Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Mönninghoff geht, eine Frau kommt
Hannover Aus der Stadt Mönninghoff geht, eine Frau kommt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:40 19.08.2013
Von Gunnar Menkens
Ministerpräsident Stephan Weil würdigte die Arbeit von Hans Mönninghoff. Quelle: Alexander Körner
Hannover

Bis zur Wahl eines neuen Oberbürgermeisters im September beziehungsweise einer Stichwahl im Oktober, steht Tegtmeyer-Dette zudem an der Spitze der gesamten Rathausverwaltung. Noch nie zuvor war in Hannover eine Frau zur Ersten Stadträtin berufen worden. Bereits am Mittwoch wurden aus der Wirtschaft erste Forderungen an sie laut: Die Regeln der Umweltzone, die Fahrverbote für schadstoffreiche Autos in der City vorsehen, müssten gelockert werden. Auch brauche Hannover eine grüne Welle.

Der Vorgänger von Tegtmeyer-Dette, Hans Mönninghoff (63), verabschiedete sich am Mittwoch in den Ruhestand. 250 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen zu dem Empfang im Hannover Congress Centrum gab. Sie dankten dem sichtlich bewegten Stadtrat nach 24 Jahren im Rathaus mit stehendem Applaus. Eingefunden hatten sich alles Leute, die Mönninghoff bei seinem Abschied um sich haben wollte. „Ich habe keine Leute eingeladen, die mich geärgert haben“, sagte der langjährige Wirtschafts- und Umweltdezernent. Unter den 250 Menschen war auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), im Rathaus eine zeitlang Mönninghoffs Vorgesetzter. Er würdigte den Grünen-Politiker als einen „Pionier der kommunalen Umweltbewegung“ und einen „gewieften Wirtschaftsdezernenten“, der sich stets treu geblieben sei. Einige Erfolge seien die Kronsberg-Bebauung, Schulsanierungen und die Ansiedlung des Versandhändlers Netrada.

Für die Wirtschaft sagte IHK-Präsident Hannes Rehm, als Dezernent habe Mönninghoff stets „die Balance gehalten“ zwischen den Erfordernissen von Wirtschaft und Umwelt. Manche hatten bezweifelt, dass der Grüne dies schaffen würde. Rehm sagte: „Wenn Hannover ein attraktiver Standort ist, dann ist das ganz wesentlich ihr Verdienst.“

Hans Mönninghoff dankte seiner Familie für den Rückhalt. Frau Heike und Tochter Katja schauten immer wieder gerührt zu ihm hin. Der scheidende Dezernent bat darum, die Verhältnisse richtig zu bewerten. „Es wird nicht hoch genug geschätzt, in welch glücklicher Zeit wir hier leben.“ Vorm Kuchenbuffet warb er um Spenden für sein Brunnenbauprojekt in Tansania. 58 Gäste hatten bis dato 7700 Euro überwiesen.

Die neue Dezernentin ist in Hannovers Kommunalpolitik eine bekannte Größe. Zuletzt arbeitete sie als Prokuristin bei der Üstra, davor leitete sie das Beteiligungscontrolling bei der Region Hannover. Ihren Berufsweg begann die 52-Jährige Anfang der achtziger Jahre an der Universität mit dem Studium von Germanistik und Politik. Danach folgte ein berufsbegleitendes Studium an der Leibniz-Akademie Hannover, das für die spätere Karriere entscheidend war: Tegtmeyer-Dette bildete sich zur Diplom-Verwaltungs-Betriebswirtin weiter. Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe wurde die Grüne am Mittwoch im Rathaus begrüßt.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wissenschaftler wollen das größte Geheimnis des Gehrdener Bergs lüften: Wie alt ist die Wallanlage wirklich? Studenten der FU Berlin führen derzeit Grabungen am Burgberg in Gehrden durch.

03.08.2013

Im monatelangen Streit um die Gastronomie in Herrenhausen gibt es jetzt einen Kompromiss – zumindest für zehn Jahre. So lange ruht der Konflikt zwischen „Schlossküche“ und der Gastronomie im neuen Schloss.

Conrad von Meding 31.07.2013
Aus der Stadt Schließung des Cinemaxx Nikolaistraße - So erinnern sich HAZ-Leser ans Kult-Kino

Große Emotionen, Besuche mit geliebten Personen, der erste Kuss – für viele HAZ-Leser wird das Cinemaxx in der Nikolaistraße auch nach seiner Schließung ein Ort schöner Erinnerungen bleiben. Wir haben gefragt, was unsere Leser mit dem Kult-Kino verbinden.

31.07.2013