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Hautausschlag vom Digitalfunk

Polizei Hautausschlag vom Digitalfunk

Von den neuen mobilen Digitalfunkgeräten der Polizei geht möglicherweise ein erhebliches Gesundheitsrisiko aus. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler aus England.

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Die Digitalfunkgeräte der Polizei sind möglicherweise gesundheitsgefährdend.

Quelle: dpa

Hannover. Forscher der Universität Warwick, die sich seit dem Jahr 2003 mit den Folgen der von den Geräten ausgehenden Tetra-Strahlung beschäftigen, kommen zu dem Schluss, dass die Strahlen unter anderem zu Hautausschlag, Halluzinationen und Schlafstörungen führen können.

Bei der Polizeidirektion Hannover sind die neuen digitalen Funkgeräte seit Mai im Probebetrieb. Das bedeutet, dass sie in jeder Dienststelle verfügbar sind und die Beamten sich damit auseinandersetzen sollen. Die dienstliche Verständigung zwischen den Polizisten im Einsatz erfolgt bis auf Weiteres über die alten analogen Funkgeräte. Noch gibt es keinen konkreten Zeitplan, wann die Behörde vollständig auf die neue Technologie umstellen wird.

In England dagegen wurde der Digitalfunk einem Bericht des „Behördenspiegel“ in der aktuellen Ausgabe zufolge bereits im Jahr 2001 flächendeckend eingeführt. Innerhalb der ersten neun Monate stieg die Zahl der gesundheitlichen Beschwerden der Beamten rapide an. Die Ermittler klagten vermehrt über Übelkeit, Schlaflosigkeit, Hautausschlag, Zahnschmerzen und Nasenbluten. Zudem wurden in dieser Zeit fünf Fälle von Halskrebs bei Polizisten diagnostiziert, die in unmittelbarer Nähe der Ladestationen für die neuen digitalen Funkgeräte arbeiteten. Aus diesem Grund gab das Innenministerium 2003 die „Airwave Health Monitoring Study“ in Auftrag, eine umfassende Reihenuntersuchung, die bis zum Jahr 2018 läuft.

Auch in Deutschland wird derzeit zu den Folgen der Tetra-Strahlen des Digitalfunks geforscht. Im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz untersuchen Wissenschaftler an der Berliner Charité noch bis zum 30. September 2013 die Einflüsse der Strahlen auf die Gehirnaktivität. Zwischenergebnisse wie die der Kollegen aus England liegen von den Berliner Forschern bislang nicht vor.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert seit langem einen Nachweis für „die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Digitalfunksystems“. „Es ist die Aufgabe von Personalvertretungen und Arbeitssicherheitsexperten, sich mit möglichen Gefahren im Vorfeld der Einführung der neuen Technik auseinanderzusetzen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist“, sagt Niedersachsen GdP-Chef Dietmar Schilff. Die Forschungslandschaft hinsichtlich elektromagnetischer Strahlungen ist laut Schilff ein „Flickenteppich“, dessen Lücken geschlossen werden müssen. Die Polizei hält die jetzt veröffentlichten Aussagen der englischen Forscher dagegen für nicht aussagekräftig. „Die Studie läuft noch bis 2018, erst dann liegen handfeste Ergebnisse vor“, sagt Christian Jazen von der Zentralen Polizeidirektion (ZPD).

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