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Hannovers Wirtschaft schafft Jobs für Flüchtlinge

2000 Stellen Hannovers Wirtschaft schafft Jobs für Flüchtlinge

Die Wirtschaft im Großraum Hannover öffnet sich für Flüchtlinge. Gut 400 ihrer 150.000 Mitgliedsunternehmen sind einem Aufruf der Industrie- und Handelskammer Hannover gefolgt und wollen mehr als 2000 Jobs bereitstellen - für Praktika, die sogenannte Einstiegsqualifizierung und Lehrstellen.

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IHK-Hauptgeschäftsführer Horst Schrage am Freitag in Hannover.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. „Die Bereitschaft unserer Unternehmen, in die berufliche Ausbildung von Flüchtlingen zu investieren, ist erfreulich hoch“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Horst Schrage am Freitag in Hannover.

Allerdings ist diese Bereitschaft innerhalb der Branchen höchst ungleichmäßig verteilt. Vor allem Hotels und Gaststätten wollen sich engagieren. Sie allein schaffen gut 37 Prozent der Jobs, weitere 13 Prozent entfallen auf den Handel. Metall- und Elektroberufe machen lediglich 14 Prozent aus, Angebote aus der in Hannover stark vertretenen Finanzbranche bewegen sich unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Die Struktur spiegele das unterschiedlich starke Ausmaß des Fachkräftemangels wider, sagte Schrage.

Der IHK-Hauptgeschäftsführer forderte, dass der Bundestag noch vor der Sommerpause das von der Bundesregierung gerade verabschiedete Integrationsgesetz beschließt. Damit hätten die Betriebe zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres Rechtssicherheit.

"Tempo bei den Sprachkursen"

Für die Unternehmen entscheidend sei die so genannte 3+2-Regel, wonach Flüchtlinge für die Zeit der Ausbildung und bis zu zwei Jahre danach Bleiberecht genießen, sofern sie nach der Lehre übernommen werden. Diese bislang fehlende Rechtssicherheit habe viele Betriebe bislang noch zögern lassen. Erst 3 Prozent von ihnen hätten in Niedersachsen bislang Flüchtlinge in die Ausbildung übernommen.

Auch bei den Sprachkursen „müssen wir Tempo gewinnen“ - etwa, indem man flexibler bei der Zulassung von Deutschlehrern agiere, forderte Schrage. Die Flüchtlinge müssten so schnell wie möglich mit dem Sprachunterricht beginnen. Bis sie ein für die Wirtschaft ausreichendes Vokabular entwickelten, vergingen in der Regel anderthalb bis zwei Jahre, sagte IHK-Ausbildungsexperte Günter Hirth. Schon deshalb „werden wir in diesem Jahr noch nicht die großen Zahlen bei den Auszubildenden sehen“. Der weit überwiegende Teil der Betroffenen ist erst seit wenigen Monaten im Land.

Für 2017 sieht Hirth allerdings ein großes Potenzial. Er hat sich mit dem Syrer Tahsin Tozo eigens einen Mitarbeiter an die Seite geholt, der die Brücke zwischen Firmen und Zuwanderern schlagen soll. Diejenigen, die heute schon Sprach- und Berufsvorbereitungskurse belegten, seien „unisono lernfreudig und ausbildungswillig“.

Ein leichterer Zugang von Flüchtlingen zum Arbeitsmarkt ist ein Kernpunkt des Integrationsgesetzes, das die Bundesregierung in dieser Woche auf den Weg gebracht hat. Geplant ist zudem die Schaffung von 100.000 Ein-Euro-Jobs, um Flüchtlinge mit einer guten Bleibeperspektive noch während des Asylverfahrens an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Zugleich werden die Integrationskurse verpflichtend.

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