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Helga von Wietzlow wird 100 Jahre alt

Leiterin des Tanzstudios Helga Helga von Wietzlow wird 100 Jahre alt

Fast ein halbes Jahrhundert leitete Helga von Wietzlow das Tanzstudio Helga. Am Mittwoch wird sie 100 Jahre alt - und kann auf ein aufregendes Leben zurückblicken.

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Helga von Wietzlow in der Wohnung, die sie mit 98 Jahren bezogen hat.

Quelle: Kutter

Hannover . Wenn Helga von Wietzlow erzählt, klingt das oft nach Abenteuer: aufregend, verheißungsvoll, amüsant. Etwa ihre Schilderung, wie sie 1946 in der Stadthalle einen Tanztreff aufmachte. Die Briten, die Hannover zu der Zeit verwalteten, hatten zwar die Erlaubnis gegeben, doch nachts herrschte Ausgangssperre. Also wurde, erzählt die Dame im blauen Hosenanzug und cremefarbener Bluse, das Gebäude um 20 Uhr ab- und morgens um 5 Uhr wieder aufgeschlossen. In der Zwischenzeit amüsierte man sich, unterstützt von einer Tanzkapelle, prächtig. Wenig später betrieb sie in der Stadthalle eine Tanzschule, laut ihrer Schilderung die erste in Hannover nach dem Krieg.

Vergnügt und mit Sinn für Pointen erzählt die frühere Tanzlehrerin von solchen Erlebnissen. „Ich wurde vom Erfolg überrannt“, sagt sie. Bewundernswert genau ist das Gedächtnis der Frau, die heute ihren 100. Geburtstag feiert. 100 – das mag kaum glauben, wer die Hannoveranerin in ihrer schicken Innenstadtwohnung besucht. Unter dem Namen Helga Meseke – Meseke hieß der erste ihrer drei Ehemänner – hat sie 1950 in ihrem wiederaufgebauten Haus in der Hohenzollernstraße ihre eigene „richtige“ Tanzschule eröffnet und bis Mitte der Neunzigerjahre geleitet. Oben wurde gewohnt, unten getanzt – und Benimmunterricht gab es noch dazu: „Ich wollte ja nicht nur Tralala und ein, zwei, drei, sondern auch Umgangsformen vermitteln“, erzählt sie in einem Ton, der zwischen charmant und resolut changiert. Mit Umgangsformen kennt sich die Frau aus großbürgerlichem Elternhaus aus.

Findig und unerschrocken war sie wohl schon als Kind, als sie heimlich Tanzunterricht nahm und von ihrem Taschengeld bezahlte. Helga von Wietzlow ist selbstbewusst, aber kein bisschen hochnäsig. Und so klingt es ganz selbstverständlich, wenn sie sagt: „Auch wenn Eigenlob stinkt: Ich muss wirklich sagen, ich war eine tolle Frau.“ Sie gehört zu jenen Frauen, die in den Wirtschaftswunderjahren mit Kraft, Klugheit und Charme ein Unternehmen aufbauten. Dass sie bildhübsch war, ja, immer noch ist, dürfte wohl nicht geschadet haben.

In den Ferien brauste sie mit ihrem Sportwagen nach Italien. Italienisch hat sie sich selbst beigebracht, indem sie jeden Tag eisern Vokabeln lernte. Lange lebte die Mutter einer Tochter in Italien, bis sie vor zwei Jahren wieder nach Hannover zurückkehrte. „Ich habe ein wunderschönes Leben gehabt“, sagt sie. Um sofort zu ergänzen: „Dafür habe ich auch etwas getan.“ Sie habe auf ihre Figur geachtet, habe nicht geschlemmt.
Man hört die disziplinierte Tänzerin heraus, die heute unfassbare 100 wird.

Von Martina Sulner

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