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Mit 100 Jahren noch immer perfekt gestylt

Maria Steinbock hat Geburtstag Mit 100 Jahren noch immer perfekt gestylt

Maria Steinbock war gestern noch beim Friseur, sie will zu ihrem 100. Geburtstag perfekt aussehen. „Es ist immer ein bisschen Wimperntusche und auf jeden Fall Lippenstift im Gesicht. Sonst geht sie nicht aus dem Haus“, sagt Tochter Jutta. Was kein Wunder ist, war Steinbock jahrzehntelang Kosmetikerin – an prominenter hannoverscher Stelle. 

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Frisch frisiert für den 100. Geburtstag: Maria Steinbock legt viel Wert auf ein perfektes Styling. 

Quelle: Privat

Hannover. Der Frisiersalon Steinbock hinter der Oper war nicht nur eine gute Adresse für die Dame von Welt, sondern auch für Schauspieler wie Johannes Heesters, die Stars aus dem Opernhaus und Fernsehgrößen wie den holländischen Showmaster Lou van Burg. Auch kaiserliche Nachkommenschaft ließ sich bei Maria Steinbock und ihrem Mann schön machen. „Ich habe als Kind bei Viktoria Luise, der Tochter des Kaisers, auf dem Schoß gesessen“, sagt die 65-jährige Tochter der heutigen Jubilarin.

Als Maria Steinbock während des Ersten Weltkriegs 1915 in Lippstadt geboren wurde, war ihr späterer, aus Gera stammender Ehemann schon Friseur. Paul Steinbock war fast auf den Tag genau 30 Jahre älter als sie, und er heimste mit seiner Friseurkunst europaweit Preise ein. Maria fing als Kosmetikerin bei ihm an, gemeinsam bauten sie ein florierendes Geschäft auf, das durch den Zweiten Weltkrieg nur kurz gebremst wurde.

Nach der Kriegszerstörung von Hannovers Inennstadt zog der Salon an die Bödekerstraße um, kehrte aber Anfang der Fünfzigerjahre zurück hinter das Opernhaus an die Rathenaustraße. Maria Steinbock leitete damals schon an der Seite ihres Mannes das Geschäft. „Sie ist darin total aufgegangen“, sagt Tochter Jutta, „sie war mit Begeisterung Geschäftsfrau. Darin ist sie mein Vorbild geworden.“

Als Paul Steinbock 1963 starb, übernahm die Witwe mit einer Sondergenehmigung der Innung das Geschäft, obwohl sie keine Friseurmeisterin war. Auch gesellschaftlich keine leichte Sache für eine selbstständige Frau in der jungen Bundesrepublik. 1980 übergab sie das Geschäft an einen angestellten Friseurmeister und zog nach Gifhorn, um sich einer neuen Tätigkeit zu widmen: Sie wurde Großmutter. „Das war eine neue Aufgabe für sie. Völlig ungewohnt, auch für uns, sie kochte, nähte und war plötzlich Hausfrau, Mutter und Oma.“

Das Geburtstagsprogramm in Gifhorn ist üppig: Mittwoch um 11 Uhr gibt es einen Brunch, zu einer weiteren Feier sind die Nachbarn eingeladen. Es gibt sogar noch eine dritte Feier – „aber das ist eine Überraschung“.     

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