionen für den Ausbau der Radwege ausgegeben hat“. Indem man Radfahrern das Fahren auf Hauptverkehrsstraßen erlaube, bringe man sie in Lebensgefahr, meint CDU-Mann Küßner. „Ich möchte auf der Hildesheimer oder der Sallstraße zwischen parkenden Lastwagen nicht auch noch Radfahrer fahren haben.“

Vivien-Marie Drews und Felix Harbart

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