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Hanomag-Areal erhält hochrangige Auszeichnung

Deutscher Städtebaupreis Hanomag-Areal erhält hochrangige Auszeichnung

Beim wichtigsten Architekturpreis des Landes, dem Deutschen Städtebaupreis, hat das Hanomag-Gelände unter mehr als 100 Einsendungen eine Anerkennung eingeheimst. Es ist der einzige Preis, der überhaupt nach Niedersachsen ging.

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Wohnen, Dienstleistungen, Handel: Das Hanomag-Areal ist preiswürdig. Derzeit wird auch noch die alte Villa saniert. Foto: Surrey

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Die Jury lobte die Anstrengung und Kreativität, mit der das seit mehr als 20 Jahren brachliegende Gelände neu belebt wurde. Vertreter des Investors Dibag, des Architekturbüros Agsta und der städtischen Planungsabteilung nahmen den Preis gemeinsam entgegen.

Das Urteil der Jury ist erstaunlich zwiespältig. Ausdrücklich lobt das Gremium die „Konversionsleistung“, ein 70 000 Quadratmeter großes Industriegelände ohne öffentliches Fördergeld so zu revitalisieren, dass ein „weitgehender Erhalt des bedeutenden hannoverschen Industrieareals“ möglich war. Andererseits gibt es an zwei Punkten Kritik. Zum einen bemängelt die Jury, dass im Innenhof viele oberirdische Parkplätze sichtbar sind. „Eine Tiefgarage zu bauen wäre einerseits ein finanzieller Kraftakt, andererseits aber auch wegen der Bodenkontaminationen durch die jahrzehntelange Industrienutzung nicht ganz einfach zu lösen gewesen“, sagt Harald Schulte vom Büro Agsta. Zweiter Kritikpunkt ist, dass in der alten U-Boot-Halle jetzt ein kommerzielles Fachmarktzentrum angesiedelt ist - das gefällt der Jury nicht. Dort sind unter anderem der Zweiradhändler Stadler, der Massivholzmöbelhändler RS und ein Rewe-Markt ansässig. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurde der Charakter der riesigen Halle aber bewahrt, was unter Planern als sehr gelungen gilt. „Wir wundern uns über die Kritikpunkte, freuen uns aber alle sehr über die hochrangige Auszeichnung“, sagt Schulte.

Den ersten Platz im Städtebaupreis teilen sich das sogenannte Weltquartier der Internationalen Bauausstellung Hamburg und der Neubau eines Stadthauses in der Sendlinger Straße in München - der übrigens stammt vom Schweizer Architekturbüro Meili und Peter, das in Hannover den Anbau für das Sprengel Museum entworfen hat. Die Architekten haben auf dem ehemaligen Gelände von „Süddeutscher Zeitung“ und „Abendzeitung“ einen Gebäudekomplex mit Wohn-, Büro- und Handelsnutzungen errichten lassen - dort kritisiert die Jury die kommerzielle Nutzung von Erdgeschossflächen nicht.

Auch 2012 ist eine Belobigung des Deutschen Städtebaupreises nach Hannover gegangen: Damals wurde der Umbau der alten Südstadtschule in der Krausenstraße zum Wohn- und Arbeitsquartier ausgezeichnet. Das gemeinsame Projekt von Mosaik-Architekten und dem Projektentwickler PlanW heimste auch 2013 weitere Preise ein. Auch das Hanomag-Areal hat gute Chancen auf eine weitere Würdigung: Es ist nominiert für den Niedersächsischen Staatspreis Architektur, der im November vergeben wird.

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