Hannover. Marco Blischke mag seinen Stadtteil. Gleichwohl ließe sich dort manches verbessern, findet der 18-Jährige aus Anderten. Der Tunnel im Bahnhof, in dem er sich mit Freunden trifft, sei eine „Notlösung“. Grundsätzlich gebe es zu wenig Orte, an denen Jugendliche unter sich sein könnten, meint Marco. Vor allem im Sommer. Grillgelegenheiten hätte er gern oder einen Platz, wo man ungestört sitzen und klönen kann. Wenn die Politiker einen Begriff dafür brauchen, hätte Marco auch nichts dagegen, diese Stätten „Spielplätze für Jugendliche“ zu nennen.
Seine Sicht der Dinge hat der junge Mann jetzt in einem von drei Workshops vorgetragen, die der Stadtjugendring organisiert hatte. Ziel war herauszufinden, was Jugendliche sich in und von ihrer Stadt wünschen. Damit das Ganze gleich die zuständigen Adressaten erreicht, waren auch Politiker der Ratsfraktionen ins Jugendzentrum Lister Turm eingeladen. Die Jugendlichen waren bei der Veranstaltung allerdings in der Minderheit. Im Plenum trugen ausschließlich Vertreter von Jugendeinrichtungen, Vereinen und Verbänden die gemeinsam erarbeiteten „Wunschlisten“ vor. Darin fand sich viel von Marcos Vorstellungen wieder. Und deutlich wurde auch: Junge Leute wollen nach ihrer Meinung gefragt werden, wenn die Stadt zum Beispiel neue Sportstätten oder Freiflächen plant.
Die Politiker signalisierten fraktionsübergreifend Verständnis. Anne Hindersmann, jugendpolitische Sprecherin der SPD und mit 30 Jahren altersmäßig noch nicht allzu weit von ihrer Klientel entfernt, erinnerte sich an einen „Stromkasten in Wettbergen“, der mangels Alternativen für sie früher zum Treffpunkt geworden war. Möglichkeiten, die Interessen junger Leute zu berücksichtigen, sahen die SPD-Frau, Ingrid Wagemann von den Grünen und Thomas Klapproth von der CDU in der Debatte um den Sportentwicklungsplan, an dem die Stadt arbeitet. Mit Gunda Pollok-Jabbi von den Linken waren sich die rot-grünen Vertreter einig, eine weitere Forderung des Jugendplenums gutzuheißen – freie Fahrten für Schüler mit Bus und Bahnen in allen Tarifzonen.
Zuständig ist der Rat für diesen Themenkreis jedoch nicht. Die Entscheidung über Schülertarife liegt bei der Regionsversammlung.
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