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Hier entsteht das 96-Nachwuchsleistungszentrum

Verein feiert Richtfest Hier entsteht das 96-Nachwuchsleistungszentrum

Hannover 96 hat am Dienstag Richtfest am neuen Nachwuchsleistungszentrum an der Clausewitzstraße gefeiert. Der Gebäudekomplex wird für rund 18 Millionen Euro auf und am Gelände des alten Eilenriedestadions hochgezogen.

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In der Eilenriede wird künftig quer gespielt – hinter Planer Claus Schulze (v. l.), 96-Boss Martin Kind, den Aufsichtsräten Valentin Schmidt und Rainer Feuerhake sowie Polier Helmut Lehmann.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. "Ich weiß nicht, ob Sie es festgestellt haben“, sagt Martin Kind, „die Sonne scheint.“ Da hat er recht. „In Hannover scheint häufig die Sonne.“ Da hat er, durch die hannoversche Sonnenbrille betrachtet, auch noch irgendwie recht. „Das liegt unter anderem auch an 96“, legt der Clubboss nach. Kurze Pause. „Außer, wir gucken im Moment zur Tabelle.“

So ein Termin wie an diesem tatsächlich frühlingshaften Dienstag muss einem wie Kind in diesen sportlich schwierigen Zeiten wie die pure Entspannung vorkommen. Richtfest am neuen Nachwuchsleistungszentrum an der Clausewitzstraße, das für insgesamt rund 18 Millionen Euro auf und am Gelände des alten Eilenriedestadions hochgezogen wird. Im Juli war erster Spatenstich. Nun, knapp ein halbes Jahr später, steht Martin Kind unten in einem mehrgeschossigen Gebäude, das von 2017 an als Internat für junge Fußballtalente dienen soll, die viel beschworenen Eigengewächse, mit denen sich die 96-Profimannschaft seit dem Wiederaufstieg nur äußerst dürftig versorgen konnte.

Richtfest am neuen Nachwuchsleistungszentrum an der Clausewitzstraße, das für insgesamt rund 18 Millionen Euro auf und am Gelände des alten Eilenriedestadions hochgezogen wird.

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Doch nun soll alles besser werden, und dass die Sache vorangeht, davon konnten sich die Gäste beim Richtfest nicht nur in neuen Mauern überzeugen. Das Spielfeld des alten Eilenriedestadions, das von der letzten 500-Meter-Bahn Deutschlands gesäumt war, ist längst weg, das neue wird um 90 Grad gedreht. Was noch steht, ist, neben den Torhäusern am Eingang, die alte Tribüne, für die bautechnisch ein Kompromiss zwischen Denkmalschutz und modernen Sicherheitsstandards der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gefunden werden musste. Es werden nicht viele Zuschauer dort sitzen, weil dafür die erforderlichen Sitzschalen fehlen. Dafür wird ein kleiner VIP-Bereich für 20 bis 30 Leute gebaut - und unten drunter richtig angepackt, wie Planer Claus Schulze erklärt. „Im Inneren wird die Tribüne saniert und bekommt eine neue Struktur mit neuen Umkleiden und Fitnessräumen Das steht im Einklang mit der Denkmalpflege, das dürfen wir.“

Neben der alten, denkmalgeschützten Tribüne, die nun hinter einem der beiden Tore stehen wird, werden derzeit entlang der neuen Seitenlinien zwei weitere Tribünen hochgezogen, die 2500 Menschen, etwa der Hälfte sitzend, Platz bieten werden. Bei Bedarf (der bei einem Aufstieg der zweiten Mannschaft in die dritte Liga gegeben wäre) können die Ränge auf 5000 Plätze erweitert werden. Im Oktober 2016 sollen hier die ersten Partien gespielt werden. Ein Dreivierteljahr später soll dann das gesamte Nachwuchsleistungszentrum eröffnet werden - zufälligerweise exakt 96 Jahre nach Inbetriebnahme des alten Stadions.

„Wir können stolz sein, dass wir dieses Projekt umsetzen können. Ich denke, das wird ’ne tolle Anlage“, sagt ein sichtlich zufriedener Martin Kind - um dann, ganz typisch für ihn, noch im gleichen Satz den Begriff „Kosten-Nutzen-Relation“ unterzubringen. Eines stellt er, und das nicht zum ersten Mal, unmissverständlich klar. „Wenn man so viel Geld investiert, erwartet man natürlich auch Ergebnisse.“

Und weil es ein Richtfest ist, gibt es auch noch einen zünftig gereimten Richtspruch von Polier Helmut Lehmann: „Fast fertig ist das Internatsgebäude, wir wünschen 96 damit Freude. Viel Arbeit floss bis jetzt ins Haus hinein, dieses soll nicht umsonst gewesen sein. Der Aufwand möge sich bald lohnen, so dass hier ein paar Talente wohnen.“

Martin Kind nickt dabei.

In der Eilenriede gestartet

Seit der enttäuschenden Europameisterschaft im Jahr 2000 mit einem lustlosen, überalterten Kader sind Nachwuchsleistungszentren obligatorisch für Proficlubs. Für manche finanziell eher klammen Clubs wie den SC Freiburg ist das seit Jahrzehnten eine Überlebensstrategie, weil aus der vorbildlichen Nachwuchsarbeit in schöner Regelmäßigkeit Talente den Sprung in den Profikader schaffen und später mit Gewinn den Club wechseln können. Bei Hannover 96 kamen in den Neunzigerjahren einige spätere Stars wie Fabian Ernst und Gerald Asamoah aus der eigenen Jugend, seit der Bundesligazugehörigkeit 2002 ist die Ausbeute eher dürftig. Mit Per Mertesacker, den Aufstiegstrainer Ralf Rangnick in die erste Mannschaft beförderte, ist immerhin ein späterer Weltmeister dabei. Konstantin Rausch war der letzte 96-Jugendspieler, der den Sprung schaffte. Er spielt heute beim SV Darmstadt 98.

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