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Hier investiert die Bahn Millionen in Hannover

Brücken, Gleise, Strecken Hier investiert die Bahn Millionen in Hannover

Aufholjagd beim Instandhaltungsstau, dass bundesweite Milliardensanierungsprogramm der Bahn wird auch im Raum Hannover deutlich zu spüren sein. Wird der Hauptbahnhof möglicherweise um zwei Gleise erweitert?

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Brückenbaustelle im Hermann-Löns-Park: Die Arbeiten ziehen sich bereits über etliche Monate hin und dauern bis 2018.

Quelle: Julian Stratenschulte

Hannover. Sieben Brücken der Güterumgehungsbahn werden derzeit saniert; in Kirchrode führt das seit etlichen Monaten zu Sperrungen. Im Südwesten nehmen die Arbeiten jetzt auch an Davenstedter und Wunstorfer Straße spürbar Fahrt auf. 2018 beginnen Abriss und Erneuerung der Innenstadtbrücke Königstraße; 2019 soll die Sanierung im Hauptbahnhof beginnen.

Die Rekordsumme  von 470 Millionen Euro will die Bahn allein in diesem Jahr in Niedersachsen und Bremen investieren, um den Instandhaltungsstau aufzulösen. Ziel ist, die Pünktlichkeit zu erhöhen. „Die Fahrgäste sollen von dem, was wir machen, nichts mitbekommen“, sagt der Konzernbeauftragte Ulrich Bischoping. Anwohner und Autofahrer werden Auswirkungen zu spüren bekommen.

Brücken: Noch bis 2018 dauert die Erneuerung von sieben Brücken auf der Güterumgehungsbahn in Hannover, betroffen ist nur der Güterverkehr. Für die, die unter den Brücken hindurchwollen, gibt es Behinderungen. In Kirchrode ist das Dauerzustand. Von Montag an wird auch die Wunstorfer Straße in Ahlem halbseitig gesperrt, ab 24. April bis zum 3. Mai sogar komplett. Ebenfalls vom Montag an kann die Straße unter der Brücke in der Döhrener Ziegelstraße nicht passiert werden, bis 29. März ist sie komplett gesperrt, bis 21. April teilweise. Ende März gibt es eine Vollsperrung unter der Davenstedter Straße. Ab Ende April ist der Fußweg unter einer Bahnbrücke an der Fösse nicht nutzbar. Von Anfang November bis Dezember wird zudem eine Brücke in Wunstorf erneuert.

Hauptbahnhof: In dem zentralen Bahnknoten ist nicht nur die rückwärtige Gebäudefassade marode, sondern vor allem die sogenannten Gleisbrücken über der Promenade. Ihre Sanierung wird etwa zehn Jahre dauern, los geht es 2019, „direkt im Anschluss an die Erneuerung der Brücke Königstraße“, wie Bischoping sagt. Noch offen ist, ob der Bahnhof auch gleich um zwei nördliche Gleise erweitert wird. „Wir verhandeln darüber derzeit mit der Region“, sagt Bischoping. Konkretes gebe es aber noch nicht, sagt Ulf-Birger Franz, der Verkehrsdezernent der Region: „Das Thema ist weiter auf der Agenda.“.

Sanierung des Hauptbahnhofs

Alle Infos, Bilder, Grafiken:  Hier lesen Sie einen ausführlichen Bericht  zu den Sanierungsplänen..

Strecken im Raum Hannover: Im Mai wird auf der Strecke Hannover-Paderborn gebaut. Im Abschnitt bis Ronnenberg werden Gleise erneuert, einige S-Bahnfahrten fallen aus. Noch bis Mitte April laufen Gleisarbeiten auf der Strecke von Wunstorf Richtung Bremen, einige Fern- und Nahverkehrszüge fallen aus.

Strecken im Norden: Auf der vom Metronom und anderen Regionalzügen genutzten alten Nord-Südstrecke werden im September und Oktober zwischen Nordstemmen und Göttingen Gleise, Weichen und Brücken erneuert, einige Fahrten fallen aus. Auf der Schnellfahrstrecke Hannover-Kassel werden im August Gleise und Weichen zwischen Orxhausen und Göttingen erneuert. Die ICE-Züge werden über die Strecke durch das Leinetal umgeleitet, etliche Intercitys fallen aus. Nur der Nahverkehr ist betroffen von Arbeiten im Juli zwischen Eichenberg und Witzenhausen. Zudem laufen noch bis Ende März Gleisarbeiten zwischen Lehrte und Helmstedt. Einige Fernzüge auf der Strecke Hannover-Magdeburg werden umgeleitet.

Weitere Arbeiten : In ganz Norddeutschland werden Gleise erneuert. Auf der Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven etwa hat die Ertüchtigung des Abschnitts Varel-Sande bekommen, bis April 2020 fallen an den Wochenenden Regionalbahnen aus. Weitere Großbaustellen gibt es zwischen Oldenburg und Sandkrug im Emsland, im Raum Bremen und Osnabrück.

Neue Brücken tragen auch schwere Züge

Diese Nachricht hat Aufregung bei Anwohnern ausgelöst: Die Bahn lässt die acht neuen Brücken der Güterumgehungsbahn für Züge mit schwereren Achslasten konstruieren. Das geht aus einer Information zur Baustellenplanung hervor, die der Kirchröder Carsten Sievers im Internet gefunden hat. Die Sorge: Donnern künftig noch schwerere und damit lautere Züge an den ohnehin lärmgeplagten Wohngebieten vorbei? Auf Anfrage der HAZ dementieren Eisenbahnbundesamt und Bahn derartige Pläne.

Nur zwei Strecken bundesweit sind bisher für Zuggewichte von 25 Tonnen pro Achse („Radsatzlasten“) genehmigt: Die Verbindung Hamburg-Waltershof nach Beddingen, die in Lehrte durch die Region führt, und die Verbindung Hamburg-Waltershof nach Eisenhüttenstadt. Alle anderen Strecken sind bisher für 22,5 Tonnen pro Achse ausgelegt.

Für die Güterumgehungsbahn laufe derzeit kein Verfahren, um sie auf eine höhere Tonnage hochzustufen, sagt eine Bahnsprecherin. Man müsse dafür außer den Brücken auch „Gleise, Weichen und gegebenenfalls Untergründe“ für die höheren Lasten erneuern. Dazu müsse ein Genehmigungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt beantragt werden. Das Amt teilt mit, dass die Bahn einer Aufforderung des Gesetzgebers nachkomme, bei Erneuerung von Brücken gleich höhere Gewichte einzuplanen. Für die Strecke aber sei keine Änderung geplant.

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Von Redakteur Karsten Röhrbein

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