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Hier können Sie gegen das Tanzverbot antanzen

Protestaktion Hier können Sie gegen das Tanzverbot antanzen

An den Feiertagen vor Ostern sind öffentliche Tanzveranstaltungen verboten. Drei Jugendorganisationen der Parteien rufen jetzt gemeinsam zum Protest dagegen auf. Jungsozialisten (Jusos, SPD), die Grüne Jugend (Grüne) und Junge Liberale (Julis, FDP) laden zur Veranstaltung „Tanzen gegen Tanzverbote“ für Gründonnerstag, 13. April, ein.

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Ab Gründonnerstag gilt in Discos Tanzverbot. Nach Karsonnabend ist es aufgehoben. 

Quelle: Alexander Körner

Hannover. Die fröhliche Parade gegen das Tanzverbot soll sich „rhythmisch bewegend“ zu Musik vom Hauptbahnhof bis zum Glockseeufer bewegen. Die Stadt verschickte am Montag noch einmal eine Warnung: Wer sich dem Feiertagsgesetz widersetze, dem drohe eine Geldbuße.

67 Stunden Tanzverbot

Niedersachsens Feiertagsgesetz schreibt 67 Stunden Tanzverbot vor - das gilt aber nur für öffentliche Tanzveranstaltungen. Die Zeitspanne, mit der vor dem wichtigsten Christenfest Ostern Rücksicht auf die Gefühle der Gläubigen genommen werden soll, beginnt Gründonnerstag um 5 Uhr morgens und dauert bis zum Karsonnabend um 24 Uhr. „Bühnendarbietungen“ seien nur erlaubt, soweit sie „auf den ernsten Charakter des Tages Rücksicht nehmen“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Discos dürfen nicht zum Tanz einladen, in Schankbetrieben sind alle Veranstaltungen verboten (allerdings darf zum Ausschank leise Musik laufen), alle Veranstaltungen müssen „der geistig-seelischen Erhebung oder einem höheren Interesse“ dienen, etwa Kunst, Wissenschaft oder Bildung.

Der Juso-Vorsitzende Adis Ahmetovic sagt, die Vorschrift sei „nicht mehr zeitgemäß, weil in ferner Vergangenheit begründet“. Sie kollidiere mit der grundgesetzlich vorgeschriebenen Trennung von Kirche und Staat. Ahmetovic betont: „Ich habe Respekt vor allen, die ihren Glauben in Ruhe genießen wollen, aber ich erwarte auch Respekt gegenüber allen, die diese Glaubensrichtung nicht teilen.“ Jeder müsse die Freiheit haben, den Tag so zu gestalten, wie er möchte. Der Kreisvorsitzende der Jungliberalen, Björn-Christian Seela, sagt, dass die christliche Regelung einem immer kleineren Teil der Bevölkerung diene. „Zwei Drittel der Menschen müssen selbst entscheiden können, wie sie ihren Tag verbringen.“ Vor einem Ordnungsgeld, das gegen ihn verhängt werden könnte hat er keine Sorge: „Wir tanzen ja nicht, sondern bewegen uns rhythmisch.“

Es ist die erste gemeinsame Aktion der drei Jugendverbände, deren Mutterparteien seit der Kommunalwahl die Ratsmehrheit bilden. Es soll aber nicht die letzte sein, sagt Seela: Man habe sich zu Jahresbeginn zusammengesetzt und überlegt, bei welchen Themen man zusammen an Projekten arbeiten könne.

Wann und wo?

Die Parade „Tanzen gegen Tanzverbote“ am Gründonnerstag, 13. April, startet um 18.00 Uhr am Ernst-August-Platz.

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