Der Essener Konzern hat in diesen Tagen 270.000 Haushalte in der Region angeschrieben und bietet Verträge mit einjähriger Laufzeit an. RWE habe „unglaublich tolle Preise“, sagte Haus-&-Grund-Chef Rainer Beckmann am Donnerstag. Der Eigentümerverein verwalte 10.000 Wohneinheiten und bereite einen Wechsel von den Stadtwerken zu RWE vor.
Mit seinen Tarifen unterbietet der Essener Versorger die Stadtwerke. Mieter mit einem Durchschnittsverbrauch von 10.400 Kilowattstunden können gegenüber dem Standardtarif der Stadtwerke 96,76 Euro im Jahr sparen - das sind 11,5 Prozent. Für Hausbesitzer mit einem Bedarf von 23.000 Kilowattstunden ergibt sich unter dem Strich eine Ersparnis von sieben Prozent oder 112,27 Euro. Hinzu kommt jeweils noch ein Warengutschein im Wert von 30 Euro.
Bei einem Vergleich mit dem Festpreisangebot „Gas & fix“ der Stadtwerke schrumpft der Preisvorteil allerdings auf 28,46 Euro beziehungsweise 62,95 Euro zusammen. Hinzu kommt, dass RWE seine Gaspreise vom 1. April an für zwölf Monate festschreibt. Die Stadtwerke ihrerseits haben für Oktober bereits eine weitere Preissenkung angekündigt, die sich nach Angaben von Vorstandschef Michael Feist voraussichtlich im Bereich von zehn Prozent bewegen wird.
Zumindest mit ihrem „Gas-&-fix“-Tarif würden die Stadtwerke bei Beginn der Heizsaison wieder unter dem RWE-Angebot liegen. Haus & Grund dauert das zu lange. Seit Herbst seien die Ölpreise um 75 Prozent gefallen, die Stadtwerke senkten die Gastarife zum 1. April aber lediglich um 10,2 Prozent.
„Das ist sehr dreist“, sagte Beckmann. Wenn - wie von der Energiebranche dargestellt - die Entwicklung der Gaspreise an die Notierungen an den Ölmärkten gekoppelt seien, hätten die Stadtwerke ihre Tarife schon jetzt deutlich stärker senken müssen: „So kann man die Kunden nicht schröpfen.“
Beckmann begründete die Parteinahme von Haus & Grund für RWE mit dem hohen Anstieg der Energieausgaben. Vor allem aus diesem Grund hätten sich die Nebenkosten in den vergangenen Jahren zu einer “zweiten Miete³ entwickelt. Auch deshalb hätten viele Immobilieneigentümer zuletzt keine Mieterhöhungen mehr durchsetzen können.
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Kommentare
Preispolitik der Stadtwerke Hannover Manfred Fabianke – 01.08.09
Die Stadtwerke sitzen auf hohem Ross, wenn sie meinen, sie könnten ihre Preispolitik durchsetzen. Zum ersten Mal drängt mit RWE ein ernst zu nehmender Konkurrent auf den hannoverschen Markt.Die Stadtwerke, bis vor kurzem Monopolist, schröpfen die Kunden, wo immer sie können.
Außerdem fragt man sich, ob der eine oder andere Stadtwerker
noch klar im Kopfe ist.
Warum diese böse Formulierung?
Im Jahre 2008 habe ich sage und schreibe f ü n f Jahresabrechungen erhalten (10.07.08 bis 17.07.08).
Im Jahre 2009 gab es dann n u r
d r e i Jahresabrechnungen.
Eine gute Arbeitsweise sieht anders aus.
Manfred Fabianke
Hemelingstr. 7
30419 Hannover
Preispolitik der Stadtwerke Hannover Horst Renner, Hannover – 24.03.09
Die Arroganz des Stadtwerke-Vorstandes beider Preispolitik und auch sonst (zB. gegen-
über säumigen Zahlern - die HAZ berichtete
kürzlich darüber) kennt offenbar keine Gren-
zen.
Weltweit stark fallende Rohstoffpreise und
die Stadtwerke Hannover wagen ab 1.4.2009
eine Erhöhung der Strompreise um rd. 10%
und eine nur leichte Senkung des Gaspreises.
Es ist zu hoffen,dass möglichst viele bis-
herige Stadtwerke-Kunden nun die Gelegen-
heit ergreifen und zu zT. erheblich güns-
tigeren Anbietern wechseln.
Auf diese Weise dürfte auch den Stadtwer-
ken klar werden, dass man so nicht mit
langjährigen, bisher treuen Kunden umge-
hen darf!
H.Renner, Hannover