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Interview

„Für Kinder und Jugendliche hoch problematisch“

Nachgefragt zum Thema E-Zigarette bei Prof. Bernd Schönhofer, Chefarzt für Lungenheilkunde am Klinikum.

Foto: Darf man oder darf man nicht? Für elektronische Tabakware gibt es keine einheitliche Regel.

Darf man oder darf man nicht? Für elektronische Tabakware gibt es keine einheitliche Regel.

© Surrey

Herr Schönhofer, die E-Zigarette wird als „gesunde Alternative“ zum Rauchen gehandelt. Stimmen Sie dem zu?

Das darf man nicht schwarz-weiß sehen. Besser ist es natürlich, mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn es aber eine Alternative sein soll, dann ist die E-Zigarette sicherlich der bessere und gesündere Weg, seiner Sucht nachzugehen.

Was ist der Vorteil?

Die E-Zigarette enthält kaum die 3000 bis 4000 toxischen Substanzen, die in normalem Zigarettenrauch vorkommen. Diese Giftstoffe sind das große Übel, die zum Beispiel zu schweren Lungen- oder Krebserkrankungen führen. Die E-Zigarette funktioniert dagegen mit flüssigem Nikotin, das zu Wasserdampf wird.

Ist Nikotin nicht auch schädlich?

Nikotin wirkt anregend auf unser Gehirn und ist der eigentliche Suchtmacher. Nikotin kann sich unter Umständen zwar negativ auf die Blutgefäße und den Kreislauf auswirken, ist aber lange nicht so schädlich wie die anderen Gifte, die im Tabak enthalten sind.

Es gibt Liquids mit Vanille- und Cola-Geschmack – das könnte junge Leute auf den Geschmack bringen.

Ich kann nur dringend abraten, Kindern oder Jugendlichen so etwas zu erlauben. Nikotin hat massives Suchtpotenzial und ist daher auch für Kinder hoch problematisch. Unter Umständen ist das die Einstiegsdroge zu Schlimmerem. Dazu kommt, dass die E-Zigaretten und Liquide Substanzen enthalten, die nie hinreichend auf Giftigkeit geprüft wurden.

Wie steht es bei der E-Zigarette um die Passivraucher?

Nach dem Stand des heutigen Wissens besteht bei der E-Zigarette keine relevante Gefahr, dass Mitmenschen durch Passivrauchen geschädigt werden.

Können E-Zigaretten helfen aufzuhören?

Im Einzelfall kann das so sein. Ich würde die Methode aber nur in Zusammenhang mit einem Raucherentwöhnungsprogramm durchführen. Denn am Ende will man ja mit dem Rauchen aufhören und nicht umsteigen.

Interview: Sonja Fröhlich

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