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Jugendszene

Hannovers Skateboarder haben Platzbedarf


Die Stadtverwaltung sucht schon lange vergeblich nach einem Skateplatz für Jugendliche, wo ihr Lärm nicht stört. Jetzt haben Rollbrettfahrer selbst die Initiative ergriffen.
Eigenarbeit: Daniel May (vorne) hat selbst einen Skateplatz gebaut.

Eigenarbeit: Daniel May (vorne) hat selbst einen Skateplatz gebaut.

© Kris Finn

Laut ist es, keine Frage. Wenn Dennis Laaß und Daniel May mit ihren Skateboards über den Asphalt rollen, um Schwung für die waghalsigen Sprünge über Stangen oder Rampen zu holen, rattert es ordentlich. Ein Geräusch, das vielen Anwohnern missfällt. Doch in Linden, auf einem betonierten Platz an der Fössestraße unweit des Wabco-Firmengeländes, stören Dennis, Daniel und bis zu 30 weitere Rollbrettfans niemanden. Der selbst gebaute Parcours zwischen Bauschutt, Maschendrahtzaun und einem Gebrauchtmöbelhändler hat sich inzwischen in der Szene herumgesprochen. „Unser Platz hier ist bei den Jugendlichen beliebter als jeder andere in Hannover“, sagt der 26-jährige May, der als Erzieher arbeitet.

Dabei gibt es in der Stadt bereits viele kleinere Möglichkeiten für Rollbrettfahrer, etwa den Parcours auf dem Welfenplatz oder die Podeste und Rampen auf dem Küchengartenplatz. Doch die Skateboarder ziehen immer wieder den Unmut von Anwohnern auf sich. Vom Andreaeplatz wurden sie im vergangenen Jahr vertrieben, weil Anwohner und Geschäftsleute den Lärm der auf den Asphalt krachenden Bretter nicht mehr aushielten. „Auch am Küchengarten hören wir schon wieder Beschwerden“, sagt Dennis Laaß.

Deshalb hatte der Bezirksrat Mitte im vergangenen Jahr beschlossen, dass die Stadt einen Platz für die Skateboarder finden soll, der weit genug von der nächsten Wohnbebauung entfernt liegt und zugleich citynah ist. Eine Quadratur des Kreises, an der die Stadt bisher gescheitert ist. Zunächst war der Klagesmarkt als möglicher Standort im Gespräch, doch dann stellte sich heraus, dass auch hier den Anwohnern zu viel Lärm zugemutet würde. Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) wurde nach einiger Diskussion ebenfalls verworfen. Die Polizei riet von dem Standort ab, weil die jungen Skateboarder in Kontakt mit der nahen Drogenszene geraten könnten.

Einig waren sich Politiker und Rollbrettfahrer schließlich, dass der kleine asphaltierte Skateplatz im Georgengarten erweitert werden könnte. Doch der Denkmalschutz schob diesen Plänen einen Riegel vor. Der Rasen des historischen Gartens dürfe nicht angetastet werden, hieß es. „Wir suchen weiter nach einer Lösung“, sagt der städtische Funsport-Beauftragte Udo Körber.

Die Skateboarder scheinen diese Lösung jetzt gefunden zu haben. „Das Brachgelände in der Fössestraße mit seiner großen asphaltierten Fläche ist ideal“, sagt Daniel May. Außerdem sei der Platz weit genug von den nächsten Wohnungen entfernt. In Eigenarbeit haben sich eine Handvoll Rollbrettfans mit selbst gemauerten Rampen, Podesten und Hindernissen dort ein kleines Paradies geschaffen. An Nachmittagen drehen hier bis zu 30 Skateboarder und einige BMX-Fahrer ihre Runden. Von Kindern bis zu jungen Erwachsenen reicht die Altersspanne der Skaterszene. „Wir machen schon fast ein bisschen Jugendarbeit“, sagt May. Bisher habe sich noch niemand beschwert, auch die Polizei toleriere den Skateparcours Marke Eigenbau.

Nun hoffen die Rollbrettfahrer, dass die Stadt ihre Suche einstellt und hilft, den Platz in Lindens Industriegebiet weiter auszubauen. „Man sieht ja, dass das mit äußerst geringen Mitteln möglich ist“, sagt Laaß. Lediglich 3000 Euro und zwei Bauarbeiter wären nötig, um den Parcours sicherer zu gestalten, schätzen die jungen Männer. „Jetzt ist alles noch provisorisch und nicht TÜV-geprüft“, sagt May und schwingt sich wieder auf sein Brett.

von Hannah Suppa und Andreas Schinkel

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  • skater hater rollen 2010 – 29.12.09
    hannover, landeshauptstadt, ex-expo, Bundesliga...
    aber skater nix support. armselig.
    Mir fallen auf anhieb 10 plätze ein die man billig glattbügeln könnte.
    haber hannover ist doch nur ein haufen bauernhöfe die mit verwaltungsgebäuden aufgefüllt wurden/werden. wenn ich sehe wieviel geld hier verbrannt wird muss ich weinen. politiker skaten halt nicht. na ja, vielleicht dann zur nächsten jahrtausendwende...kauft euch noch 2 auto's und baut mehr parkplätze. s'gut für die wirtschaft!

    langweilig

  • Kümmert euch um die Jugend Radfahrer – 14.04.09
    Gebt der Jugend, die noch nicht vor Konsolen eingeschlafen ist, sondern Sport treibt, eine Möglichkeit sich auszutoben. Was sind da € 20.000,-. Wenn die Jugendlichen Mist bauen, ist wieder keiner Schuld gewesen. Das o.g. Thema gibt es seit 17 Jahren!!!!

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