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Hebammen demonstrieren gegen Klinikpläne

Protest am Siloah-Krankenhaus Hebammen demonstrieren gegen Klinikpläne

Hebammen aus der Region haben am Mittwochvormittag vor dem Siloah-Krankenhaus gegen die Reformpläne des Regionsklinikums demonstriert. Wie sehr das Thema die Menschen in der Region bewegt, wurde am Dienstagabend auch im HAZ-Forum zur Zukunft der Kliniken deutlich.

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Demo von Hebammen vor dem Siloah-Krankenhaus.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Die Hebammen forderten die Rücknahme der Pläne, die unter anderem die Schließung der Geburtshilfe im Klinikum Nordstadt vorsehen. Im Siloah trifft sich heute der Aufsichtsrat des Klinikum Region Hannover (KRH). Die für die heutige Sitzung eigentlich geplante Abstimmung über das Medizinkonzept 2020, zu dem auch die Schließung der Klinik in Springe gehört, ist verschoben worden. Derzeit gibt es für die Pläne der Geschäftsführung keine Mehrheit in dem Kontrollgremium. Aufsichtsratschef Hauke Jagau hat jedoch angekündigt, die Pläne noch in diesem Jahr verabschieden zu wollen. Am Dienstagabend hatte es bereits in Springe eine Großdemo gegeben. Dort gingen 1500 Menschen auf die Straße, um gegen die Schließung der Klinik zu protestieren.

Klinikvertreter und Politiker stellen sich im HAZ-Forum

Wie sehr die Reformpläne die Menschen in der Region bewegen, zeigte sich auch im HAZ-Forum, das am Dienstagabend in der Schalterhalle des Anzeiger-Hochhauses stattfand. Die HAZ hatte Klinikvertreter und Politiker an einen Tisch gebracht. Den Fragen der HAZ-Leser stellten sich Prof. Thomas Moesta (Klinikum Region Hannover), Hendrik Hoppenstedt (CDU-Regionschef), Hauke Jagau (Regionspräsident), Bernd Weber (Diakonische Dienste Hannover) und Dr. Andreas Tecklenburg (Medizinische Hochschule). Auch wenn es naturgemäß unterschiedliche Ansichten zu Detailfragen gab, so schälte sich im Laufe der fast zweistündigen Debatte in HAZ-Forum ein breiter Konsens heraus: Unter den drei Klinikträgern und den Fachleuten gab es viel Zustimmung für die geplanten Reformen im KRH.

Ist die Zukunft der Krankenhäuser in der Region gesichert? Welche Folgen hat die angekündigte Schließung von Kliniken? Die HAZ hat die Klinikvertreter und Politiker am Dienstagabend an einen Tisch gebracht.

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Fazit: Es gibt einen breiten Konsens der drei Klinikträger und unter den Fachleuten viel Zustimmung für die geplanten Reformen im KRH. CDU-Politiker Hendrik Hoppenstedt hatte Mühe, dem etwas entgegenzusetzen – das allerdings wäre gegenüber drei Fachleuten plus dem Regionspräsidenten auch viel verlangt gewesen. Insgesamt eine erfreulich sachliche Diskussion zu einem hochemotionalen Thema. Wie sehr das Thema die Gemüter erhitzt, zeigte sich an diesem Abend passenderweise andernorts: In Springe demonstrierten am Abend 15000 Menschen für den Erhalt des dortigen Klinikums. Eins noch: Wir übergeben die Fragen der Leser, die noch nicht beantwortet werden konnten, Herrn Prof. Moesta vom KRH, der sie sämtlich in den kommenden Tagen beantworten möchte .

+++ 21.45 Uhr: Jagau wünscht sich 2020 drei gesunde Krankenhausträger in der Region, Hoppenstedt wünscht sich fürs KRH, dass es die Struktur so halten kann. Prof. Moesta wünscht sich "eine ganze Menge Dinge". Aufgabe des KRH sei die wohnortnahe Notfallversorgung und ein Ende des "ruinösen Konkurrenzkampfes".

+++ 21.43 Uhr: Weber: 2020 werden wir statt 5 oder 6 Standorte noch 3 haben und werden intensiv mit den anderen Kliniken versetzt sein.

+++ 21.42 Uhr: Brandt leitet die Schlussrunde ein: Wie sieht Hannovers Kliniklandschaft 2020 aus? Tecklenburg : Eine große, gemeinsame Wäscherei, Küche, ein gemeinsamer Einkauf für ALLE Kliniken. Das heiße aber Personalabbau, sagt Brandt. "Natürlich", sagt Tecklenburg.

+++ 21.29 Uhr: "Wir wollen eine Gesamtstrategie aller Krankenhausträger für die Region Hannover. DDH und MHH müssten zustimmen, dass ins KRH investiert wird", so Röhmann . Die Region habe in den vergangenen Jahren eine überdurchschnittliche Förderquote. Das heiße aber nicht, dass das Land ein Zukunftskonzept wie das des KRH nicht unterstütze. Röhmann freut sich auf die Gespräche mit MHH, DDH und KRH. "Das habe ich sonst nicht so oft, dass sich die Träger schon im Vorfeld so einig sind."

+++ 21.37 Uhr: Röhmann weist darauf hin, dass die drei Vertreter konkurrierender Kliniken auf dem Podium den ganzen Abend nicht gestritten hätten. Das sei typisch für solche Diskussionen. Dort, wo sich Konkurrenten nicht einig geworden wären, seien notwendige Strukturveränderungen ausgeblieben. Röhmann kündigt an, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. Das nimmt der CDU den Wind aus den Segeln, die stets argumentiert, dass das Land die Reformen im KRH sicher nicht unterstützen werde. Eine Klinik wie die in Springe habe keine Zukunft, sagt Röhmann.

+++ 21.36 Uhr: Brandt fragt nach der Finanzierung der Medizinstrategie 2020. Staatssekretär Jörg Röhmann sagt für das Land in eine zukunftsfähige Struktur könne man durchaus investieren.

+++ 21.34 Uhr: Hoppenstedt: "Man kann jetzt schlecht von einer Partei erwarten, dass sie jetzt eine Medizinstrategie entwickelt. Ich wünsche mir auch ein kommunales Klinikum. Aber: Wir müssen das Defizit in den Griff kriegen, und wir müssen vergleichbare Strukturen für alle Bürger der Region haben. Ich möchte nicht privatisieren, ich bin aber bei dem Konzept skeptisch."

+++ 21.31 Uhr: Brandt fragt noch einmal: "Was wäre denn, wenn das nicht funktioniert? Muss man verkaufen? Braucht man kommunale Trägerschaft?" Jagau: "Für mich ist eine Privatisierung nicht vorstellbar. Es wäre eine massive Verschlechterung für die Versorgungssicherheit. Wenn man das neue Konzept scheitern ließe, wäre es ausgesprochen schwierig."

+++ 21.30 Uhr: "Wir haben in Deutschland 60 Millionen Euro, die für stationäre Behandlung ausgegeben werden. In Niedersachsen sind es 6,3 Millionen Euro. Das ist schon ein Wort." Man sei der Meinung, dass nur in zukunftsfähige Strukturen investiert werden solle, sagt Jahns .

Alle an einem Tisch (von links nach rechts): HAZ-Chefredakteur und Moderator Hendrik Brandt, Prof. Dr. Thomas Moesta (Klinikum Region Hannover), Hendrik Hoppenstedt (CDU-Regionschef), Hauke Jagau (Regionspräsident; SPD), Bernd Weber (Diakonische Dienste Hannover) und Dr. Andreas Tecklenburg (Medizinische Hochschule).

Quelle: Kleinschmidt

+++ 21.27 Uhr: Brandt spricht Frau  Jahns vom Verband der Ersatzkassen an: Wie es denn sei mit der Unterfinanzierung? Jahns sagt, man halte sich an die gesetzlichen Regularien. Man habe im vergangenen Jahr 40 Millionen Euro zusätzlich ins System gegeben. "Die gesetzlichen Krankenkassen kommen ihrer Verpflichtung nach", sagt sie.

+++ 21.26 Uhr: Tecklenburg verweist auf die hohen Zufriedenheitswerte der Frauenklinik der MHH. Wenn sich so viele für MHH und DDH entscheiden, könne es nicht so schlimm sein.

+++ 21.23 Uhr: Viele Publikumsbeiträge konfrontieren die Diskussionsteilnehmer mit teils unangenehmen Aspekten: Ein DDH-Mitarbeiter spricht etwa von schlechten Arbeitsbedingungen, die dazu führen, dass die hochqualifizierten Mitarbeiter nur Patienten durchschleusen können. Im Publikum sitzt auch der Ärztliche Direktor eines mittlerweile privatisierten Hauses im Weserbergland. Wo ist der Plan B der Reformkritiker, fragt er. Und eine junge Mutter mit Baby auf dem Arm sagt, sie habe sich vor der Geburt bewusst für das Nordstadtkrankenhaus entschieden. Sie habe schlimme Geschichten aus MHH und DDH gehört, wo Mütter ihre Kinder auf dem Flur entbinden mussten.

+++ 21.20 Uhr: Moesta: "Es ist ein Problem dieses Klinikums, dass es alle Wünsche befriedigen soll. Das geht dann auf dem Rücken der Mitarbeiter." Einerseits müsse man wirtschaftlicher werden, andererseits dürfe man kein Haus schließen. Moesta wehrt sich wiederum gegen Angriffe von außen, es sei eine Schließungsdiskussion. "Es ist eine Rettungsaktion."

+++ 21.17 Uhr: Eine junge Ärztin im Publikum beschreibt die Verhältnisse von Kolleginnen in DDH und KRH, die überlastet sind und kaum Zeit für ihre Patienten haben. "Welche Perspektiven können Sie da anbieten?" Jagau sagt, dass man mit dem Medizinkonzept dazu beitragen werde, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. "Jeder, der etwas nicht will, muss sagen, was er denn besser machen will." Bernward Schlossarek , CDU-Regionsfraktionsvorsitzender und Kritiker der Medizinstrategie 2020 des KRH, sitzt im Publikum und lacht verächtlich.

+++ 21.13 Uhr: Eine Hebamme aus dem Nordstadtkrankenhaus will wissen, was aus der Hebammenschule wird. Moesta sagt, es gebe zwei Partner, die an der Hebammenschule interessiert seien. "Das ist wirklich unproblematisch." Die beiden Partner sind MHH und DDH. Sowohl Weber als auch Tecklenburg zeigen Interesse. Man könne ein Netzwerk schaffen, sagt Tecklenburg.  Moesta sagt: "Wir müssen zum Netzwerk werden, und nicht zum Sammelsurium konkurrierender Einheiten."

+++ 21.11 Uhr: Wohnortnahe Versorgung sei per Definition, wenn der Patient innerhalb einer halben Stunde in der Klinik sein könne, die er braucht, sagt Jagau . Dafür stehe er.

+++ 21.10 Uhr: Ein Zuschauer will wissen, warum das Oststadtkrankenhaus geschlossen worden ist, obwohl es mehr als 300 Betten hat. Moesta antwortet, es sei nicht geschlossen, sondern mit dem Siloah zusammengelegt worden. "Beide Strukturen waren nicht erhaltenswert." Die baulichen Verhältnisse seien zu schlecht gewesen.

+++ 21.07 Uhr: Hoppenstedt hatte vorhin berichtet, er sei gestern als Patient in der Notaufnahme des Burgwedeler Klinikums gewesen. "Sie waren mit einer Schnittwunde da", sagt Moesta . "Wären Sie auch mit einem Herzinfarkt hingegangen?". Ja, sagt Hoppenstedt. "Dann wären Sie möglicherweise jetzt tot", sagt Moesta.

+++ 21.05 Uhr: Hoppenstedt fragt, warum man denn ein regionales Klinikum vorhält, wenn man nicht überall patientennah Krankenhäuser unterhalten kann. Er befürchtet, dass das derzeitige Konzept nicht dazu geeignet ist, das Defizit zu senken. Prof. Moesta kritisiert die Diskussionsführung der CDU. "Wir erörtern dem Aufsichtsrat anderthalb Tage lang unser Konzept, und der Erste, der es in der Zeitung kritisiert, ist der, der nicht da ist. Ich kann diese Art der Diskussion nicht mehr ertragen."

+++ 21 Uhr: Prof. Weber sagt, Geburten seien wirtschaftlich "kein Bringer". Das liege schon alleine an den hohen Prämien für die Haftpflichtversicherung. Die könnten sich kleine Häuser oft schon nicht mehr leisten.

+++ 20.59 Uhr: Prof. Weber (DDH) s agt, man könne nicht alle KRH-Geburten übernehmen, aber man sei überzeugt, dass man einen Großteil auffangen könne - "wenn sie denn kommen". Bewerber aus dem Regionsklinikum würden dann bevorzugt genommen. In der MHH sind innerhalb von sechs Jahren aus 1500 Geburten im Jahr 2500 geworden. Tecklenburg rechnet damit, dass es durch die Schließungen beim KRH rund 700 mehr werden könnten. "Lohnt sich das?", fragt Brandt . "Lohnen nicht", sagt Tecklenburg . "Es trägt sich."

+++ 20.56 Uhr: HAZ-Chefredakteur Brandt gibt die Fragen von Lesern weiter, wie andere Kliniken den Verlust der Geburtskliniken des KRH auffangen sollen. Wie viele Geburten braucht man im Jahr, damit sich eine Geburtsklinik wirtschaftlich betreiben lässt, fragt er Prof.   Moesta (KRH).  Moesta: 1200 bis 1500 Geburten können reichen, wenn man zusätzlich eine starke Gynäkologie hat. Im Nordstadtkrankenhaus waren es im vergangenen Jahr 890, in Neustadt 830, 770 in Gehrden und 580 in Großburgwedel . Risikopatientinnen könnten schon jetzt nicht nach Burgwedel gehen, weil es dort kein Perinatalzentrum gebe, sagt er.  
 hat 93 Betten. Was allerdings in Deutschland fehle, seien sogenannte Praxiskliniken, wie sie das KRH in Springe plant. Hier könnten beispielsweise alte Menschen nach Schwächeanfällen aufgepäppelt werden. "Aber was ich sehe, ist, dass Menschen sehr weit fahren, um eine gute Behandlung zu bekommen." Die Menschen informierten sich heutzutage sehr genau über das Internet, wo sie die beste Behandlung bekommen. Jemand mit einem komplizierten Bauchspeicheldrüsenkrebs gingen schon heute nicht nach Springe.

+++ 20.47 Uhr: Brandt spricht die schon bestehende Kooperation zwischen DDH und MHH am Beispiel der Orthopädie des Annastifts an. "Ist das nicht der Weg der Zukunft?", fragt er Dr. Andreas Tecklenburg (MHH) .

+++ 20.45 Uhr: Weber: "Wir sind alle einig, dass wir mehr Geld bräuchten, um die Häuser auch baulich gut auszustatten. Das kann man nur lösen, wenn man neue Strukturen schafft." Brandt will wissen, was das konkret für die DDH und ihre Patienten bedeute. Es gebe an zwei Standorten Geburtshilfe und Gynäkologie. Beides werde man zusammenfassen.

+++ 20.40 Uhr: Brandt spricht jetzt Prof.  Weber von den Diakonischen Diensten an. Auch hier gibt es Fusionsüberlegungen. Weber ist für Henrietten-, Friederiken- und Annastift zuständig. Er zitiert ein Ranking, nachdem zwei der Häuser unter den besten 100 Deutschlands gelandet sind. Der Weg, den die DDH beschreiten, sei ähnlich wie der, den das KRH diskutiert. "Ein Krankenhaus ist heute keine additive Veranstaltung mehr." Es könne nicht überall alles geben, sondern es müssten Zentren gebildet werden.

+++ 20.39 Uhr: HAZ-Chef Brandt fragt: "Was kann ein Krankenhaus in Springe nicht, was ein größeres Krankenhaus kann." Moesta: "Zum Beispiel eine Herzkatheteruntersuchung."

+++ 20.38 Uhr: Moesta (KRH): "Ich bin in keiner Partei, und ich bin mit vollem Herzen Arzt. Ich bin hier nicht angetreten, um zu sanieren." Die Arbeitsgruppe habe hauptsächlich aus Ärzten und Pflegepersonal bestanden. "Ich werde mich nicht dazu hergeben, dazu instrumentalisiert zu werden, nur zu sparen."

+++ 20.35 Uhr: "Es kann niemand Burgwedel zumachen, ohne zu gewährleisten, dass es eine neue Klinik um ländlichen Raum gibt", sagt  Jagau.

+++ 20.33 Uhr: Hoppenstedt findet das "nicht seriös". Man könne nichts versprechen, für das man keine finanziellen Zusagen habe. "Das ist ein veritables Problem." Es würden jetzt Fakten geschaffen, indem man davon spricht, ein Haus zu schließen. Jagau reagiert darauf sehr emotional: "Sie reden eine Schließung herbei. Nirgendwo steht, dass das Haus geschlossen wird. Es gibt einen Prüfauftrag, zu gucken, ob man zwei Kliniken zusammenlegen kann." Die zahlreichen CDU-Vertreter im Publikum grummeln.

+++ 20.29 Uhr: Brandt lässt ein Patientenfoto aus dem Klinikum Siloah zeigen, auf dem drei Patienten auf Liegen zu sehen sind, die auf den Flur geschoben worden sind. "Ist das jetzt die Zukunft?", fragt Brandt. Prof. Moesta vom KRH findet den Vergleich "unfair". Der Zusammenzug zweier Kliniken sei ein hochkomplexer Vorgang. Sicher sei noch nicht alles perfekt, aber der Prozess sei im Großen und Ganzen hervorragend gelaufen. Was die sogenannte "Medizinstrategie 2020" angeht, sagt Moesta, Ziel sei nicht, zu sparen. Vielmehr solle die Strategie Qualität schaffen. Moesta wundert sich, dass der Osten der Region sich gegen die Reform wehrt. "Er kriegt die gesamten Investitionen."

+++ 20.26 Uhr: Hoppenstedt weist darauf hin, dass viele Spitzenleute aus dem KRH sich beruflich anders orientieren. Auf diese Weise erfülle sich die Prophezeiung der Region selbst - denn so leide die Qualität. Hoppenstedt bezweifelt, dass die Region in der Lage sein wird, 200 Millionen Euro für ein neues Krankenhaus auszugeben. Der anwesende Staatssekretär im Sozialministerium, Röhmann, könne dazu sicher später etwas sagen.

+++ 20.25 Uhr: Jagau weist darauf hin, dass die Häuser in Neustadt und Gehrden gestärkt werden sollen. "Das ist ländlicher Raum, wie er leibt und lebt." Die Kliniken in Burgwedel und Lehrte indes seien langfristig nicht in der Lage, den benötigten hohen Standard jeweils alleine zu halten. "Deshalb wird geprüft, ob es möglich ist, dass beide zusammen in der Lage sind, die Qualität hoch zu halten." Das Klinikum in Springe sei zu klein, um langfristig konkurrenzfähig zu sein.

+++ 20.21 Uhr: Brandt zitiert eine Leserin, die beanstandet, der ländliche Raum solle ausgeblutet werden. Ein Leser aus Langenhagen meint, das neue Siloah solle auf Kosten der Kliniken auf dem Land gestärkt werden.  Jagau entgegnet, dass die Patienten sich sehr genau darüber informieren, wo sie eine gute Behandlung erhalten. Daher müsse die Qualität gut sein, um Krankenhäuser gut auszulasten.

+++ 20.18 Uhr: Prof. Thomas Moesta (KRH) sagt, es sei sehr viel mehr medizinischer Bedarf da, als derzeit geleistet werde – allerdings seien die Mittel begrenzt. Immerhin seien in Hannover Häuser in öffentlicher Trägerschaft am Markt. Auf diese Weise könnten die gesamten finanziellen Mittel in die Gesundheit der Patienten investiert werden. "Wir geben all das Geld aus, dass Sie uns geben, in der bestmöglichen Form." Moesta sagt, ein Problem sei, dass Notfallmedizin teuer und nicht sehr gewinnbringend ist. Diese aber müsse ein öffentliches Klinikum gewährleisten.

+++ 20.14 Uhr: HAZ-Leserin Astrid Jäger hatte per E-Mail gefragt, ob die politisch Verantwortlichen diesem Problem tatenlos zusehen wollen. Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) weist darauf hin, dass Niedersachsen das westdeutsche Flächenland mit dem niedrigsten sogenannten Landesbasisfallwert ist, also die Krankenhäuser die geringsten Mittel bekommen. CDU-Regionschef Hendrik Hoppenstedt dringt darauf, bei den Korrekturen den ländlichen Raum nicht abzuhängen. Hoppenstedt: Die Verlustbringer im KRH liegen nicht grundsätzlich auf dem Land.

+++ 20.11 Uhr: Tecklenburg: Alle Krankenhäuser sind von dieser Unterfinanzierung gleichermaßen betroffen. Darunter leiden die Patienten, weil etwa die sogenannten Kontaktzeiten immer kürzer werden. Die Reformpläne des Klinikums Region Hannover (KRH) hält Tecklenburg "grundsätzlich für gut". In kleinen Einheiten könnten Krankenhäuser nicht mehr überleben.

+++ 20.08 Uhr: Bernd Weber von den Diakonischen Diensten Hannover macht dafür zum einen die schlechte finanzielle Ausstattung durch das Land verantwortlich. Dr. Andreas Tecklenburg (Medizinische Hochschule) stellt für die MHH heraus, dass die Uniklinik dieselben Leistungen erhält wie andere Häuser, davon aber noch Forschung und Lehre bestreiten muss. 70 Prozent der Unterschiede zwischen den Ländern bei der Krankenhausfinanzierung seien historisch bedingt, sagt Tecklenburg.

+++ 20.06 Uhr: Zunächst sollte geklärt werden, worum es überhaupt geht: In der Region Hannover gibt es 24 Kliniken mit 7500 Betten. Die größte Gruppe ist das Klinikum Region Hannover, es folgen die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die Diakonischen Dienste Hannover (DDH). Nach Angaben der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft sind zwei Drittel der Kliniken im Lande finanziell malade.

+++ 20 Uhr: Es ist Punkt 20 Uhr, die Debatte kann beginnen. HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt begrüßt die Gäste. Es werde an diesem 11.11. sicher nicht so lustig wie im Rheinland, wo heute der Karneval begonnen hat – aber möglicherweise ähnlich turbulent.

+++ 19.55 Uhr: Noch wenige Minuten, dann beginnt in der Schalterhalle des Anzeigerhochhauses die Diskussion. Das Thema ist brandaktuell und polarisiert: Selten waren die Karten für ein HAZ-Forum so schnell ausverkauft. Kein Wunder: An diesem Abend hat die HAZ erstmals prominente Beteiligte aller Seiten an einen Tisch gebracht. Ob sie die Sorgen vieler Einwohner der Region Hannover um die Zukunft der Gesundheitsversorgung zerstreuen können? Wir sind gespannt.

+++ 19.50 Uhr: Auch HAZ-Leser, die heute Abend nicht vor Ort sein können, reden mit: Bei Facebook, Twitter und per e-Mail haben wir Fragen gesammelt. Nun werden wir Sie beim HAZ-Forum den Gästen auf der Bühne stellen. So fagte etwa Facebook-Nutzer "Physis Burgwedel": Wird das Klinikpersonal 1:1 auf andere Häuser verteilt und übernommen? Und Katja Oldendorf fragt ebenfalls bei Facebook: Warum wird die Geburtsklinik in Großburgwedel jetzt schon bzw. Anfang nächsten Jahres geschlossen. Und gibt es dann im geplanten Neubau eine Neue? Die Antworten erfahren Sie natürlich umgehend hier im Liveticker.

frs/mic/fx

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