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Aus der Stadt Heftige Kritik an „Sackgesicht“-Slogan von Aha
Hannover Aus der Stadt Heftige Kritik an „Sackgesicht“-Slogan von Aha
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00:15 05.11.2017
Von Mathias Klein
Gesichtsverlust? Geht es nach den Aha-Strategen, ersetzen Altpapiertonnen die blauen Säcke. Fotos: Franson Quelle: Samantha Franson
Hannover

Die CDU fordert den sofortigen Stopp der neuen Werbekampagne des Abfallwirtschaftsbetriebs Aha für die Altpapiertonne. „Sei kein Sackgesicht“ ist das Motto der Kampagne in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Es sei zwar vermutlich ironisch gemeint, sagt der Chef der CDU-Regionsfraktion, Bernward Schlossarek, das Schimpfwort „Sackgesicht“ sei aber „vollkommen geschmacklos und beleidigend. Es diffamiert sämtliche Nutzer des Abfallsacks“.

Um den massenhaften Verbrauch von blauen Säcken einzudämmen, sollen Verbraucher ab dem nächsten Jahr einen Euro bezahlen. Noch besser sei es, auf die umweltfreundlichere blaue Tonne umzusteigen, rät Aha.

Aha hat in der vergangenen Woche eine Kampagne für die blaue Altpapiertonne gestartet, mit der der Betrieb die Kunden vom Gebrauch der blauen Altpapiersäcke abbringen will. Das Unternehmen präsentierte dafür mehrere Gründe. Zunächst hieß es, dass die bisher kostenlosen Säcke zu oft für andere Zwecke missbraucht würden, weshalb sie ab Jahreswechsel kostenpflichtig werden. Dann kam das Umwelt- und Kostenargument hinzu: Plastiksäcke für Altpapier seien nicht mehr zeitgemäß und müssten überdies einzeln aus den Papierbergen heraussortiert werden. Und schließlich kamen noch Gesundheitsgründe hinzu: Für Aha-Mitarbeiter sei das Heben der schweren Säcke eine zu hohe Belastung.

Der neuen Kostenpflicht für blaue Säcke hat die Regionalpolitik bereits zugestimmt. An der Kampagne aber entzündet sich jetzt Ärger. Das Verteilen der Werbezettel für die Altpapiertonne müsse sofort eingestellt und das Motto verändert werden, fordert Schlossarek. Der Abfallsack, egal ob für Papier oder für Restmüll, sei Bestandteil der Abfallsatzung von Aha. Daher dürfe es keine „beleidigende Kampagne“ gegen die Nutzer dieser Säcke geben. „Das können wir nicht akzeptieren“, sagt Schlossarek.

Humor oder Beleidigung?

Fraktionskollege Oliver Brandt hat sich sogar an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewandt. „Gerade ein öffentlicher Dienstleister sollte sich meiner Auffassung nach nicht einer sprachlich-geschlechtlichen und abwertenden Werbung bedienen“, teilt Brandt mit. Auch der Koalitionspartner SPD ist nicht glücklich über das Motto. Es sei nicht gerade eine „nette Ausdrucksweise“, sagt deren Abfallexperte Wolfgang Toboldt. FDP-Mann Klaus Nagel findet das Motto ausgesprochen unpassend: „Mit Diffamierungen gewinnt man keine neuen Freunde.“

Mit dem Kampagnenmotto „beweisen wir Humor“, behauptet dagegen Aha-Sprecher Stefan Altmeyer. Es gehe darum, Menschen auf „provokante Art und Weise“ dazu zu bringen, über einen Wechsel vom Plastiksack zur Altpapiertonne nachzudenken. „Es liegt Aha fern, Mitmenschen zu beleidigen oder zu diskriminieren“, betont er. Die Kampagne beziehe sich zudem ausdrücklich nur auf das Altpapier und nicht auf die Restabfallsäcke, mit denen im Umland Müll entsorgt werden kann.

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