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Hausbesitzer zieht gegen Pfuscher vor Gericht

60.000 Euro Sachschaden Hausbesitzer zieht gegen Pfuscher vor Gericht

Fehlende Fenster: Das Gericht verurteilt einen Betrüger zu einer Geldstrafe. Der betrogene Bauherr fordert im Zivilprozess 60.000 Euro. Der Bauunternehmer hat bereits wegen kleinerer Vergehen je fünf Vorstrafen in Deutschland und Rumänien.

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Quelle: Symbolbild/Archiv

Hannover. Der Besitzer eines Hauses im Stadtbezirk Ricklingen und einer Wohnung in der Südstadt, der beide Immobilien von Grund auf sanieren wollte, hat Lehrgeld gezahlt: rund 60.000 Euro. Auf Empfehlung eines Architekten hatte er mit dem Chef einer Baufirma einen Gesamtbauvertrag abgeschlossen. Doch dessen Truppe von rumänischen und albanischen Arbeitern, so der Geschädigte, lieferte nur Pfusch ab, der von anderen Handwerkern behoben werden musste.

Angeklagter schwänzt Prozess

Jüngst sollte sich der Firmenchef, der 28-jährige Valentin E., vor dem Amtsgericht wegen Betrugs verantworten: Er hatte vom Bauherrn eine Fensterbestellung über 17.406 Euro angenommen und das Geld kassiert, aber die Fenster weder beim Hersteller geordert noch geliefert. Da der Angeklagte nicht erschien, verurteilte ihn Richter Olaf Wöltje im schriftlichen Verfahren zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 15 Euro, macht 1350 Euro.

Auch der Verteidiger von E. erschien nicht zur Verhandlung; ihm hatte sein Mandant dem Vernehmen nach die Zahlung des fälligen Vorschusses verweigert. Doch über solche Ärgernisse kann der 36-jährige Bauherr nur müde lächeln: Er muss mit Verlusten in ganz anderen Dimensionen leben. „Ohne Empfehlung wäre ich nie auf diesen Unternehmer gekommen“, berichtete er. Der in Linden lebende Rumäne habe ihm im Sommer 2016 ein vernünftiges Angebot unterbreitet, schnell sei man sich handelseinig geworden. Dann legte die Baukolonne los, doch ihre Stärken lagen offenbar nur im Abrissgeschäft. Zudem sollen die Arbeiter sehr schlecht entlohnt worden sein.

Viel Pfusch am Bau

Wenn es um das Errichten gerader Wände, das Verputzen von Fassaden oder das Verlegen von Leitungen ging, offenbarte die Truppe eklatante Schwächen. So musste ein Keller, der aufgrund falsch verlegter Abflüsse feucht wurde, saniert werden. Der 36-Jährige zahlte Abschlag um Abschlag, doch erst nach und nach traten die Mängel offen zutage. Um den Jahreswechsel herum kam es zum Eklat. „Als der Firmenchef weitere 2000 Euro für den Transport der Fenster forderte, zog ich die Reißleine“, sagte der Hausbesitzer.

Ein unbeschriebenes Blatt ist der 28-jährige Bauunternehmer nicht, er hat wegen kleinerer Vergehen bereits je fünf Vorstrafen in Deutschland und Rumänien kassiert. Ein waschechter Betrug war allerdings noch nicht dabei. Mit seinem verärgerten Kunden aus Hannover lieferte sich E. Anfang 2017 noch einige anwaltliche Scharmützel, dann brach der Kontakt ab. Jetzt versucht der Hausbesitzer, auf zivilrechtlichem Wege rund 60 000 Euro Schadensersatz zu erstreiten. Doch auch wenn sein ehemaliger Vertragspartner einen Porsche fahren und „auf dicke Hose“ machen soll: Das Betrugsopfer rechnet sich wenig Chancen aus, sein Geld wiederzusehen. „Ich habe viel gelernt aus der Geschichte“, sagt der 36-Jährige. „Ich bezahle Handwerker nicht mehr im Voraus.“

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