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So feiern Hannovers Schüler ihre Abschlüsse

Schulabschluss So feiern Hannovers Schüler ihre Abschlüsse

Die Prüfungen sind abgeschlossen, jetzt wird gefeiert: Tausende Schulabgänger werden zur Zeit in Hannover verabschiedet. Schulleiter geben ihnen ehemaligen Zöglingen mit auf den Weg, dass das Lernen nicht endet. Viele von denen ziehen es erst einmal ins Ausland oder sie absolvieren ein freiwilliges soziales Jahr.

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Prost Zukunft: Paulina Kreye (von links), Lena Garbode, Lina Przywara, Paula Wessel und Stephanie Ossarek von der Elsa-Brändström-Schule.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. "Je älter man wird, desto ernster wird das Leben.“ Für Abschlussfeiern, egal ob die der Zehntklässler oder der Abiturienten, scheint dieser Satz einer Schülerin der Werner-von-Siemens-Realschule nicht zu gelten. Hier wird vor allem gelacht und gedankt, es gibt Rückblicke und auch ein paar Aussichten auf die Zukunft. Es gibt kluge Ratschläge, lustige Anekdoten, richtig stolze Eltern, Geschwister und Großeltern. Es gibt Lehrer, die Tränen der Rührung vergießen, und Schüler, die so festlich gekleidet sind, dass sie nach der Entlassungsfeier gleich zum Ball gehen könnten. Und es gibt Cliquen, die den großen Tag mit diversen Selfies festhalten.

Die Abiturienten der Elsa-Brändström-Schule bekommen ihre Zeugnisse.

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Die Abiturienten der Elsa-Brändström-Schule haben sich den Satz „El Abituro – Schule kam mir schon immer Spanisch vor“ zum Motto genommen. Kein Wunder, wählen doch zwei Drittel der Schüler Spanisch als zweite Fremdsprache und gewinnen schon Sechstklässler Landespreise beim Fremdsprachenwettbewerb mit spanischen Beiträgen. Direktor Thomas Seidel-Becker nutzt das Abimotto zu einem kleinen historischen Diskurs über Karl V., der erst  spanischer König, später deutscher Kaiser war, und Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausens Werk „Simplicius Simplicisssimus“. Zuvor hat er sich nicht nur bei seinen Lehrerkollegen bedankt, sondern auch bei den Eltern („Fünf-Sterne-Hotel mit eigener Taxizentrale“). Und eine Liebeserklärung an die Schulabgänger gibt es auch: „Sie haben einen großen Platz in meinem Herzen.“ Bildung sei nicht gleich Wissen und befähige auch nicht unbedingt zum Geldverdienen, könne aber sehr wohl vor Armut schützen. Seidel-Becker appelliert an die Schüler, frei zu denken und sich ihre Träume zu bewahren.

Auch Brigitte Helm von der Sophienschule rät ihren Schülern, kritisch zu bleiben, Demokratie nicht einfach als gegeben hinzunehmen, sondern sich einzumischen. Erstmals findet die Entlassungsfeier des Gymnasiums nicht im Schulgebäude, sondern in der Markuskirche statt. Rund 100 Abiturienten zählt der diesjährige Jahrgang und ist so groß wie niemals zuvor. Weil die Schule wächst, ist das denkmalgeschützte Hauptgebäude zu klein geworden. Bis 2020 soll an der Lüerstraße jetzt ein Neubau entstehen. „Dann können wir auch wieder im eigenen Schulgebäude feiern“, sagt Helm. Bis dahin bietet die Kirche aber einen würdigen Rahmen.

Antonia Isermann (18): „Nach meinem Abitur an der Sophienschule werde ich als Au-pair nach Australien gehen. Danach möchte ich studieren.“

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Viele Abiturienten wollen erstmal ins Ausland gehen, Australien steht hoch im Kurs, Neuseeland auch. Andere machen lieber ein Freiwilliges Soziales Jahr. Viele Zehntklässler wollen weiter zur Schule, wie Zeyneb Al Haideri und Anastasia Lernyh, die auf eine Gesamtschule wechseln, oder Mimi Madjuni, die nach den Sommerferien eine Berufsbildende Schule besuchen wird. Techniklehrerin Sonja Koch lässt die Realschüler ungern ziehen. „Jetzt hat man die Schüler auf so einem guten Lernstand, da würde man gern weitermachen.“ Aber nach der 10. Klasse ist an der Werner-von-Siemens-Schule eben Schluss. Der Abschied fällt auch dem Technikkurs schwer. Die Schüler schenken ihrer Lehrerin einen Hammer, auf dem ihre Namen eingraviert sind: „Für die beste Techniklehrerin der Welt“, steht dort. Und „Bei Technikfragen Sonja fragen“. „Ohne unsere Lehrerin hätten wir unsere Ausbildungsplätze nicht“, sagt ein Schüler. Koch kämpft mit den Tränen.

Eine Abschlussfeier ist schön, für die  Hälfte der Zehntklässler von der Integrierten Gesamtschule Linden, die ihr Zeugnis in der Albert-Schweitzer-Schule überreicht bekommen, dürfte es noch eine zweite geben. Denn sie streben das Abitur an. Hat man nach so viel Lernstress denn überhaupt noch Lust auf Schule? „Die drei Jahre gehen auch noch schnell rum“, sagt Linus Engelbrecht (16) augenzwinkernd.

An der IGS Linden erhalten erstmals Flüchtlingskinder ihren Abschluss

Besondere Abschlüsse: Erstmals haben an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Linden auch sechs Schüler ihren Abschluss gemacht, die vor zwei Jahren in der Spachlernklasse gestartet waren. Mohammad Tafesh ist aus Damaskus über Libyen und das Mittelmeer nach Deutschland geflüchtet. Seit Anfang 2014 ist er Schüler an der IGS Linden und hat jetzt seinen Erweiterten Sekundarabschluss I erreicht. Klassenlehrer Wolfgang Pruisken sagt, er sei sehr stolz auf ihn. „Ich war nur sein Lernbegleiter, den Erfolg hat sich Mohammad in erster Linie selbst zuzuschreiben.“ Der 17-Jährige lächelt bescheiden. Jetzt will er sein Abitur machen. Alle 90 Schüler des zehnten Jahrgangs, die den Erweiterten Sekundarabschluss I gemacht haben, streben an der IGS das Abitur an. Insgesamt waren 160 Schüler im zehnten Jahrgang. Das Besondere: Jeder hat jetzt einen Abschluss in der Tasche. Ob Abitur, Berufsschule oder duale Ausbildung – einen Königsweg gebe es nicht, sagt Schulleiter Peter Schütz. Jeder müsse seinen eigenen Weg finden.

Auch die Montessori-Schule in der Südstadt hat erstmals einen Jahrgang verabschiedet. Fünf Schüler der Klasse neun erreichten einen Hauptschulabschluss, drei Schüler des zehnten Jahrgangs machten den Realschulabschluss und sieben den Erweiterten Sekundarabschluss I. Sie werden nach den Sommerferien den elften Jahrgang der Schule besuchen.

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