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Aus der Stadt Herrenhäuser-Mitarbeiter sehen bald wieder Geld
Hannover Aus der Stadt Herrenhäuser-Mitarbeiter sehen bald wieder Geld
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22:10 02.05.2010
Das Signal für die Brauereimitarbeiter scheint wieder auf Grün zu schalten. Quelle: Rainer Surrey

Eine Handvoll Beschäftigte scheidet nach Angaben von Thomas Bernhard von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten größtenteils auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen aus.

Das Amtsgericht Hannover hat am Freitag das Insolvenzverfahren gegen die Tochterunternehmen eröffnet. Dieser Schritt ist Voraussetzung dafür, dass die Beschäftigten Insolvenzausfallgeld beim Arbeitsamt rückwirkend für drei Monate erhalten. Damit sehen viele von ihnen nach monatelanger Durststrecke erstmals wieder Geld. Aufgabe für die nächsten Wochen ist es nun, die durch finanzielle Altlasten angeschlagene Brauerei endgültig wieder auf Kurs zu bringen.

Viele Mitarbeiter kamen am späten Freitagnachmittag sichtlich erleichtert aus einer Betriebsversammlung. Dass die meisten soeben paradoxerweise ihre Kündigung unterschrieben hatten, um weiter in der Brauerei arbeiten zu können, nahmen einige mit Humor und wünschten sich gegenseitig ein „schönes arbeitsloses Wochenende“.

Andere ärgerten sich allerdings, dass sie durch ihre Unterschrift nun drei der sechs noch ausstehenden Monatslöhne endgültig verlören. „Wie soll ich denn jetzt aus den Miesen herauskommen?“, schimpfte ein Angestellter, der sich in den vergangenen Wochen bereits privat Geld geliehen hatte, um seine Miete bezahlen zu können. Auf knapp 4000 Euro müsse er verzichten. „Darüber kann ich mich beim besten Willen nicht freuen“, sagte er. „Wenigstens bekommen wir einen Teil ausbezahlt“, meinte hingegen ein Kollege, der wie alle Herrenhäuser-Mitarbeiter in diesen Tagen seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er sehe seine Situation deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Es gab Momente, da hatte ich das Geld abgeschrieben“, meinte der Mann.

Bernd Haase und Stephan Fuhrer

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