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Wir sind auf der Straße!

Schüler demonstrieren Wir sind auf der Straße!

Die Route durch die Innenstadt ist festgelegt, die Transparente bemalt. Um 9.30 Uhr treffen sich rund 1600 Schüler auf dem Steintorplatz, um gegen die drohende Mehrarbeit ihrer Lehrer zu demonstrieren. HAZ.de beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Protestveranstaltung.

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Gibt es am Dienstag leere Klassenräume? Nein, der Unterricht findet trotz Demonstration statt.

Quelle: dpa

Hannover. Am Wochenende gingen die beiden Demo-Organisatorinnen, Jella Misera und Rivka Schimmelpfeng von der KGS Neustadt, noch von 1000 Teilnehmerinnen aus.

Wie lange dauert die Demo?
Um 9.30 Uhr beginnt der Protest mit einer Kundgebung auf dem Steintorplatz. Dann ziehen die Schüler zum Kröpcke, weiter über den Ernst-August-Platz und durch die Luisenstraße bis zum Opernplatz. Dort werden noch einmal Reden gehalten von Vertretern des Stadtschülerrats und des Stadtelternrats. Danach geht es weiter über die Windmühlenstraße, die Oster- und Karmarschstraße bis zum Landtag. Vor dem Parlamentsgebäude werden erneut die Mikrophone gezückt, neben den beiden Organisatorinnen sprechen Mitglieder der Lehrergewerkschaft GEW. Angemeldet ist die Demo bis 12.30 Uhr, die Organisatorinnen gehen aber davon aus, dass eher Schluss ist.

Werden die Kinder bei der Demo beaufsichtigt?
Nein, denn es handelt sich um eine nicht-schulische Veranstaltung, wie Beate Günther, Sprecherin der hannoverschen Gymnasialleiter, betont. Daher bestehe keine Aufsichtspflicht. „Es kann aber sein, dass Lehrer, die Freistunden haben, mitgehen. Auch haben sich Eltern freigenommen, um Kinder zu begleiten“, sagt Günther. Die beiden Organisatorinnen rechnen nicht damit, dass sich viele Fünft- und Sechstklässler in den Demonstrationszug einreihen. Die Sekundarstufe II dürfte sehr viel stärker vertreten sein.

Welche Konsequenzen müssen demonstrierende Schüler befürchten?
Schüler die zur Demo gehen, bekommen einen „unentschuldigten Fehltag“ in ihre Zeugnisse eingetragen. Auf diese Regelung haben sich die hannoverschen Gymnasialleiter geeinigt. Sie beziehen sich dabei auf eine Richtlinie des Kultusministeriums, die besagt, dass eine Demoteilnahme keine Beurlaubung rechtfertigt. Allerdings lässt das Ministerium einen Ermessensspielraum zu. Jeder Schulleiter hat es letztlich in der Hand, eine Entschuldigung wegen Protestteilnahme zu akzeptieren. „Er sollte dabei den Leistungsstand des Schülers berücksichtigen, das Niveau der Klasse und die Dauer des Unterrichtsausfalls“, sagt Günther. Der grundsätzliche Konflikt zwischen Schulpflicht und der Möglichkeit zu politischer Bildung lasse sich kaum auflösen.

Können Eltern ihr Kind einfach zu Hause behalten?
Nein, denn es gilt auch am Tag der Protestkundgebung die allgemeine Schulpflicht. Bleibt ein Kind zu Hause, kassiert es ebenfalls den Zeugnisvermerk „unentschuldigter Fehltag“. Ob zur Demo gehen oder zu Hause bleiben, die Konsequenzen auf dem Papier sind dieselben.

Was passiert mit den Kindern, die in der Schule bleiben?
„Der Unterricht findet statt“, betont die Sprecherin der Gymnasiallehrer. Selbst wenn eine Klasse extrem ausgedünnt sein sollte, werde unterrichtet.

Dutzende Lehrer haben in der Innenstadt von Hannover mit einer Regenschirmformation gegen die Sparpläne der Landesregierung für die Gymnasien demonstriert.

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Warum protestieren die Lehrer nicht selbst?
Die Gymnasiallehrer haben ihrem Ärger darüber, dass sie eine Stunde länger arbeiten sollen, bereits Luft verschafft. Sie setzten einen Protestbrief auf, den sie Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in die Hand drückten. „Dort sind all unsere Argumente formuliert“, sagt Günther. Die Schüler gehen am Dienstag auf die Straße, weil sie durch die Mehrarbeit der Lehrer Nachteile für sich selbst befürchten, vor allem Überlastung der Lehrkräfte und Stellenabbau.    

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