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Orthopäde beschimpft Ordnungshüter

12.000 Euro Strafe Orthopäde beschimpft Ordnungshüter

Ein hannoverscher Orthopäde, der schon mehrfach vor Gericht stand, ist erneut aus der Rolle gefallen und zu einer Geldstrafe von 12.000 Euro verurteilt worden.

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Ein hannoverscher Orthopäde muss für seine Beleidigungen gegen die Polizei tief in die Tasche greifen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Die Staatsanwaltschaft hat dem 54-Jährigen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und versuchte Körperverletzung vorgeworfen, das Amtsgericht einen Strafbefehl über 60 Tagessätze à 200 Euro erlassen. Der konfliktfreudige Arzt hat den Tatvorwurf anerkannt, aber Einspruch gegen die Höhe der Geldstrafe von 12.000 Euro eingelegt.

Der Angeklagte war in einer Novembernacht 2013 gegen 1.40 Uhr auf der Georgstraße nahe der Baringstraße vor ein Auto gelaufen. Verletzt wurde niemand, der Mann auf der Fahrbahn schwankte jedoch so bedenklich, dass der Autofahrer die Polizei rief. Als sich zwei Beamte näherten, titulierte sie der Orthopäde als „Scheißbullen“, ging mit Fäusten auf sie los und bezeichnete sie als „Kinderficker“. Die Polizisten bändigten den Tobenden mithilfe von Pfefferspray und drückten ihn zu Boden, doch auch dort setzte er seine Schimpfkanonade fort und versuchte, nach den Beamten zu treten. Sein später ermittelter Blutalkoholwert lag bei 2,04 Promille.

Der Orthopäde hat offenkundig einen Hang zu ausgefallenen Auftritten. 2012 wurde er wegen Betrugs, Nötigung und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 500 Euro verurteilt. Im Jahre 2010 hatte er einer Prostituierten ihren Lohn vorenthalten und sie in seiner Praxis eingeschlossen. Am gleichen Tag prellte und belästigte er einen Taxifahrer, indem er ihm in den Schritt griff, außerdem beleidigte er Polizeibeamte.

2013 fuhr die Staatsanwaltschaft schweres Geschütz auf und klagte den Mediziner wegen Vergewaltigung einer 43-Jährigen an. Der Angeklagte gab zu, mit seiner „Zufallsbekanntschaft“ 2011 im Hotel Grand Palace leidenschaftlichen Sex gehabt und der Frau im „Nahkampf“ auf dem Teppichboden zahlreiche Bissspuren und Blutergüsse beigebracht zu haben – aber all das sei einvernehmlich geschehen. Weil man dem Arzt nichts Gegenteiliges beweisen konnte, blieb nur der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung übrig; schlussendlich wurde das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße von 7000 Euro eingestellt.

Offenkundig haben die wiederholten Ausraster des Mediziners erhebliche Auswirkungen auf die Umsätze in seiner Praxis. Vor wenigen Wochen reduzierte das Landgericht Hannover in einem Berufungsverfahren die Geldstrafe aus 2012 auf 80 Tagessätze à 40 Euro – macht statt 40 000 Euro nur noch 3200 Euro. Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass das monatliche Nettoeinkommen des Arztes nicht mehr bei rund 15 000, sondern nur noch bei 1200 Euro liegt. Sein Anwalt Jörg Salzwedel zeigte sich gestern optimistisch, dass das Amtsgericht auch die Geldstrafe im aktuellen Verfahren noch erheblich mindern wird.

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