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Aus der Stadt Hannovers erste Fahrradstraße im Zentrum eröffnet
Hannover Aus der Stadt Hannovers erste Fahrradstraße im Zentrum eröffnet
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22:48 13.08.2010
Von Dany Schrader
Hannovers erste Fahrradstraße in Zentrum der Stadt eröffnete am Freitag. Quelle: Michael Thomas
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Dienstfahrräder des städtischen Fachbereichs Tiefbau führen üblicherweise ein von der Öffentlichkeit unbeachtetes Dasein. Freitag nicht: Auf vier von ihnen radelten Oberbürgermeister Stephan Weil, Herbert Flecken, Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgesellschaft Madsack, Polizeipräsident Uwe Binias und sein Stellvertreter Rainer Langer durch die Lange Laube. Die kleine Tour wurde in offizieller Mission unternommen, denn die umgestaltete und nun freigegebene Straße ist die erste in der Innenstadt, auf der Fahrräder Vorrang haben.

„Wir wollten die City größer machen. Das ist gelungen“, sagte Weil in seiner kurzen Ansprache. Flecken erinnerte sich an früher: „Am Steintor war die Stadt zu Ende, in die Lange Laube ging man nicht gerne.“ Dies habe sich nun geändert. „Die Straße ist aus einem Dornröschenschlaf wach geküsst worden. Die Laves-Achse ist damit wiederbelebt“, sagte der Madsack-Chef und dankte zudem allen Anliegern für ihr Engagement bei der Neugestaltung.

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Hannovers erste Fahrradstraße ist freigegeben: Polizeipräsident Uwe Binias (von links nach rechts), Polizeivizepräsident Rainer Langer, Vorsitzende der Madsack-Geschäftsführung Herbert Flecken und Oberbürgermeister Stephan Weil (r.) fuhren schon einmal Probe auf der neuen Straße.

Und tatsächlich hatten sich die rund 50 ansässigen Geschäfte und Dienstleister für das Straßenfest einiges einfallen lassen. „So viel war hier schon lange nicht mehr los“, freute sich Pinky Sandhawalia vom Restaurant „Shalimar“, in dem es Speisen und Getränke zum halben Preis gab. Die Restaurantfachfrau ist guter Dinge, dass der Ausbau der Straße auch langfristig mehr Gäste anzieht. „Der Raum vor unserem Restaurant wirkt jetzt viel offener“, sagte sie.

Schräg gegenüber präsentierten sich die Hannoversche Allgemeine Zeitung und die Neue Presse mit eigenem Programm vor dem Mendini-Gebäude. Die HAZ-Autoren Hans-Peter Wiechers, Bernd Haase, Uwe Janssen und Imre Grimm lasen vor großem Publikum auf dem verbreiterten Gehweg aus ihren Glossenbüchern. Schließlich geht es auch in ihren Texten bisweilen – natürlich mit hintergründigem Humor und spitzer Feder – um ein Hannover, das sich herausputzt. Zwischendurch spielte die Jazz-Combo des Polizeiorchesters. Auf der Madsack-Bühne gab Jungstar Carlotta Truman aus Garbsen eine Kostprobe ihres Könnens, und Emile Moise zeigte, was seine Schüler ein paar Häuser weiter in der Tanzschule „Salsa del Alma“ lernen können. Der Tanzlehrer lobte die Verschönerung der Straße übrigens nicht nur aus geschäftlichen Gründen – er ist auch Anwohner.

Die neue, verengte Fahrbahn hatten bereits am Vormittag zahlreiche Radfahrer getestet. Nach Angaben der Stadt passieren in Spitzen bis zu 400 Fahrräder in einer Stunde die Lange Laube. Die Polizei setzte daher auf Prävention. In seiner Rede hatte Binias die Verkehrsteilnehmer für die Zukunft zur Rücksichtnahme aufgerufen. Die Polizeibeamten Dorothea Schwarzbach und Hans-Joachim Homuth testeten später das Wissen der Besucher und fragten in einem Quiz Verkehrsregeln für Rad- und Autofahrer ab.

Das neue Gesicht der Langen Laube stieß bei den Besuchern derweil auf große Begeisterung. „Hier herrscht so ein tolles multikulturelles Flair“, sagte etwa Heide-Erika Schultz. „Und die breiten Gehwege laden zum Flanieren ein.“ Auch Rolf Wagner zeigte sich sehr zufrieden. „Jetzt kann ich gut mit dem Fahrrad aus der Innenstadt zum Königsworther Platz fahren“, sagte er. Celal Mermertas vom „Saray Market“ war ebenfalls begeistert. „Ich laufe die Straße jeden Tag auf und ab, weil ich sie so toll finde“, sagte er.

Dany Schrader und Stefanie Nickel

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