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Aus der Stadt Mit dem Audioguide durch die Eilenriede
Hannover Aus der Stadt Mit dem Audioguide durch die Eilenriede
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00:15 27.09.2016
Jetzt gibt’s was auf die Ohren: Inken Preussler (15) hat den Waldspaziergang mit dem Audioguide getestet. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Ein Gang in den Wald, um ein paar Scheite Brennholz zu holen – im Mittelalter war das als Bürgerrecht verankert. Die Städter machten regelmäßig ihren sogenannten Holzgang durch die Eilenriede. Solche historischen Schmankerl lassen sich nun über den neuen Hörspaziergang „Eilenriede im Ohr“ erfahren. An insgesamt elf Stationen erzählen etwa der ehemalige Förster Gerd Garnatz, Fledermausexperte Alfred Benk und Milchhäuschenbetreiber Wolfgang Stein Geschichten rund um den Stadtwald. Die einzelnen Spots beschäftigen sich mit dem Wald als Naherholungsgebiet, als historischer Teil der Stadt sowie als ökologischer und forstwirtschaftlicher Ort.

Der Spaziergang soll alle Sinne sensibilisieren, aufmerksam machen auf die Historie und die Natur. So beginnt jede Station mit einem besonderen Vogelruf: An der dritten Station unweit des Lister Turms ertönt ein rohrflötenartiges „Uupuup“ – ein Klang, den wir heute nicht mehr in der Eilenriede vernehmen: der Ruf des Wiedehopfes. Früher, im Mittelalter, konnte man den drosselgroßen Vogel dort noch häufig finden, zwischen den einzeln stehenden, dicken Eichen, auf den offenen Wiesen ohne viel Unterholz – so sah die Eilenriede einst aus.

Insgesamt 80 Minuten Spielzeit sind auf dem Audioguide – ein Gerät, das einer TV-Fernbedienung nicht unähnlich sieht – festgehalten, mit dem Fahrrad dauert die komplette Tour durch die Eilenriede mindestens drei Stunden. Die einzelnen Kapitel müssen aber nicht unbedingt allesamt und in der richtigen Reihenfolge abgehört werden. Auch bei einem kurzen Spaziergang kann man sich an einzelnen Infotafeln mittels QR-Code und Mobiltelefon informieren, der Guide ist über das Internet zugänglich.

Die Eilenriede ist mit 640 Hektar einer der größten städtischen Parks Europas – und in Hannover der einzige mit einem eigenen Beirat. Auch wie es dazu kam, lässt sich an der dritten Station erfahren. Der Messeschnellweg, der Anfang der Sechzigerjahre gebaut wurde, erhitzte die Gemüter derart, dass die Stadt die Ernennung eines Beirates beschloss. Dieser setzt sich nun für die Belange und den Schutz des Waldes ein.

„Unsere Hörangebote werden immer beliebter“, sagt Karin van Schwartzenberg, Leiterin des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt, der gemeinsam mit dem Team Regionale Naherholung der Region Hannover das Projekt gefördert hat. Den insgesamt siebten Hörspaziergang in Hannover konzipierte die Landschaftsarchitektin und Fachjournalistin Stefanie Krebs, die auch schon die Guides für den Hinüberschen Garten, die Döhrener Leinemasch und den Hermann-Löns-Park erstellt hat. Dass das Angebot gut ankomme, sei ablesbar an den Zugriffszahlen des Internet-Guides, erklärt Krebs: Für den Hinüberschen Garten, das erste Projekt, das vor drei Jahren startete, ist die Zahl der Klicks im vergangenen Jahr fünfstellig gewesen.

Der Audioguide inklusive Kopfhörer kann gegen ein Pfand von 20 Euro beim Stadtteilzentrum im Lister Turm, Walderseestraße 100, ausgeliehen werden. Das Zentrum hat montags bis sonnabends von 8 bis 21 Uhr und sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Guide kann außerdem über ein internetfähiges Smartphone unter www.hannover.de/hannover-zum-hoeren abgerufen werden.

Labyrinth

Die Eilenriede mag manchmal unübersichtlich sein, doch hier kann man sich nicht verirren: Das Rasenlabyrinth ist die vierte Station. Es gibt keine Abzweigungen oder Sackgassen, sondern nur einen Weg. Der Guide erklärt, welche Zugänge es gibt – und wie er Entspannung in die Hektik des Alltags bringen kann.

Musik im Ohr

An der ersten Station am Tor zur Eilenriede widmet sich der Guide ganz der Geräuschkulisse und der Historie des Platzes: Vom Majolika-Brunnen, der 1929 an dieser Stelle aufgestellt wurde, über das Ausflugslokal Neues Haus bis zu dem Klängen, die aus der Musikhochschule tönen.

Darleen Bakke, Dozentin für Klavier, nimmt den Hörer mit auf einen akustischen Rundgang durchs Haus. Dabei erklingen die verschiedenen Instrumente, auf denen die Studenten üben, ganz so, als würde man an der Hochschule vorbeigehen.

Vogelstimmen

Buntspecht, Mittelspecht und Schwarzspecht fühlen sich im Totholz des Waldes besonders wohl. Immerhin 10 Prozent der Eilenriede sind Naturwaldflächen, hier werden keine Bäume gefällt und kein Brennholz geholt. An der sechsten Station erklärt Förster Gerd Garnatz, wer sich hier gerne aufhält. Die siebte Station am Spielplatz Schmachtenberg (Bild) ist spielerisch aufgebaut. Hier können nicht nur Kinder Vogelstimmen erraten. Vom Zaunkönig bis zur Kohlmeise führt auch hier Gerd Garnatz durch das Tierreich.

Von Katharina Derlin

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