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Hannoversche Regisseurin wird zur Staatsfeindin

USA-Einreiseverbot Hannoversche Regisseurin wird zur Staatsfeindin

Ein paar Tage lang war Regisseurin Mina Salehpour, beschäftigt am Schauspiel Hannover, in den USA unerwünscht. Nun wurde das Dekret aufgeweicht. "Ich war unglaublich wütend“, sagt die Künstlerin. Reisen will die 32-Jährige trotzdem in die USA.

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Mina Salehpour vor ihrem Arbeitsplatz, dem Schauspielhaus. 

Quelle: Villegas

Hannover. Als die Regisseurin Mina Salehpour vor ein paar Tagen neue Nachrichten aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten las, musste sie erfahren, dass sie über Nacht zur unerwünschten Person erklärt wurde. Dafür genügte ein Federstrich. US-Präsident Donald Trump hatte das „Dekret zum Schutz der Nation vor terroristischen Angriffen durch ausländische Staatsbürger“ unterzeichnet. Ihre für den Herbst geplante New-York-Reise drohte auszufallen. Die gebürtige Iranerin Salehpour, beschäftigt am Schauspiel Hannover, stammt aus einem jener sieben Länder, deren Bewohner die neuen Herren der Vereinigten Staaten in ihrem Land vorerst nicht sehen wollen. „Ich war unglaublich wütend“, sagt die Künstlerin, plötzlich war sie, eine unbescholtene Bürgerin, Opfer einer angeblichen Anti-Terror-Maßnahme.

„Und so erzeugt man Hass“

Tage später wurde das Dekret aufgeweicht. Bürger mit doppelter Staatsbürgerschaft dürfen nun doch in die USA, auch wenn sie einen Pass aus einer der sieben muslimisch geprägten Nationen haben. Mina Salehpour ist seit ihrem 18.  Lebensjahr auch deutsche Staatsbürgerin. Ihre Wut aber hat kaum nachgelassen, und es geht ihr um mehr als die geplante eigene Dienstreise zu einem amerikanischen Schriftsteller. „Dieses Dekret trifft mehr Menschen als das Klischee des bärtigen und Bomben am Gürtel tragenden Mannes“, sagt sie. Es gehe Trump in Wirklichkeit nicht darum, Gefahren vom Land abzuwehren, sondern Leute wegen ihrer Religion zu brandmarken, und das noch Generationen zurück. Es gehe um Stigmatisierung, „und so erzeugt man Hass“.

Der Fall der Künstlerin ist einer von denen, die zeigen, wie absurd pauschale Einreiseverbote sind, um Muslime zu treffen. Mina Salehpour beschreibt sich als „eine radikale atheistische Mega-Gotthasserin“. Und der iranische Pass, den sie seit ihrer Geburt 1985 besitzt, bedeutet ihr nichts. Wenn man denn etwas Gutes an der US-Ausgrenzungspolitik finden will, dann vielleicht dies: Sie schärft die Sinne. Jedenfalls ging es der Regisseurin so. Dass deutscher Pass und deutsche Kreditkarte Freiheit und Sicherheit bedeuten, das hatte sie schon immer gesagt, halb im Spaß, halb im Ernst. Jetzt wurde ihr noch einmal klar, wie. „Das Grundgesetz ist wichtig und Demokratie nicht selbstverständlich“, sagt Salehpour. Dass nun Donald Trump Präsident ist, schreckt die Regisseurin vor Reisen in die USA nicht ab. Anders als zu Zeiten von George W. Bush, dem Vater des Irak-Kriegs. Damals wollte sie von dem Land nichts wissen.

Jetzt will sie hin, wie schon so oft, „unbedingt, unbedingt“. Sie will dort die Leute treffen, die es kaum aushalten in ihrem eigenen Land. Vermutlich wird sie in der US-Botschaft ein Interview über sich ergehen lassen müssen, und eine Entscheidung der Vertretung abwarten. Lässt man sie einreisen, verdankt sie es ihrem deutschen Pass. Ohne ihn bliebe Mina Salehpour im Trump-Land eine unerwünschte Person, angeblich, um die USA vor Terroristen zu schützen. „Harte Zeiten“, sagt sie.

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