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Hannovers Schüler flüchten aus doppeltem Abiturjahrgang

Doppelabitur Hannovers Schüler flüchten aus doppeltem Abiturjahrgang

Die Stadt Hannover hat Anfang September nur noch 994 Zwölftklässler an ihren Gymnasien gezählt: Schüler sind aus dem doppeltem Abiturjahrgang geflüchtet und haben andere Wege gewählt - wie die Wiederholung der Klasse oder einen Schulwechsel. Die Absolventenzahl wird 2011 also keineswegs doppelt so hoch ausfallen wie in anderen Jahren.

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Die Absolventenzahl der Schüler in Hannover wird 2011 keineswegs doppelt so hoch ausfallen wie in anderen Jahren.

Quelle: Nico Herzog (Symbolbild)

Zahlreiche Schüler aus dem Jahrgang, der als erster in Niedersachsen das Abitur schon nach zwölf Schuljahren machen soll, haben für sich andere Wege gewählt. Ausgerechnet der aktuelle 12. Jahrgang an den Gymnasien in Hannover weist einen verdächtigen Schwund auf. Die Stadt zählte Anfang September nur noch 994 Zwölftklässler an ihren Gymnasien. Im 13. Jahrgang, der noch ein Jahr länger Zeit zum Lernen hatte, wurden 1467 Gymnasiasten in der amtlichen Schülerstatistik registriert. Zusammengenommen gibt es damit im sogenannten Doppeljahrgang 2461 angehende Abiturienten, die im Frühjahr in die Prüfungen gehen. Zum Vergleich: Die nachfolgenden Schüler, die 2012 das Abitur ablegen, kommen allein in ihrem Jahrgang auf 1836 Elftklässler. Die Absolventenzahl wird 2011 also keineswegs doppelt so hoch ausfallen wie in anderen Jahren.

An etlichen Gymnasien in Hannover liegen der elfte Jahrgang und der doppelte Abiturjahrgang fast gleich auf. An einzelnen Schulen hat sich das Zahlenverhältnis zwischen Doppeljahrgang und Elftklässlern sogar umgekehrt. An der Elsa-Brändström-Schule gibt es aktuell 144 Elftklässler, während der 12. und 13. Jahrgang zusammen 126 Schüler zählt. Schulleiter Thomas Seidel-Becker verweist darauf, dass der elfte Jahrgang mit fünf statt den an seiner Schule üblichen vier Klassen bereits von Anfang an größer als andere Jahrgänge war. Doch das allein kann die Diskrepanz bei Weitem nicht erklären. Einige Schüler hätten lieber ein Jahr wiederholt, räumt Seidel-Becker ein. „Gerade die Jugendlichen, die nach zwölf Jahren das Abitur machen sollten, empfanden den Sprung in die Oberstufe als sehr groß.“

Doris Vehlies, Vorsitzende des Schul-Elternrats der Elsa-Brändström-Schule, formuliert es deutlicher. „Es sind sehr viele Schüler freiwillig ein Jahr zurückgegangen, weil sie sich dadurch bessere Chancen erhoffen.“ Daneben wiederholen wie jedes Jahr natürlich auch die Schüler die elfte Klasse, die sonst voraussichtlich nicht durchs Abi kämen.

Die Schulleiter im Umland Hannovers hätten an rund der Hälfte ihrer Gymnasien einen deutlichen Rückgang der Schülerzahlen im Doppeljahrgang registriert, berichtet Wilhelm Bredthauer, Leiter der Goetheschule. Das Phänomen des geschrumpften Doppeljahrgangs betrifft also nicht alle Gymnasien gleich. Gerd Meier, stellvertretender Leiter des Gymnasiums Lehrte, spricht von einem „Zweidritteljahrgang“ mit 180 Schülern. Zwei Abiturjahrgänge müssten an dem Gymnasium zusammengenommen eigentlich auf 220 bis 240 Schüler kommen.

Auch in Hannover ist die Situation von Gymnasium zu Gymnasium unterschiedlich, häufig ist jedoch speziell der zwölfte Jahrgang, der das verkürzte Abitur ansteuern soll, auffällig ausgedünnt. An acht der 16 städtischen Gymnasien gibt es jeweils nur noch 40 bis 55 Schüler im zwölften Jahrgang.

Elternsprecherin Vehlies sorgt sich nun um die Elftklässler, die 2012 das Abitur ablegen. „In der Öffentlichkeit ist ja noch gar nicht bewusst, dass da ein weiterer starker Abiturjahrgang auf den Markt kommt.“

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