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Aus der Stadt Geschichtsstunde unterm Waterlooplatz
Hannover Aus der Stadt Geschichtsstunde unterm Waterlooplatz
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00:16 18.08.2013
Von Bernd Haase
Schautafeln dieser Art mit Motiven vom frühen Mittelalter bis heute zieren bald die Wände der Waterloo-Station.
Hannover

Die Infrastrukturgesellschaft (infra), die für die Gleis- und Tunnelanlagen der Stadtbahn zuständig ist, lässt sich das Projekt rund 310 000 Euro kosten.

Die Haltestelle unter dem Waterlooplatz kennen viele Angestellte der umliegenden Behörden, vor allem aber auch Fußballfans. Wer mit der Stadtbahn zu den Spielen von Hannover 96 kommt und durch den Nordeingang ins Stadion muss, steigt am Waterlooplatz aus. Ein positives Aha-Erlebnis ist das nicht: „Die Station wirkt alt, dreckig und marode“, sagt infra-Geschäftsführer Stefan Harcke kurz und bündig. Zwar sei die bauliche Substanz noch in Ordnung, aber die Wandflächen mit den vergilbten Betonplatten geben ein düsteres Umfeld ab und vermitteln einen Eindruck, als würde hier etwas schwer vernachlässigt. „Wir haben den Handlungsbedarf schon seit Längerem gesehen. Jetzt wollen wir loslegen“, kündigte Harcke gestern im Verkehrsausschuss der Regionsversammlung an, wo er das Projekt vorstellte.

Wegen der Bedeutung der Station für die Fußballfans hatte die infra ursprünglich Sportmotive rund um Hannover 96 für die Neugestaltung im Sinn. Zu einer Zusammenarbeit mit dem Bundesliga-Klub ist es aber nicht gekommen. Die alternativen Ideen zur Umgestaltung hat die hannoversche Agentur Kreativnest von Dennis Hüsers und Maximilian Mente geliefert. „Grundgedanke ist das historische Aufgreifen der Stadtgeschichte“, sagen sie. Die wird chronologisch abgearbeitet - zum einen mit Zeitstrahlen und Infotafeln, zum anderen mit Bildern, die wichtige Bauwerke, Persönlichkeiten und Ereignisse illustrieren. Man sieht beispielsweise eine Urkunde über die Stadtrechte, natürlich Kurfürstin Sophie und Leibniz im Großen Garten in Herrenhausen, die Göttinger Sieben am Leineschloss sowie Modernes wie die Nana und das Ihme-Zentrum.

Die infra hat das Geld für die Neugestaltung, bei der auch eine moderne Beleuchtung installiert wird, schon in ihrem Wirtschaftsplan reserviert. Harcke will im Herbst ausschreiben lassen; im Februar sollen dann die Arbeiten beginnen. Damit ist die Haltestelle am Waterlooplatz die erste seit den Zeiten vor der Expo, die wieder angefasst wird. Laut Harcke wird sie nicht die letzte bleiben. Eine Prioritätenliste gibt es noch nicht, aber als nächste dürfte diejenige am Lister Platz an der Reihe sein. Sie sollte im Vorfeld der Weltausstellung aufgehübscht werden, ist dabei aber nie so richtig fertig geworden und wirkt deshalb wie ein Provisorium. „Es gibt Anträge aus dem Bezirksrat, dass wir dort etwas unternehmen“, berichtet Harcke. Wie es weitergeht, hängt unter anderem von derzeit laufenden Untersuchungen zum Brandschutz in den Tunnelstationen der Stadtbahn ab. Experten überprüfen regelmäßig, ob dieser den aktuellen Ansprüchen entspricht.

Station mit Geschichte

Es gibt natürlich größere und wichtigere Tunnelhaltestellen im hannoverschen Stadtbahnnetz als die am Waterlooplatz – die großen Umsteigestationen in der Innenstadt beispielsweise. Trotzdem hat die Station Waterloo einen besonderen Rang. Der U-Bahn-Bau in Hannover hat mit ihr begonnen, am 16. November 1965 setzten Arbeiter dort den ersten Rammschlag für Spundwände. Dementsprechend wurde sie auch als erste fertiggestellt. Insgesamt gibt es 19 Tunnelstationen im Stadtbahnnetz. Weil viele von ihnen optisch nie verändert worden sind, sieht man ihnen die Architektur aus ihrer Entstehungszeit in den sechziger und siebziger Jahren noch deutlich an. Die Station Waterloo beispielsweise würde in ihrer Anmutung perfekt ins Ihme-Zentrum passen. Große Ausnahme ist die zentrale Haltestelle unter dem Kröpcke, die zur Weltausstellung vom italienischen Designer Massimo Iosa Ghini mit Mosaiken bestückt wurde. An dem Werk scheiden sich die Geister – die einen finden es gelungen, andere bespötteln die Station als „Aquarium für U-Bahnen“

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