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Aus der Stadt Hat Hannover ein Hebammen-Problem?
Hannover Aus der Stadt Hat Hannover ein Hebammen-Problem?
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09:07 28.06.2016
Von Mathias Klein
Qualifizierte Hebammen, wie hier in der MHH, sind derzeit in der Region rar. Daher werden sie jetzt schon aus dem europäischen Ausland angeworben. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Das evangelische Krankenhausunternehmen Diakovere ist höchst unzufrieden mit der Hebammenausbildung in Hannover, die im Regionsklinikum stattfindet. „Entweder, wir werden beteiligt, oder wir bilden künftig selbst Hebammen aus“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Unternehmens, Bernd Weber. Derzeit befinde sich Diakovere mit dem Regionsklinikum über dieses Thema in Gesprächen. Zu Diakovere gehören unter anderem die Krankenhäuser Henriettenstiftung, Friederikenstift und Annastift.

Anfang Juni hatten sich in der Henriettenstiftung so viele Hebammen krank gemeldet, dass die dortige Geburtshilfe kurzzeitig geschlossen werden musste. Die Gleichstellungsbeauftragte der Region sprach daraufhin von einem „Notstand“ bei den Hebammen in und um Hannover.

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Bereits als die Regionsversammlung die Schließung der Geburtshilfe im Nordstadtkrankenhaus beschlossen hatte, wollten die diakonischen Krankenhäuser die Hebammenausbildung für Hannover zentral übernehmen. „In der Region gab es aber die politische Entscheidung, die Ausbildung beim Regionsklinikum zu belassen“, erläuterte Weber. Die derzeitige Situation führe dazu, dass die vom Regionsklinikum ausgebildeten Hebammen nach ihrer Ausbildung meist auch beim Klinikum blieben, weil sie auch nur das Klinikum kennengelernt hätten, sagt der Geschäftsführer der Diakovere-Krankenhäuser, Mathias Winkelhake.

Intern wird bei Diakovere unter anderem beklagt, dass ausgerechnet das Krankenhausunternehmen die Ausbildung in seinen Händen hat, das bei der Zahl der Geburten in der Region nur an dritter Stelle steht. Zudem sind nur die Henriettenstiftung und die Medizinische Hochschule (MHH) auf besondere Risikoschwangerschaften und die Versorgung von Frühgeborenen spezialisiert.

„Wir brauchen in Hannover eine attraktive Hebammenschule“

Der Geschäftsführer des Regionsklinikums, Michael Born, sagte am Mittwoch dazu, man befinde sich derzeit in Verhandlungen mit Diakovere und der MHH. Es sei nicht so einfach, die notwendigen Kapazitäten für die Praxisausbildung zur Verfügung gestellt zu bekommen. Der Ärztliche Direktor der MHH-Frauenklinik, Peter Hillemanns, wünscht sich für die Zukunft eine gemeinsame Lösung: „Wir brauchen in Hannover eine attraktive Hebammenschule“, betonte er.

Um ausreichend Hebammen zu haben, hat Diakovere jetzt in Italien, Tschechien und in Österreich für eine Beschäftigung in Hannover geworben. Noch in diesem Jahr soll das Kreißsaalteam durch sieben Hebammen aus Rom unterstützt werden. Die Verträge seien unterzeichnet, berichtete Winkelhake. Derzeit würden die Hebammen mit einem Deutschkurs auf ihre Aufgaben vorbereitet.

Positiver Ausblick: Erstmals seit 2011 konnte Diakovere im Geschäftsjahr 2015 mit 3,6 Millionen Euro wieder ein positives Jahresergebnis erzielen. Geschäftsführungschef Bernd Weber kündigte an, dass das Unternehmen auch für das laufende Jahr mit einem positiven Ergebnis plant. Auf Dauer sei das aber noch zu wenig, sagte er bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Weber strebt ab dem Jahr 2018 einen jährlichen Gewinn von 7 Millionen Euro an. Dieser sei nötig, um die Investitionen mitzufinanzieren.

Der Aufsichtsratsvorsitzende von Diakovere, Hans Ulrich Anke, sprach am Mittwoch von einer Erfolgsbilanz. Vor zwei Jahren habe sich das Unternehmen noch in einer „krisenhaften Situation“ befunden, sagte er. „Ich bin sehr froh, wie viel in so kurzer Zeit erreicht wurde.“ Dazu hätten die Mitarbeiter mit ihrem Gehaltsverzicht einen entscheidenden Beitrag geleistet. Anke betonte die besondere diakonische Ausrichtung von Diakovere: „Die Patienten kommen auch zu uns, weil sie hier mehr Zuwendung erwarten.“ Diese Tradition müsse trotz aller Sparbemühungen gepflegt werden.

Heute Abend geht es beim HAZ-Forum in der Schalterhalle im Anzeiger-Hochhaus um die Hebammen. Beginn der Diskussionsrunde ist um 20 Uhr.

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