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Hannovers Taxen werden rigoros überprüft

Starker Konkurrenzdruck Hannovers Taxen werden rigoros überprüft

Die Konkurrenz ist hart auf dem Taximarkt: Die Zahl der ausgegebenen Lizenzen in Hannover und Langenhagen gilt außerhalb der Messezeiten als viel zu hoch. Platzhirsch Hallo Taxi („3811“) versucht, mit Qualitätsversprechen den Vorsprung zu halten.

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Andrang auf dem Betriebshof in Linden: 630 Fahrzeuge müssen an vier Tagen zur Wagenkontrolle.

Quelle: Uwe Dillenberg

Hannover. Der Unternehmensverbund Hallo Taxi fordert, dass sich alle 630 Fahrzeuge jährlich einem Technik- und Reinheitscheck unterziehen. Auf dem Betriebsgelände in Linden nehmen deshalb 30 Prüfer Autos unter die Lupe. Erstmals ist auch ein Softwarecheck für die neuen Überwachungskameras eingeschlossen, die seit Herbst in 90 Prozent der Taxis installiert sind.

Hannovers größtes Taxi-Unternehmen will mit Qualitätsnachweisen im zunehmenden Wettbewerb bestehen. Und setzt dafür auf eine umfassende Kontrolle des gesamten Fuhrparks.

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Wiedervorführung bis Ende Mai

Schwarze Taxen nur noch bis Ende Juni

Pro 1000 Einwohner ein Taxi – das gilt bundesweit als guter Versorgungsschlüssel. In Hannover liegt er ohnehin etwa zehn Prozent höher, was den Taxiunternehmern aber zusätzlich zu schaffen macht, sind Taxis aus Langenhagen und vor allem die Flughafentaxis, die formal nicht auf die Stadtquote angerechnet werden, aber viele Fahrten in Hannover übernehmen. In anderen Städten mit externem Flughafen, etwa München, erledigten die Großstadttaxis auch die Flughafenfahrten, sagt Hallo-Taxi-Manager Sven-Marcus Fürst.

Ende Juni allerdings gibt Mein Taxi die Lizenzen für die 20 schwarzen Taxis zurück – das Unternehmen ist insolvent. Branchenvertreter gehen davon aus, dass die Stadt die Lizenzen nicht neu vergibt und so den übersättigten Markt etwas entspannt.

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Unter der Heckklappe eines VW-Touran ist die Stoßstange zerschrammt: Offenbar wurden Koffer beim Entladen über den Lack gezogen. Prüfer Jörg Schöpker vergibt die Note vier. Das ist zwar nicht durchgefallen, bedeutet aber die Wiedervorführung bis Ende Mai - mit lackierter Stoßstange. Kein Drama zwar, aber für den selbstständigen Taxieigner bedeutet das Ausfallzeiten. Der Wagen muss in die Werkstatt und verdient so lange kein Geld. „Wir stellen mit diesen Überprüfungen sicher, dass sich alle Taxis aus unserem Verbund in einem ordentlichen Zustand präsentieren“, sagt Hallo-Taxi-Geschäftsführer Sven-Marcus Fürst. Zwar seien ganzjährig Ordnungsdienste unterwegs, vor allem bei Messen, 96-Heimspielen und anderen Großevents. Die jährliche Wagenkontrolle aber gehöre in Hannover längst zum Standard.

26 müssen noch mal vorfahren

Zur Halbzeit der viertägigen Aktion waren Mittwochabend 313 Wagen kontrolliert. Sicherheitsmängel oder grobe Schäden seien nicht festgestellt worden, sagt Johann Pape nach Auswertung aller Kontrollbögen. Bei 26 aber habe es kleine Beanstandungen gegeben, sie müssten noch mal vorgeführt werden. In der Hälfte der Fälle ging es aber nur darum, dass die 3811-Eigenwerbung nicht aufgeklebt war - solche Mängel dürften den meisten Kunden egal sein. Neu hingegen ist der Softwarecheck für die Überwachungskameras. Sie sollen Fahrer vor Überfällen schützen und machen zu Beginn jeder Fahrt und bei Auslösen des Alarmknopfs Fotos vom Innenraum. Die Hannoveraner sind stolz auf diese Errungenschaft, die es so sonst nur in Bremen gibt. Vorausgegangen waren Verhandlungen mit dem Datenschutz. Die Bilder sind jetzt verschlüsselt gespeichert. Der Fahrer kann sie nicht abrufen, „das geht nur mit Vieraugenprinzip in der Zentrale“, sagt Hallo-Taxi-Mitgeschäftsführer Wolfgang Pettau.

„Keine Angst vor Wettbewerb“

Etwa 10 Prozent der hannoverschen Taxen sind nicht beim Verbund Hallo Taxi organisiert und wirtschaften selbstständig. Etliche Unternehmer lassen sich allerdings auch parallel vom App-Vermittlungsdienst MyTaxi (gehört zu Daimler) Fahrten vermitteln, dazu droht neue Konkurrenz vom US-Anbieter Uber. „Wenn sich alle an die Regeln halten, Taxitarife nehmen und Mindestlohn zahlen, dann haben wir keine Angst vor dem Wettbewerb“, sagt Fürst selbstbewusst.

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Von Redakteur Conrad von Meding

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