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Aus der Stadt Schnelles Internet bis ins letzte Dorf
Hannover Aus der Stadt Schnelles Internet bis ins letzte Dorf
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00:16 09.09.2016
Von Conrad von Meding
Bald überall in der Region: Breitband-Internet (Symbolbild) Quelle: Stratenschulte/dpa
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Hannover

Schnelles Internet soll es bald in der gesamten Region geben. Heute hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in Berlin einen Förderbescheid über 1,346 Millionen Euro ausgestellt. Aufgestockt mit Geld von Land und Region sollen nun die letzten Siedlungen im Umland Hannovers mit modernen Datenverbindungen versorgt werden. Regionspräsident Hauke Jagau war eigens zur Übergabe nach Berlin gefahren. „Wir arbeiten seit drei Jahren daran, dass überall schnelle Verbindungen möglich sind“, sagte er. Insgesamt profitieren 5200 Haushalte in fast 50 Ortschafte und Siedlungsteilen von dem Modernisierungsschub, der möglichst 2018 abgeschlossen sein soll.

Zum Beispiel die rund 100 Bewohner von Klein Lobke, einem Ortsteil von Sehnde. Genauso wie in den Dörfern Uetze-Abbeile oder Langenhagen-Kananohe kriecht dort das Internet mit einer Datengeschwindigkeit von 1 bis 2 Megabit pro Sekunde durch die alten Leitungen. Künftig sollen es 50 MB/sec sein. Zum Vergleich: In Hannover sind für gut erschlossene Haushalte bis zu 200 MB/sec erreichbar. 50 MB/sec gilt heutzutage aber als Wert, der für schnelles Surfen nötig ist – sowohl für das Streamen von Bewegtbildern als auch zum Beispiel für Firmen, die im Datenaustausch mit Geschäftspartnern oder Kunden stehen. Leistungsfähiges Internet sei „von großer Bedeutung“, sagte Jagau gestern: Schnelle Bandbreiten sind Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und digitale Trends.“

Fast vier Millionen Euro beträgt die Gesamtförderhöhe. Das Land will rund zwei Millionen Euro geben, die Region stellt 370 000 Euro bereit. „Die Kommunen müssen nichts zahlen“, sagt Jagau.

Eigentlich sind die Telekommunikationsunternehmen verantwortlich dafür, zeitgemäße Leitungen bis zum Kunden zu legen. Regionswirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz sagt, man habe nicht zu früh „mit der Förderung winken“ dürfen, weil die Unternehmen ihrer Aufgabe sonst nicht selbst nachgekommen wären. Bei den knapp 50 Siedlungen, die bis heute nicht angeschlossen seien, gebe es aber offenbar eine mangelnde Wirtschaftlichkeit, die die Firmen davon abhalte, die Leitungen zu legen. „Diese Wirtschaftlichkeitslücke schließen wir jetzt.“ Weil es sich um einen Eingriff ins Marktgeschehen handele, sei dies aber nur bei unterversorgten Gebieten erlaubt – definiert ist das bei Gebieten mit einer Datenbandbreite von weniger als 30 MB/sec.

Die Region hat bereits im Vorfeld ein Interessenbekundungsverfahren gemacht, um auszuloten, ob Telekomunikationsfirmen zumindest mit Förderung bereit sind, bisher unterversorgte Ortsteile anzuschließen. „Das Interesse ist gegeben“, sagt Franz. Fünf Firmen wollten mitmachen: Außer der Telekom und dem Zusammenschluss von Kabel Deutschland/Vodafone seien es der regionale Anbieter HTP, die Firma Northern Access, die schon im Neustädter Raum aktiv ist, und die Firma Funknetzwerk Obershagen/Hänigsen, die der Unternehmer Cord Homann aus Uetze-Hänigsen betreibt.

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